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Prostatakrebs: Ursachen, Symptome & Behandlung

Prostatakrebs ist eine bösartige Erkrankung der Prostata und der häufigste Krebs beim Mann. Früherkennung und moderne Therapien verbessern die Heilungschancen deutlich.

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Wissenswertes über "Prostatakrebs"

Prostatakrebs ist eine bösartige Erkrankung der Prostata und der häufigste Krebs beim Mann. Früherkennung und moderne Therapien verbessern die Heilungschancen deutlich.

Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs (medizinisch: Prostatakarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung der Prostata, einer kleinen Drüse des männlichen Fortpflanzungssystems. Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase und umgibt die Harnröhre. Sie produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Prostatakrebs ist in Deutschland und weltweit die häufigste Krebserkrankung beim Mann. In den meisten Fällen wächst er langsam und bleibt zunächst auf die Prostata begrenzt, kann jedoch in fortgeschrittenen Stadien in umliegende Gewebe oder andere Organe streuen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache von Prostatakrebs ist noch nicht vollständig geklärt. Mehrere Risikofaktoren erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung:

  • Alter: Das Risiko steigt ab dem 50. Lebensjahr deutlich an. Die meisten Diagnosen werden bei Männern über 65 Jahren gestellt.
  • Erbliche Vorbelastung: Männer mit erkrankten Vätern oder Brüdern haben ein erhöhtes Risiko.
  • Ethnische Zugehörigkeit: Männer afrikanischer Abstammung erkranken häufiger und schwerer.
  • Ernährung: Eine fettreiche, ballaststoffarme Ernährung kann das Risiko erhöhen.
  • Hormonelle Faktoren: Männliche Geschlechtshormone (Androgene), insbesondere Testosteron, fördern das Wachstum von Prostatakrebs.

Symptome

Im Frühstadium verursacht Prostatakrebs häufig keine Beschwerden. Erst wenn der Tumor größer wird, können folgende Symptome auftreten:

  • Häufiger Harndrang, besonders nachts
  • Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Blut im Urin (Hämaturie) oder im Sperma
  • Erektile Dysfunktion (Erektionsstörungen)
  • Schmerzen im Becken, Rücken oder in den Hüften (bei fortgeschrittener Erkrankung)

Diese Symptome können auch bei anderen, gutartigen Prostataerkrankungen auftreten, zum Beispiel bei einer benignen Prostatahyperplasie (BPH). Ein Arztbesuch ist daher unbedingt zu empfehlen.

Diagnose

Zur Früherkennung und Diagnose von Prostatakrebs stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:

PSA-Test

Der PSA-Test (prostataspezifisches Antigen) ist ein Bluttest, der den Wert eines von der Prostata produzierten Proteins misst. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Prostatakrebs hinweisen, muss es aber nicht zwingend bedeuten.

Digitale rektale Untersuchung (DRU)

Bei dieser Untersuchung tastet der Arzt die Prostata durch den Enddarm ab, um Verhärtungen oder Veränderungen zu ertasten.

Biopsie

Die einzige Methode zur sicheren Diagnose ist die Prostatabiopsie: Dabei werden unter Ultraschallkontrolle kleine Gewebeproben aus der Prostata entnommen und im Labor untersucht. Mithilfe des Gleason-Scores wird die Aggressivität des Tumors bewertet.

Bildgebende Verfahren

Zur Beurteilung der Ausdehnung des Tumors werden MRT (Magnetresonanztomographie), CT (Computertomographie) oder eine Knochenszintigraphie eingesetzt.

Behandlung

Die Wahl der Behandlung hängt vom Stadium des Krebses, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Folgende Therapieoptionen stehen zur Verfügung:

Aktive Überwachung

Bei langsam wachsenden, lokal begrenzten Tumoren kann zunächst eine engmaschige Beobachtung ohne sofortige Behandlung erfolgen (Active Surveillance). Regelmäßige PSA-Kontrollen und Biopsien werden durchgeführt.

Operation

Die radikale Prostatektomie ist die operative Entfernung der gesamten Prostata. Sie kann offen chirurgisch oder minimalinvasiv (laparoskopisch oder robotergestützt) durchgeführt werden.

Strahlentherapie

Durch gezielte Bestrahlung wird der Tumor zerstört. Es gibt die externe perkutane Bestrahlung sowie die Brachytherapie, bei der radioaktive Seeds direkt in die Prostata implantiert werden.

Hormontherapie

Da Prostatakrebs durch Testosteron wächst, kann eine Androgendeprivationstherapie (ADT) das Tumorwachstum hemmen. Dies geschieht durch Medikamente oder eine operative Entfernung der Hoden.

Chemotherapie

Bei fortgeschrittenem, kastrationsresistentem Prostatakrebs kommen Chemotherapeutika wie Docetaxel zum Einsatz.

Neuere Therapien

Moderne Behandlungsansätze umfassen Immuntherapien, zielgerichtete Therapien (PARP-Inhibitoren bei bestimmten genetischen Veränderungen) sowie die PSMA-Therapie (Lutetium-177-PSMA), die radioaktive Substanzen gezielt an Krebszellen liefert.

Vorsorge und Früherkennung

Männer ab 45 Jahren (oder ab 40 Jahren bei familiärer Vorbelastung) haben in Deutschland Anspruch auf eine jährliche Früherkennungsuntersuchung beim Urologen. Diese umfasst eine körperliche Untersuchung inklusive digitaler rektaler Untersuchung. Der PSA-Test ist auf Wunsch möglich, wird jedoch nicht routinemäßig von den Krankenkassen erstattet. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Heilungschancen erheblich.

Quellen

  1. Deutsche Krebsgesellschaft e.V. - S3-Leitlinie Prostatakarzinom (2023). Verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de
  2. Robert Koch-Institut (RKI) - Krebs in Deutschland 2023. Verfügbar unter: https://www.rki.de
  3. World Health Organization (WHO) - Cancer Fact Sheet: Prostate Cancer. Verfügbar unter: https://www.who.int

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