Wachstumshormonsekretion – Funktion & Störungen
Die Wachstumshormonsekretion beschreibt die Ausschüttung von Wachstumshormon (GH) aus der Hirnanhängedruse. Sie steuert Wachstum, Stoffwechsel und Zellregeneration.
Wissenswertes über "Wachstumshormonsekretion"
Die Wachstumshormonsekretion beschreibt die Ausschüttung von Wachstumshormon (GH) aus der Hirnanhängedruse. Sie steuert Wachstum, Stoffwechsel und Zellregeneration.
Was ist die Wachstumshormonsekretion?
Die Wachstumshormonsekretion bezeichnet den Prozess, bei dem die Hirnanhängedruse (Hypophyse) das Wachstumshormon (GH, englisch: Growth Hormone) in die Blutbahn abgibt. Wachstumshormon ist ein Peptidhormon, das eine zentrale Rolle beim körperlichen Wachstum, beim Stoffwechsel und bei der Zellregeneration spielt. Die Ausschüttung erfolgt nicht kontinuierlich, sondern in pulsatilen Schüben, die vor allem nachts während des Tiefschlafs ihren Höhepunkt erreichen.
Regulation der Wachstumshormonsekretion
Die Sekretion von Wachstumshormon wird durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Botenstoffe und Rückkopplungsmechanismen gesteuert:
- GHRH (Growth Hormone-Releasing Hormone): Dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus stimuliert die Hypophyse zur Freisetzung von Wachstumshormon.
- Somatostatin: Dieses ebenfalls vom Hypothalamus produzierte Hormon hemmt die Wachstumshormonsekretion und wirkt als Gegenspieler von GHRH.
- IGF-1 (Insulin-like Growth Factor 1): Dieser Wachstumsfaktor wird hauptsächlich in der Leber produziert und gibt über eine negative Rückkopplung ein Hemmungssignal an Hypothalamus und Hypophyse.
- Ghrelin: Das sogenannte Hungerhormon fördert ebenfalls die Wachstumshormonausschüttung.
Einflussfaktoren auf die Sekretion
Verschiedene physiologische und externe Faktoren beeinflussen die Menge und Häufigkeit der Wachstumshormonausschüttung:
- Schlaf: Die stärkste Sekretion findet in den ersten Stunden des Nachtschlafs statt.
- Körperliche Aktivität: Intensives Training, insbesondere Ausdauer- und Kraftsport, stimuliert die Ausschüttung.
- Ernährung: Nüchternheit und niedriger Blutzucker fördern die Sekretion, während eine kohlenhydratreiche Mahlzeit sie hemmt.
- Alter: Die Sekretion ist in der Kindheit und Pubertät am höchsten und nimmt mit dem Alter deutlich ab.
- Stress: Körperlicher und psychischer Stress kann die Ausschüttung kurzfristig erhöhen.
- Geschlecht: Frauen zeigen häufig eine höhere Sekretionsfrequenz als Männer.
Biologische Wirkungen des Wachstumshormons
Wachstumshormon entfaltet seine Wirkungen sowohl direkt als auch über den Vermittler IGF-1:
- Förderung des Längenwachstums bei Kindern und Jugendlichen
- Aufbau und Erhalt von Muskelmasse
- Abbau von Fettgewebe (lipolytische Wirkung)
- Regulierung des Kohlenhydrat- und Proteinstoffwechsels
- Unterstützung der Knochen- und Organgesundheit
- Beteiligung an der Wundheilung und Zellregeneration
Klinische Bedeutung: Störungen der Wachstumshormonsekretion
Wachstumshormonmangel (GH-Defizienz)
Ein Mangel an Wachstumshormon kann angeboren oder erworben sein. Bei Kindern führt er zu verzögertem Wachstum und Kleinwuchs. Bei Erwachsenen äußert er sich durch reduzierte Muskelmasse, erhöhten Körperfettanteil, Erschöpfung und ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko.
Wachstumshormonüberschuss
Eine übermäßige Sekretion, häufig durch ein gutartiges Hypophysenadenom (Tumor der Hypophyse) verursacht, führt bei Kindern zu Gigantismus und bei Erwachsenen zu Akromegalie – einer Erkrankung mit Vergrößerung von Akren (Hände, Füße, Gesicht) sowie innerer Organe.
Diagnostik
Die Messung der Wachstumshormonsekretion erfolgt meist indirekt über den Blutspiegel von IGF-1, da dieser im Gegensatz zum pulsatil ausgeschütteten GH stabiler messbar ist. Zusätzlich werden Stimulationstests (z. B. Insulinhypoglykämietest) und Suppressionstests (z. B. oraler Glukosetoleranztest) eingesetzt, um Sekretionststörungen zu diagnostizieren.
Behandlung
Bei nachgewiesenem Wachstumshormonmangel kann eine Substitutionstherapie mit rekombinantem humanem Wachstumshormon (rhGH) eingeleitet werden. Diese wird subkutan injiziert und ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene zugelassen. Bei einem GH-Überschuss stehen operative Entfernung des Hypophysenadenoms, medikamentöse Therapie (z. B. mit Somatostatinanaloga oder GH-Rezeptorantagonisten) sowie Strahlentherapie zur Verfügung.
Quellen
- Melmed S. et al. - Williams Textbook of Endocrinology, 14th Edition. Elsevier (2020).
- Giustina A., Veldhuis J.D. - Pathophysiology of the Neuroregulation of Growth Hormone Secretion in Experimental Animals and the Human. Endocrine Reviews, 19(6): 717–797 (1998). PubMed PMID: 9861545.
- World Health Organization (WHO) - Growth Hormone Deficiency and Treatment Guidelines. WHO Technical Report Series (2007).
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