Abwehrmechanismus – Bedeutung & Beispiele
Abwehrmechanismen sind unbewusste psychische Strategien, mit denen das Ich belastende Gefühle, Konflikte oder ängste abwehrt. Sie schützen die Psyche vor Überlastung.
Wissenswertes über "Abwehrmechanismus"
Abwehrmechanismen sind unbewusste psychische Strategien, mit denen das Ich belastende Gefühle, Konflikte oder ängste abwehrt. Sie schützen die Psyche vor Überlastung.
Was ist ein Abwehrmechanismus?
Ein Abwehrmechanismus ist ein unbewusster psychischer Vorgang, durch den das Ich (das bewusste Selbst) sich vor unangenehmen, bedrohlichen oder schmerzhaften Gefühlen, Gedanken und inneren Konflikten schützt. Das Konzept wurde maßgeblich von Sigmund Freud begründet und später von seiner Tochter Anna Freud systematisch ausgearbeitet. Abwehrmechanismen sind zunächst normale und notwendige Bestandteile des psychischen Gleichgewichts. Werden sie jedoch zu starr oder übermäßig eingesetzt, können sie die psychische Gesundheit beeinträchtigen.
Funktion und Bedeutung
Abwehrmechanismen dienen dazu, psychische Überlastung (auch als Überwältigung bezeichnet) zu verhindern. Sie helfen, das innere Gleichgewicht zu wahren, wenn äußere oder innere Anforderungen als bedrohlich erlebt werden. In der Psychoanalyse wird zwischen einem gesunden Einsatz von Abwehrmechanismen und einer pathologischen (krankhaften) Übersteigerung unterschieden.
Häufige Arten von Abwehrmechanismen
- Verdrängung: Belastende Gedanken, Erinnerungen oder Wünsche werden aus dem Bewusstsein ferngehalten.
- Projektion: Eigene unakzeptable Gefühle oder Eigenschaften werden auf andere Personen übertragen.
- Rationalisierung: Unangenehme Handlungen oder Entscheidungen werden durch scheinbar logische Erklärungen gerechtfertigt.
- Reaktionsbildung: Ein unakzeptabler Impuls wird in sein Gegenteil verkehrt (z. B. übertriebene Freundlichkeit statt Wut).
- Sublimierung: Sozial unakzeptable Impulse werden in gesellschaftlich anerkannte Aktivitäten umgewandelt (z. B. Aggression in Sport).
- Regression: Rückfall in frühkindliche Verhaltensweisen unter Stress.
- Verleugnung: Die Realität einer bedrohlichen Situation wird nicht anerkannt.
- Spaltung: Personen oder Situationen werden ausschließlich als gut oder schlecht wahrgenommen, ohne Zwischenmöglichkeiten.
- Intellektualisierung: Emotionale Inhalte werden distanziert und rein sachlich betrachtet.
- Identifikation mit dem Angreifer: Eigenschaften einer als bedrohlich erlebten Person werden übernommen.
Reife und unreife Abwehrmechanismen
In der modernen Psychologie und Psychiatrie wird zwischen reifen und unreifen Abwehrmechanismen unterschieden. Reife Mechanismen wie Humor, Altruismus oder Sublimierung gelten als anpassungsfähig und gesund. Unreife Mechanismen wie Spaltung, Projektion oder Verleugnung können auf tiefergehende psychische Probleme hinweisen und werden häufig bei Persönlichkeitsstörungen beobachtet.
Klinische Relevanz
In der Psychotherapie, insbesondere in der tiefenpsychologisch fundierten Therapie und der Psychoanalyse, spielt die Analyse von Abwehrmechanismen eine zentrale Rolle. Das Erkennen und Verstehen der eigenen Abwehrmuster ermöglicht es Patientinnen und Patienten, unbewusste Konflikte zu bearbeiten und flexiblere Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Auch in der kognitiven Verhaltenstherapie werden verwandte Konzepte wie dysfunktionale Kognitionen und Vermeidungsverhalten thematisiert.
Abgrenzung: Psychologische vs. Immunologische Abwehr
Der Begriff "Abwehrmechanismus" wird im deutschen Sprachraum auch umgangssprachlich für die immunologische Abwehr des Körpers verwendet. In der Medizin bezeichnet die Immunabwehr die Gesamtheit aller körpereigenen Prozesse, die den Organismus vor Krankheitserregern, Fremdkörpern und Tumorzellen schützen. Im psychologischen Kontext hingegen bezieht sich der Begriff ausschließlich auf psychische Schutzstrategien.
Quellen
- Freud, A. (1936): Das Ich und die Abwehrmechanismen. Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien.
- Vaillant, G. E. (1992): Ego Mechanisms of Defense. A Guide for Clinicians and Researchers. American Psychiatric Press, Washington D.C.
- Kernberg, O. F. (1996): Schwere Persönlichkeitsstörungen. Klett-Cotta, Stuttgart.
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