Coping – Strategien zur Stressbewältigung
Coping bezeichnet Strategien und Verhaltensweisen, mit denen Menschen belastende Situationen, Stress oder Krankheiten bewältigen. Es ist ein zentrales Konzept in der Psychologie und Gesundheitsförderung.
Wissenswertes über "Coping"
Coping bezeichnet Strategien und Verhaltensweisen, mit denen Menschen belastende Situationen, Stress oder Krankheiten bewältigen. Es ist ein zentrales Konzept in der Psychologie und Gesundheitsförderung.
Was ist Coping?
Coping (von englisch "to cope" = bewältigen, umgehen mit) beschreibt alle kognitiven, emotionalen und verhaltensbezogenen Bemühungen eines Menschen, um mit belastenden Situationen, Stress, Krankheiten oder Krisen umzugehen. Der Begriff stammt aus der Stressforschung und ist ein Grundkonzept der Gesundheitspsychologie.
Das Coping-Konzept wurde maßgeblich durch den Psychologen Richard Lazarus geprägt, der zusammen mit Susan Folkman das transaktionale Stressmodell entwickelte. Demnach hängt die Bewältigung einer belastenden Situation davon ab, wie eine Person die Situation bewertet und welche Ressourcen sie zur Verfügung hat.
Arten von Coping-Strategien
Problemorientiertes Coping
Beim problemorientierten Coping versucht die betroffene Person, die Ursache des Stresses aktiv zu verändern oder zu beseitigen. Beispiele sind das Einholen von Informationen, das Erstellen eines Aktionsplans oder das direkte Angehen eines Problems. Diese Strategie ist besonders wirksam, wenn die belastende Situation veränderbar ist.
Emotionsorientiertes Coping
Das emotionsorientierte Coping zielt darauf ab, die durch Stress ausgelösten negativen Gefühle zu regulieren, ohne die eigentliche Ursache zu bekämpfen. Typische Ansätze sind das Sprechen über Gefühle, Entspannungsübungen, Ablenkung oder das Suchen sozialer Unterstützung. Diese Strategie ist sinnvoll, wenn eine Situation nicht oder kaum veränderbar ist, etwa bei schwerer Krankheit oder Verlust.
Bewertungsorientiertes Coping
Beim bewertungsorientierten Coping verändert die Person ihre innere Haltung gegenüber der belastenden Situation. Durch Umdeutung (kognitive Umstrukturierung), Akzeptanz oder das Finden eines Sinns in der Krise kann die subjektive Belastung reduziert werden.
Dysfunktionales Coping
Nicht alle Coping-Strategien sind gesundheitsförderlich. Dysfunktionales Coping umfasst Verhaltensweisen wie Vermeidung, Verleugnung, übermäßigen Alkohol- oder Drogenkonsum oder sozialen Rückzug. Diese Strategien lindern kurzfristig den Stress, verschlimmern aber langfristig die Situation und können zu psychischen Erkrankungen führen.
Coping bei Krankheit
Im medizinischen Kontext spielt Coping eine bedeutende Rolle beim Umgang mit chronischen Erkrankungen, Krebsdiagnosen, chronischen Schmerzen oder psychischen Störungen. Patienten mit adaptiven Coping-Strategien zeigen häufig einen besseren Krankheitsverlauf, eine höhere Lebensqualität und eine größere Therapietreue (Adhärenz).
- Akzeptanz der Diagnose und aktive Mitarbeit an der Behandlung
- Inanspruchnahme sozialer und professioneller Unterstützung
- Entwicklung eines positiven Krankheitskonzepts
- Nutzung von Entspannungstechniken und Achtsamkeit
Förderung von Coping-Kompetenzen
Coping-Kompetenzen können gezielt erlernt und trainiert werden. In der Psychotherapie, insbesondere in der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), werden Patienten dabei unterstützt, dysfunktionale Bewältigungsstrategien zu erkennen und durch adaptive Strategien zu ersetzen. Auch Stressmanagement-Programme, Achtsamkeitstraining (z. B. MBSR – Mindfulness-Based Stress Reduction) und Gruppentherapien fördern wirksame Coping-Fähigkeiten.
Einflussfaktoren auf Coping
Die Wahl und Wirksamkeit von Coping-Strategien wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst:
- Persönlichkeitsmerkmale (z. B. Resilienz, Optimismus)
- Soziale Unterstützung (Familie, Freunde, Selbsthilfegruppen)
- Frühere Erfahrungen im Umgang mit Krisen
- Kulturelle und religiöse Überzeugungen
- Verfügbare Ressourcen (finanziell, zeitlich, informational)
Quellen
- Lazarus, R. S. & Folkman, S. (1984). Stress, Appraisal, and Coping. Springer, New York.
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Mental health: strengthening our response. Fact Sheet, 2022. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-strengthening-our-response
- Bengel, J., Strittmatter, R. & Willmann, H. (2001). Was erhält Menschen gesund? Antonovskys Modell der Salutogenese. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln.
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