Follikelzyste: Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Follikelzyste ist eine gutartige Zyste am Eierstock, die entsteht, wenn ein Follikel nicht platzt. Sie ist häufig und bildet sich meist von selbst zurück.
Wissenswertes über "Follikelzyste"
Eine Follikelzyste ist eine gutartige Zyste am Eierstock, die entsteht, wenn ein Follikel nicht platzt. Sie ist häufig und bildet sich meist von selbst zurück.
Was ist eine Follikelzyste?
Eine Follikelzyste ist eine der häufigsten gutartigen Zysten des Eierstocks (Ovars). Sie entsteht, wenn ein Follikel – ein flüssigkeitsgefülltes Bäschen im Eierstock, das eine Eizelle enthält – während des Menstruationszyklus nicht wie vorgesehen platzt und die Eizelle nicht freisetzt. Stattdessen wächst der Follikel weiter und füllt sich mit Flüssigkeit. Follikelzysten zählen zu den sogenannten funktionellen Ovarialzysten, da sie im Rahmen der normalen Eierstockfunktion entstehen.
Ursachen
Follikelzysten entstehen durch Störungen im Ablauf des Menstruationszyklus. Normalerweise reift jeden Monat ein Follikel heran, platzt zur Mitte des Zyklus (Eisprung) und gibt die Eizelle frei. Bleibt dieser Vorgang aus, kann eine Zyste entstehen. Mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:
- Hormonelle Ungleichgewichte (z. B. verändertes Verhältnis von LH und FSH)
- Stress und äußere Einflussfaktoren
- Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Ovulationsauslöser bei Kinderwunschbehandlung)
- Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
- Schilddrüsenerkrankungen
Symptome
Follikelzysten verlaufen in den meisten Fällen beschwerdefrei und werden zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Wenn Symptome auftreten, können diese umfassen:
- Dumpfes Ziehen oder Druckgefühl im Unterleib
- Schmerzen während des Eisprungs oder der Menstruation
- Unregelmäßiger Zyklus
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
In seltenen Fällen kann eine Follikelzyste platzen oder sich der Eierstock um seine eigene Achse drehen (Ovarial-Torsion). Dies kann starke, plötzliche Schmerzen verursachen und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
Diagnose
Die Diagnose einer Follikelzyste erfolgt in der Regel durch:
- Transvaginaler Ultraschall: Die zuverlässigste und schonendste Methode zur Darstellung von Ovarialzysten. Follikelzysten erscheinen als glatte, dünnwandige, flüssigkeitsgefüllte Strukturen.
- Gynäkologische Untersuchung: Tastbefund beim Beckenuntersuchung.
- Bluttests: Hormonwerte können auf Zyklusstörungen hinweisen; Tumormarker (z. B. CA-125) werden bei Unklarheiten bestimmt, um gefährlichere Erkrankungen auszuschließen.
Behandlung
Da Follikelzysten überwiegend gutartig sind und sich häufig innerhalb von ein bis drei Menstruationszyklen spontan zurückbilden, ist oft keine aktive Therapie erforderlich.
Abwartendes Vorgehen
Bei kleinen, symptomlosen Zysten wird meist ein abwartendes Vorgehen mit regelmäßigen Ultraschallkontrollen empfohlen. In den meisten Fällen verschwinden die Zysten ohne Behandlung.
Medikamentöse Therapie
Zur Behandlung von Beschwerden können Schmerzmittel eingesetzt werden. Hormonelle Verhütungsmittel (Pille) können das Entstehen neuer Zysten verhindern, lösen jedoch bestehende Zysten nicht auf.
Operative Therapie
Ein chirurgischer Eingriff ist selten notwendig und wird in folgenden Fällen in Betracht gezogen:
- Zysten, die sich nicht zurückbilden oder größer werden
- Starke Beschwerden oder Verdacht auf Komplikationen
- Unklare Befunde, bei denen ein bösartiger Tumor ausgeschlossen werden muss
Der Eingriff erfolgt meistens laparoskopisch (Bauchspiegelung), d. h. minimalinvasiv über kleine Schnitte.
Prognose
Die Prognose bei Follikelzysten ist in der Regel sehr gut. Die meisten Zysten verschwinden von selbst und hinterlassen keine dauerhaften Schäden. Eine regelmäßige gynäkologische Vorsorge hilft dabei, Zysten frühzeitig zu erkennen und zu überwachen.
Quellen
- Berek, J. S. (Hrsg.) - Berek & Novak's Gynecology, 16. Auflage, Wolters Kluwer, 2019.
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) - S3-Leitlinie: Diagnostik und Therapie benigner Ovarialzysten, 2020. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
- Bottomley, C. & Bourne, T. - Diagnosis and management of ovarian cyst accidents. Best Practice & Research Clinical Obstetrics & Gynaecology, 23(5), 711-724, 2009.
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