Reframing: Bedeutung, Methoden & Anwendung
Reframing ist eine psychologische Technik, bei der Gedanken, Situationen oder Erlebnisse in einem neuen Rahmen betrachtet werden, um die eigene Wahrnehmung positiv zu verändern.
Wissenswertes über "Reframing"
Reframing ist eine psychologische Technik, bei der Gedanken, Situationen oder Erlebnisse in einem neuen Rahmen betrachtet werden, um die eigene Wahrnehmung positiv zu verändern.
Was ist Reframing?
Reframing (deutsch: Umdeuten oder Umrahmen) ist eine Technik aus der Psychologie und Psychotherapie, bei der eine Person lernt, Situationen, Gedanken oder Erlebnisse aus einer veränderten Perspektive zu betrachten. Ziel ist es, den Bedeutungsrahmen (englisch: Frame) einer Situation so zu verschieben, dass neue, konstruktivere Sichtweisen entstehen. Reframing wird sowohl in der klinischen Psychotherapie als auch im Coaching, in der Beratung und in der persönlichen Weiterentwicklung eingesetzt.
Hintergrund und Ursprung
Das Konzept des Reframings wurde maßgeblich durch die Neuro-Linguistischen Programmierung (NLP) sowie durch die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) geprägt. Auch in der systemischen Therapie und in der Lösungsfokussierten Kurzzeittherapie spielt Reframing eine zentrale Rolle. Der Begriff geht auf die Arbeiten von Richard Bandler und John Grinder zurück, die ihn im Rahmen der NLP-Entwicklung in den 1970er Jahren prägten.
Arten des Reframings
Kontextuelles Reframing
Beim kontextuellen Reframing wird der Kontext einer Situation verändert. Ein Verhalten oder eine Eigenschaft, die in einem bestimmten Umfeld als negativ gilt, kann in einem anderen Kontext als hilfreich oder wertvoll angesehen werden. Beispiel: Perfektionismus kann im Alltag belastend sein, im beruflichen Bereich jedoch als Qualitätsmerkmal gelten.
Bedeutungsreframing
Beim Bedeutungsreframing wird die Interpretation einer Situation verändert, ohne den Kontext zu wechseln. Der Fokus liegt darauf, der Situation eine neue, positivere oder neutralere Bedeutung zu geben. Beispiel: Ein Misserfolg wird nicht als Niederlage, sondern als Lernmöglichkeit betrachtet.
Anwendungsbereiche
- Kognitive Verhaltenstherapie: Reframing hilft, dysfunktionale Denkmuster zu erkennen und durch realistischere, hilfreiche Gedanken zu ersetzen.
- Stressbewältigung: Belastende Situationen werden neu bewertet, um Stressreaktionen zu reduzieren.
- Angstbehandlung: Angstauslösende Gedanken werden umgedeutet, um die emotionale Reaktion abzuschwächen.
- Coaching und Führung: Reframing wird genutzt, um Blockaden zu lösen und kreative Lösungen zu fördern.
- Kommunikation und Konfliktlösung: Verschiedene Perspektiven werden eingenommen, um Missverständnisse zu reduzieren.
Wie funktioniert Reframing? -- Schritt für Schritt
- Situation identifizieren: Die belastende Situation oder der negative Gedanke wird bewusst wahrgenommen.
- Aktuellen Rahmen erkennen: Es wird reflektiert, welche Bedeutung der Situation aktuell zugeschrieben wird.
- Alternative Perspektiven suchen: Es werden aktiv andere Sichtweisen und Interpretationen erarbeitet.
- Neuen Rahmen übernehmen: Die neue, konstruktivere Sichtweise wird bewusst eingenommen und verinnerlicht.
Wissenschaftliche Evidenz
Reframing ist als Bestandteil der kognitiven Verhaltenstherapie wissenschaftlich gut belegt. Studien zeigen, dass kognitive Umstrukturierung -- ein zentrales Element des Reframings -- wirksam bei der Behandlung von Depressionen, Angststörungen, PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) und chronischem Stress ist. Die Wirksamkeit von Reframing als isolierte Technik außerhalb eines therapeutischen Rahmens ist weniger gut erforscht, jedoch liefert die Forschung zur positiven Psychologie und zur Emotionsregulation unterstützende Hinweise.
Grenzen und Risiken
Reframing ist keine Universallösung. Bei schweren psychischen Erkrankungen, Traumata oder tief verwurzelten negativen Überzeugungen sollte Reframing stets in Begleitung einer qualifizierten Fachkraft wie einem Psychotherapeuten oder Psychiater angewendet werden. Oberflächliches Positiv-Denken ohne echte kognitive Verarbeitung kann in manchen Fällen dazu führen, dass Probleme verdrängt statt gelöst werden.
Quellen
- Beck, J. S. (2020). Kognitive Verhaltenstherapie: Grundlagen und Vertiefung. Beltz Verlag.
- Bandler, R. & Grinder, J. (1982). Reframing: Neurolinguistic Programming and the Transformation of Meaning. Real People Press.
- National Institute for Health and Care Excellence (NICE). (2022). Depression in adults: treatment and management. NICE Guideline NG222. Verfügbar unter: https://www.nice.org.uk/guidance/ng222
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