Intrusion Zahn: Ursachen, Symptome & Behandlung
Intrusion bezeichnet in der Zahnmedizin die Einstauchung eines Zahnes in den Kieferknochen infolge eines Traumas. Sie betrifft häufig Milchzähne bei Kindern.
Wissenswertes über "Intrusion"
Intrusion bezeichnet in der Zahnmedizin die Einstauchung eines Zahnes in den Kieferknochen infolge eines Traumas. Sie betrifft häufig Milchzähne bei Kindern.
Was ist eine Intrusion?
Als Intrusion bezeichnet man in der Zahnmedizin eine spezielle Form der Zahnverletzung, bei der ein Zahn durch eine Gewalteinwirkung tief in den Kieferknochen eingedrückt wird. Der Zahn verschwindet dabei teilweise oder vollständig im Zahnfleisch und im Knochen. Diese Verletzungsform gehört zu den Luxationsverletzungen und ist eine der schwerwiegendsten Formen des Zahntraumas.
Ursachen
Eine Intrusion entsteht durch eine axiale Krafteinwirkung auf die Zahnkrone, also einen Aufprall entlang der Längsachse des Zahnes. Typische Ursachen sind:
- Stürze, insbesondere bei Kleinkindern und Schulkindern
- Sportunfälle (z. B. durch einen Ball oder Zusammenstoß mit Mitspielern)
- Verkehrsunfälle
- Gewaltsame Einwirkungen auf den Kiefer
Milchzähne im Frontzahnbereich sind am häufigsten betroffen, da Kleinkinder im Alter von 1 bis 3 Jahren besonders sturzgefährdet sind.
Symptome
Eine Intrusion ist meist auf den ersten Blick erkennbar. Typische Zeichen sind:
- Der betroffene Zahn wirkt verkürzt oder ist kaum noch sichtbar
- Schmerzen und Drucküberempfindlichkeit im betroffenen Bereich
- Schwellung und Blutung des Zahnfleisches
- Mögliche Bewegungseinschränkung beim Beissen
- Bei Kindern: Beunruhigung und Weinen nach einem Sturz
Diagnose
Die Diagnose einer Intrusion erfolgt durch den Zahnarzt oder Kieferchirurgen. Die Untersuchung umfasst:
- Klinische Inspektion: Beurteilung der Zahnstellung und des Zahnfleisches
- Röntgenaufnahme: Zur genauen Beurteilung der Eindringtiefe und möglicher Knochenverletzungen sowie zur Kontrolle des Wurzelwachstums bei bleibenden Zähnen
- Sensibilitätstest: Prüfung, ob der Zahn noch vital (lebendig) ist
Bei Kindern mit Milchzähnen ist zusätzlich die Lagebeziehung zum darunter liegenden bleibenden Zahn zu beurteilen, um Folgeschäden zu vermeiden.
Behandlung
Die Behandlung der Intrusion richtet sich nach dem Schweregrad der Verletzung, dem Alter des Patienten und dem betroffenen Zahntyp (Milchzahn oder bleibender Zahn).
Intrusion bei Milchzähnen
Bei Milchzähnen wird in vielen Fällen ein abwartendes Vorgehen gewählt. Häufig re-eruptieren (treten wieder heraus) die eingestoSenen Zähne von selbst innerhalb weniger Monate. Wenn eine Gefährdung des bleibenden Zahnes besteht, kann eine Extraktion (Entfernung) des Milchzahnes notwendig sein.
Intrusion bei bleibenden Zähnen
Bei permanenten Zähnen ist eine aktive Behandlung häufig erforderlich:
- Spontane Re-Eruption: Bei leichten Intrusionen, insbesondere bei noch nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum, kann der Zahn unter Beobachtung von selbst wieder nach unten wandern.
- Kieferorthopädische Extrusion: Mithilfe einer Zahnspange oder spezieller kieferorthopädischer Apparaturen wird der Zahn langsam in seine ursprüngliche Position zurückgeführt.
- Chirurgische Reposition: Bei schweren Intrusionen kann eine operative Rückführung des Zahnes notwendig sein.
- Wurzelkanalbehandlung: Da die Blutgefäße und Nerven durch die Verletzung schädigt werden können, ist häufig eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich, um den Zahn zu erhalten.
Komplikationen
Ohne rechtzeitige Behandlung können folgende Komplikationen auftreten:
- Pullanekrose: Absterben des Zahnmarks
- Resorption der Zahnwurzel: Der Knochen baut die Zahnwurzel ab
- Ankylose: Verwachsung des Zahnes mit dem Knochen, was eine spätere kieferorthopädische Behandlung erschwert
- Schädigung der bleibenden Zähne bei Milchzahnintrusionen im Kindesalter
Prognose
Die Prognose hängt stark vom Ausmaß der Verletzung und dem Zeitpunkt der Behandlung ab. Je schneller eine fachgerechte zahnmedizinische Versorgung erfolgt, desto besser sind die Chancen auf den langfristigen Erhalt des Zahnes. Regelmäßige Nachkontrollen beim Zahnarzt sind nach einer Intrusion unbedingt erforderlich.
Quellen
- Flores MT et al. - Guidelines for the management of traumatic dental injuries: 2. Avulsion of permanent teeth. Dental Traumatology, 2007; 23(3): 130-136.
- Andersson L et al. - International Association of Dental Traumatology guidelines for the management of traumatic dental injuries: 1. Fractures and luxations. Dental Traumatology, 2012; 28(1): 2-12.
- Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ) - Leitlinien zum Zahntrauma im Milch- und Wechselgebiss. Stand 2020.
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