Morgenübelkeit in der Schwangerschaft – Ursachen & Hilfe
Morgenübelkeit ist ein häufiges Symptom in der Frühschwangerschaft und äußert sich durch Übelkeit und Erbrechen, meist morgens. Sie betrifft bis zu 80 % aller Schwangeren.
Wissenswertes über "Morgenübelkeit"
Morgenübelkeit ist ein häufiges Symptom in der Frühschwangerschaft und äußert sich durch Übelkeit und Erbrechen, meist morgens. Sie betrifft bis zu 80 % aller Schwangeren.
Was ist Morgenübelkeit?
Morgenübelkeit bezeichnet Übelkeit und Erbrechen, die vor allem im ersten Trimester der Schwangerschaft auftreten. Obwohl der Begriff „Morgenübelkeit“ nahelegt, dass die Beschwerden nur morgens auftreten, können sie zu jeder Tageszeit vorkommen. Sie beginnen häufig um die 6. Schwangerschaftswoche und klingen bei den meisten Frauen bis zur 12. bis 14. Schwangerschaftswoche wieder ab.
Ursachen
Die genauen Ursachen der Morgenübelkeit sind noch nicht vollständig geklärt. Als Hauptursachen gelten jedoch folgende Faktoren:
- Hormonelle Veränderungen: Der rasche Anstieg des Schwangerschaftshormons hCG (Humanes Choriongonadotropin) sowie erhöhte Östrogensp iegel gelten als wichtigste Auslöser.
- Erhöhte Empfindlichkeit des Magen-Darm-Trakts: Progesteron verlangsamt die Magenentleerung, was zu Übelkeit führen kann.
- Genetische Veranlagung: Frauen, deren Mütter oder Schwestern ebenfalls unter Morgenübelkeit litten, sind häufiger betroffen.
- Psychologische Faktoren: Stress und emotionale Belastungen können die Beschwerden verstärken.
- Mehrlingsschwangerschaften: Bei Zwillings- oder Drillingsschwangerschaften treten Beschwerden häufiger und stärker auf, da die hCG-Spiegel höher sind.
Symptome
Die typischen Symptome der Morgenübelkeit umfassen:
- Übelkeit, besonders morgens nach dem Aufwachen oder auf nüchternen Magen
- Erbrechen, das gelegentlich oder mehrfach täglich auftreten kann
- Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Gerüchen oder Speisen
- Speichelfluss (Übelkeit kann von verstärktem Speichelfluss begleitet werden)
- Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein
Hyperemesis gravidarum
In seltenen Fällen kann die Morgenübelkeit in eine schwere Form übergehen, die als Hyperemesis gravidarum bezeichnet wird. Dabei kommt es zu anhaltendem, starkem Erbrechen, das zu Dehydration, Gewichtsverlust und Mangelernährung führen kann. Diese Form erfordert ärztliche Behandlung und gelegentlich einen Krankenhausaufenthalt.
Diagnose
Die Diagnose der Morgenübelkeit erfolgt in der Regel klinisch, das heißt auf Basis der geschilderten Beschwerden und der Krankengeschichte. Um andere Ursachen für Übelkeit und Erbrechen auszuschließen, kann der Arzt oder die Ärztin folgende Untersuchungen anordnen:
- Blutuntersuchung (Kontrolle von hCG-Spiegel, Elektrolyten, Leber- und Nierenwerten)
- Urinuntersuchung (Nachweis von Ketonkörpern bei Unterernährung oder Dehydration)
- Ultraschall zum Ausschluss einer Mehrlingsschwangerschaft oder anderen Ursachen
Behandlung und Tipps
In den meisten Fällen ist die Morgenübelkeit selbstlimitierend und bedarf keiner medikamentösen Therapie. Folgende Maßnahmen können die Beschwerden lindern:
Allgemeine Maßnahmen
- Kleine, häufige Mahlzeiten zu sich nehmen, um den Magen nicht leer zu lassen
- Trockene, leicht verdauliche Speisen wie Zwieback oder Cracker bevorzugen
- Viel Flüssigkeit trinken, am besten in kleinen Schlucken
- Trigger-Gerüche und -Speisen meiden
- Morgens vor dem Aufstehen einen Cracker oder ein Keks essen
- Frische Luft und leichte körperliche Aktivität
Natürliche Hausmittel
- Ingwer: Ingwertee oder Ingwerkapsel n können Übelkeit lindern. Studien belegen eine mäßige Wirksamkeit.
- Akupressur: Das Tragen von Akupressurarmbändern am Handgelenk (Punkt P6) kann bei manchen Frauen helfen.
- Vitamin B6 (Pyridoxin): Eine erhöhte Zufuhr von Vitamin B6 kann Übelkeit reduzieren und wird von Ärztinnen und Ärzten empfohlen.
Medikamentöse Behandlung
Bei starker oder anhaltender Übelkeit kann eine medikamentöse Therapie notwendig sein. Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen) werden in der Schwangerschaft nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt. Hierzu zählen zum Beispiel Doxylamin/Vitamin B6-Kombinationen oder in schweren Fällen Metoclopramid oder Ondansetron.
Wann zum Arzt?
Folgende Warnsignale sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden:
- Starkes, anhaltendes Erbrechen (mehr als 3-4 Mal pro Tag)
- Starker Gewichtsverlust
- Zeichen der Austrocknung (trockener Mund, dunkler Urin, Schwindel)
- Übelkeit und Erbrechen, die nach der 14. Schwangerschaftswoche nicht nachlassen
- Blut im Erbrochenen
Quellen
- World Health Organization (WHO) - Recommendations for the prevention and treatment of nausea and vomiting in pregnancy (2023)
- American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) - Practice Bulletin No. 189: Nausea and Vomiting of Pregnancy (2018, reaffirmed 2022)
- Festin M. - Nausea and vomiting in early pregnancy. BMJ Clinical Evidence (2014). PubMed PMID: 25166302
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