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Laktatdehydrogenaseerhöhung – Ursachen & Bedeutung

Eine Laktatdehydrogenaseerhöhung bezeichnet erhöhte LDH-Werte im Blut und kann auf Gewebsschäden, Entzündungen oder verschiedene Erkrankungen hinweisen.

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Wissenswertes über "Laktatdehydrogenaseerhöhung"

Eine Laktatdehydrogenaseerhöhung bezeichnet erhöhte LDH-Werte im Blut und kann auf Gewebsschäden, Entzündungen oder verschiedene Erkrankungen hinweisen.

Was ist eine Laktatdehydrogenaseerhöhung?

Die Laktatdehydrogenase (LDH) ist ein Enzym, das in nahezu allen Körperzellen vorkommt und eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel spielt. Es katalysiert die Umwandlung von Laktat zu Pyruvat und umgekehrt. Wenn Zellen geschädigt werden oder absterben, wird LDH in die Blutbahn freigesetzt. Eine Laktatdehydrogenaseerhöhung liegt vor, wenn der LDH-Wert im Blutserum über den Normalbereich ansteigt. Der Referenzbereich liegt bei Erwachsenen üblicherweise zwischen 120 und 240 U/l, kann jedoch je nach Labor leicht variieren.

Ursachen einer LDH-Erhöhung

Da LDH in vielen verschiedenen Geweben vorkommt, kann eine Erhöhung auf eine Vielzahl von Erkrankungen hinweisen. Die häufigsten Ursachen umfassen:

  • Herzerkrankungen: Herzinfarkt und andere Herzmuskelschäden führen zu einem deutlichen Anstieg des LDH-Werts.
  • Lebererkrankungen: Hepatitis, Leberzirrhose oder Leberschäden durch Alkohol oder Medikamente können die LDH erhöhen.
  • Lungenerkrankungen: Eine Lungenembolie oder schwere Pneumonie (Lungenentzündung) sind häufige Auslöser.
  • Hämatologische Erkrankungen: Erkrankungen des Blutes wie hämolytische Anämie, Leukämie oder Lymphome gehen oft mit stark erhöhten LDH-Werten einher.
  • Nierenerkrankungen: Nierenschäden oder Niereninfarzierungen können ebenfalls zu einem LDH-Anstieg führen.
  • Muskelerkrankungen: Myositis (Muskelentzündung), Muskeldystrophie oder intensiver körperlicher Sport erhöhen die LDH vorübergehend.
  • Infektionskrankheiten: Virale Erkrankungen wie Mononukleose oder schwere COVID-19-Verläufe sind bekannte Auslöser.
  • Tumorerkrankungen: Viele bösartige Tumoren, insbesondere Lymphome, Melanome und Keimzelltumoren, führen zu erhöhten LDH-Werten und werden daher im Rahmen der Tumordiagnostik und Verlaufskontrolle gemessen.

Symptome

Eine Laktatdehydrogenaseerhöhung verursacht selbst keine direkten Beschwerden, da es sich um einen Laborwert handelt. Die Symptome, die ein Patient erlebt, hängen von der jeweiligen Grunderkrankung ab und können sehr unterschiedlich sein:

  • Müdigkeit und Schwäche
  • Schmerzen im Brustkorb (bei Herzerkrankungen)
  • Atemnot (bei Lungen- oder Herzerkrankungen)
  • Gelbfärbung der Haut und Augen, sog. Ikterus (bei Lebererkrankungen)
  • Dunkler Urin und blasse Haut (bei hämolytischer Anämie)
  • Geschwollene Lymphknoten (bei Lymphomen)

Diagnose

Der LDH-Wert wird im Rahmen einer einfachen Blutuntersuchung aus dem Serum bestimmt. Um die Ursache der Erhöhung einzugrenzen, werden in der Regel weitere diagnostische Schritte eingeleitet:

  • LDH-Isoenzyme: LDH besteht aus fünf verschiedenen Isoenzymen (LDH-1 bis LDH-5), die in unterschiedlichen Geweben vorkommen. Die Bestimmung des Musters der Isoenzyme kann dabei helfen, das betroffene Organ zu identifizieren (z. B. LDH-1 und LDH-2 bei Herzerkrankungen, LDH-4 und LDH-5 bei Lebererkrankungen).
  • Weitere Laborwerte: Ergänzend werden häufig Troponin (Herzmarker), Transaminasen (Lebermarker), Bilirubin, Blutbild und Nierenretentionswerte bestimmt.
  • Bildgebende Verfahren: Je nach Verdacht können Ultraschall, Röntgen, CT oder MRT eingesetzt werden.

Behandlung

Eine Laktatdehydrogenaseerhöhung ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Hinweiszeichen auf eine zugrunde liegende Erkrankung. Die Behandlung richtet sich daher immer nach der identifizierten Ursache:

  • Bei einem Herzinfarkt sind sofortige herzmedizinische Maßnahmen (z. B. Herzkatheter) erforderlich.
  • Lebererkrankungen werden je nach Ursache mit Medikamenten, Alkoholkarenz oder anderen Maßnahmen behandelt.
  • Bei Infektionskrankheiten kommen antivirale oder antibiotische Therapien zum Einsatz.
  • Tumorerkrankungen erfordern eine onkologische Behandlung wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder chirurgische Eingriffe.
  • Bei Hämolyse (Auflösung roter Blutkörperchen) wird die Ursache gesucht und gezielt behandelt.

Nach erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung normalisiert sich der LDH-Wert in der Regel wieder. Bei einigen Erkrankungen wie Tumoren wird der LDH-Verlauf als Marker für das Therapieansprechen und die Prognose eingesetzt.

Wann zum Arzt?

Ein erhöhter LDH-Wert wird meistens im Rahmen einer Routineuntersuchung oder bei der Abklärung von Beschwerden entdeckt. Patienten sollten immer einen Arzt aufsuchen, wenn sie einen auffälligen Laborbefund erhalten haben. Bestehen zusätzlich Beschwerden wie Brustschmerzen, starke Atemnot oder unklarer Gewichtsverlust, ist eine unverzügliche medizinische Abklärung notwendig.

Quellen

  1. Lentner, C. (Hrsg.): Geigy Scientific Tables, Band 3 - Physical Chemistry, Composition of Blood, Hematology, Somatometric Data. Ciba-Geigy, Basel, 1984.
  2. Drent, M. et al.: Usefulness of lactate dehydrogenase and its isoenzymes as indicators of lung damage or inflammation. European Respiratory Journal, 1996; 9(8): 1736-1742. PubMed PMID: 8875363.
  3. Lactate Dehydrogenase (LDH) - StatPearls. National Center for Biotechnology Information (NCBI), National Library of Medicine. Verfügbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK557536/

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