Selbstwirksamkeit: Definition & Bedeutung für die Gesundheit
Selbstwirksamkeit bezeichnet die Überzeugung eines Menschen, schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können.
Wissenswertes über "Selbstwirksamkeit"
Selbstwirksamkeit bezeichnet die Überzeugung eines Menschen, schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können.
Was ist Selbstwirksamkeit?
Selbstwirksamkeit (englisch: self-efficacy) beschreibt die innere Überzeugung eines Menschen, dass er durch sein eigenes Handeln in der Lage ist, bestimmte Aufgaben, Herausforderungen oder schwierige Situationen erfolgreich zu bewältigen. Das Konzept wurde maßgeblich vom Schweizer Psychologen Albert Bandura in den 1970er Jahren entwickelt und ist heute ein zentrales Element der modernen Psychologie, der Gesundheitsförderung und der medizinischen Behandlung chronischer Erkrankungen.
Selbstwirksamkeit ist nicht dasselbe wie allgemeines Selbstvertrauen oder Optimismus. Sie bezieht sich konkret auf die Einschätzung einer Person, ob sie über die Fähigkeiten und Ressourcen verfügt, um eine spezifische Handlung erfolgreich auszuführen.
Bedeutung für Gesundheit und Medizin
In der Medizin und Gesundheitspsychologie spielt Selbstwirksamkeit eine entscheidende Rolle. Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung:
- halten gesundheitsfördernde Verhaltensweisen (z. B. Sport, gesunde Ernährung) besser ein
- bewältigen chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes, Herzerkrankungen) erfolgreicher
- zeigen eine höhere Therapietreue (Adhärenz) bei medikamentösen und nicht-medikamentösen Behandlungen
- erholen sich schneller von Operationen oder Verletzungen
- sind widerstandsfähiger gegenüber psychischen Belastungen wie Stress, Angst und Depression
Eine niedrige Selbstwirksamkeit hingegen kann dazu führen, dass Betroffene Behandlungsempfehlungen nicht umsetzen, Vorsorgeuntersuchungen meiden oder bei Rückschlägen schnell aufgeben.
Quellen der Selbstwirksamkeit
Albert Bandura beschrieb vier wesentliche Quellen, aus denen Selbstwirksamkeit entsteht:
1. Eigene Erfolgserlebnisse
Die stärkste Quelle. Wer eine Herausforderung erfolgreich gemeistert hat, glaubt eher daran, auch künftige Aufgaben zu bewältigen.
2. Stellvertretende Erfahrungen
Das Beobachten anderer Personen (sogenannte Modelle), die eine Aufgabe erfolgreich erfüllen, stärkt den eigenen Glauben an die eigene Leistungsfähigkeit – besonders dann, wenn man sich mit der beobachteten Person identifizieren kann.
3. Soziale Überzeugung
Ermutigung und positives Feedback durch andere Menschen (z. B. Ärzte, Therapeuten, Angehörige) kann die Selbstwirksamkeit nachhaltig stärken.
4. Physiologische und emotionale Zustände
Körperliche Empfindungen wie Herzrasen oder Schweißausbrüche werden von Menschen mit niedriger Selbstwirksamkeit häufig als Zeichen von Schwäche oder Versagen interpretiert. Eine positive Umdeutung dieser Zustände kann die Selbstwirksamkeit fördern.
Selbstwirksamkeit stärken
Selbstwirksamkeit ist keine angeborene, unveränderliche Eigenschaft – sie kann aktiv trainiert und gefördert werden. In der psychologischen und medizinischen Praxis werden dazu verschiedene Methoden eingesetzt:
- Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Hilft dabei, hinderliche Denkmuster zu erkennen und durch realistische, konstruktive Überzeugungen zu ersetzen.
- Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing): Eine Kommunikationstechnik, die in der Arzt-Patienten-Beziehung eingesetzt wird, um die innere Motivation und Selbstwirksamkeit zu fördern.
- Stufenweise Ziele setzen: Kleine, erreichbare Zwischenziele schaffen positive Erfolgserlebnisse und stärken schrittweise die Selbstwirksamkeit.
- Selbstmanagementprogramme: Strukturierte Programme (z. B. bei Diabetes oder Herzerkrankungen) schulen Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung und fördern gezielt die Selbstwirksamkeit.
Selbstwirksamkeit und psychische Gesundheit
Eine geringe Selbstwirksamkeit ist eng mit psychischen Erkrankungen wie Depression, Angststörungen und Burnout verknüpft. In der Psychotherapie ist die Steigerung der Selbstwirksamkeit daher ein zentrales Therapieziel. Umgekehrt wirkt eine hohe Selbstwirksamkeit als wichtiger Schutzfaktor (Resilienzfaktor) gegen die Entwicklung psychischer Erkrankungen.
Quellen
- Bandura, A. (1997). Self-efficacy: The exercise of control. W. H. Freeman and Company, New York.
- Schwarzer, R. & Jerusalem, M. (1995). Generalized Self-Efficacy scale. In J. Weinman, S. Wright, & M. Johnston (Eds.), Measures in health psychology: A user's portfolio. NFER-NELSON, Windsor (S. 35–37).
- Lorig, K. R. & Holman, H. (2003). Self-management education: History, definition, outcomes, and mechanisms. Annals of Behavioral Medicine, 26(1), 1–7.
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