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Kältekammer – Therapie, Wirkung und Anwendung

Die Kältekammer ist eine Therapieform, bei der der Körper kurzzeitig extremer Kälte ausgesetzt wird. Sie wird zur Schmerzlinderung, Regeneration und Entzündungshemmung eingesetzt.

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Wissenswertes über "Kältekammer"

Die Kältekammer ist eine Therapieform, bei der der Körper kurzzeitig extremer Kälte ausgesetzt wird. Sie wird zur Schmerzlinderung, Regeneration und Entzündungshemmung eingesetzt.

Was ist eine Kältekammer?

Eine Kältekammer (auch Kryokammer oder Kältekabine genannt) ist eine spezielle Einrichtung, in der Personen für kurze Zeit – in der Regel 1 bis 3 Minuten – Temperaturen zwischen -110 °C und -140 °C ausgesetzt werden. Dieses Verfahren wird als Ganzkörperkryotherapie bezeichnet und findet Anwendung in der Medizin, im Leistungssport sowie in der Wellness- und Regenerationsbranche.

Funktionsweise

In der Kältekammer wird der Körper durch gekühlte Luft oder verdampften Stickstoff schlagartig abgekühlt. Die extreme Kälte regt Schutzmechanismen des Körpers an: Die Blutgefäße ziehen sich zusammen (Vasokonstriktion), und nach dem Verlassen der Kammer weiten sie sich wieder (Vasodilatation). Dieser Effekt fördert die Durchblutung, regt den Stoffwechsel an und setzt entzündungshemmende sowie schmerzlindernde Prozesse in Gang.

Anwendungsgebiete

  • Entzündliche Erkrankungen: Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis
  • Schmerztherapie: Chronische Rückenschmerzen, Fibromyalgie, Muskelschmerzen
  • Sportmedizin: Regeneration nach intensiver körperlicher Belastung, Muskelkater, Sportverletzungen
  • Dermatologie: Schuppenflechte (Psoriasis), atopische Dermatitis
  • Neurologische Erkrankungen: Multiple Sklerose (zur Symptomlinderung)
  • Allgemeines Wohlbefinden: Stressreduktion, Schlafverbesserung, Stimmungsaufhellung

Ablauf einer Kältekammersitzung

Vor dem Betreten der Kältekammer werden Mund, Nase, Ohren und Extremitäten (Hände, Füße) durch Handschuhe, Socken und eine Atemschutzmaske geschützt. Die Sitzung dauert üblicherweise 1 bis 3 Minuten. Während dieser Zeit können leichte Körperbewegungen helfen, die Kältetoleranz zu verbessern. Nach der Anwendung empfehlen sich leichte Bewegungsübungen, um die Durchblutung wieder anzuregen.

Wirkungen und wissenschaftliche Evidenz

Studien belegen, dass die Ganzkörperkryotherapie entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) reduzieren und den Spiegel von Endorphinen erhöhen kann, was zur Schmerzlinderung beiträgt. In der Sportmedizin wurde eine beschleunigte Muskelregeneration nach körperlicher Belastung dokumentiert. Die Evidenzlage ist für manche Anwendungsgebiete noch begrenzt; weitere kontrollierte Studien sind erforderlich.

Kontraindikationen

Nicht jeder Patient ist für die Kältekammertherapie geeignet. Zu den wichtigsten Gegenanzeigen gehören:

  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, instabile Angina pectoris)
  • Unkontrollierter Bluthochdruck
  • Kälteallergie oder Kälteurtikaria
  • Raynaud-Syndrom
  • Schwangerschaft
  • Offene Wunden oder schwere Hautkrankheiten im akuten Schub

Vor der ersten Anwendung sollte immer eine ärztliche Untersuchung und Beratung erfolgen.

Risiken und Nebenwirkungen

Bei sachgemäßer Anwendung gilt die Kältekammertherapie als sicher. Mögliche Nebenwirkungen sind vorübergehende Hautrötungen, leichtes Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl. Schwere Nebenwirkungen wie Erfrierungen sind bei korrekter Durchführung und Schutzausrüstung sehr selten.

Quellen

  1. Bettoni L, Bonomi FG, Zani V et al. - Effects of 15 consecutive cryotherapy sessions on the clinical output of fibromyalgia patients. Clinical Rheumatology, 2013.
  2. Bleakley CM, Bieuzen F, Davison GW, Costello JT - Whole-body cryotherapy: empirical evidence and theoretical perspectives. Open Access Journal of Sports Medicine, 2014.
  3. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) - Leitlinien zur physikalischen Therapie bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, 2022.

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