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Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS): Symptome, Diagnose und Therapie Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS): Symptome, Diagnose und Therapie 2026-08-19T09:57:40+00:00 2026-08-20T08:09:53+00:00
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Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS): Symptome, Diagnose und Therapie

PCOS kann Zyklus, Hormone, Stoffwechsel und Fruchtbarkeit beeinflussen. Erfahre, welche Symptome typisch sind, wie PCOS diagnostiziert wird und welche Rolle Therapie, Ernährung und Nahrungsergänzung spielen.

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Unregelmäßige Zyklen, Akne, Haarausfall oder Schwierigkeiten mit dem Gewicht können ganz unterschiedliche Ursachen haben – eine davon ist PCOS. Dieser Artikel zeigt, woran man das Syndrom erkennen kann, wie die Diagnose gestellt wird und welche Behandlungs- und Ernährungsansätze heute relevant sind.

1. Kurzüberblick: Was hilft bei PCOS?

  • Was ist PCOS? Das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine hormonelle und metabolische Erkrankung, die häufig mit Zyklusstörungen, erhöhten Androgenwerten und Insulinresistenz einhergeht.
  • Typische Symptome: Unregelmäßige oder ausbleibende Perioden, Akne, vermehrter Haarwuchs, Haarausfall, Gewichtszunahme und Schwierigkeiten beim Abnehmen.
  • Diagnose: Erfolgt anhand definierter Kriterien und umfasst je nach Situation Hormonwerte, Stoffwechselparameter und eine gynäkologische Untersuchung.
  • Therapie: Individuell angepasste Ernährung, Bewegung, Gewichtsmanagement bei Bedarf sowie symptomorientierte medikamentöse Behandlungen.
  • Wann ärztlich abklären? Bei anhaltenden Zyklusstörungen, unerfülltem Kinderwunsch, ausgeprägten Androgen-Symptomen oder auffälligen Stoffwechselwerten.

2. Was ist das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS)?

PCOS ist eine häufige Hormon- und Stoffwechselstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Sie kann den Eisprung, den Menstruationszyklus, die Haut, das Haarwachstum und den Stoffwechsel beeinflussen. Für die Diagnose müssen nach den sogenannten Rotterdam-Kriterien mindestens zwei der folgenden drei Merkmale vorliegen:

  1. Unregelmäßige oder ausbleibende Eisprünge
  2. Erhöhte männliche Hormone (Androgene) oder typische Anzeichen wie Akne, vermehrter Haarwuchs oder Haarausfall
  3. Viele kleine Follikel in den Eierstöcken, die im Ultraschall sichtbar sein können

Warum betrifft PCOS nicht nur die Eierstöcke?

Bei vielen Betroffenen spielt eine Insulinresistenz eine wichtige Rolle. Dabei reagieren die Körperzellen weniger empfindlich auf Insulin. Der Körper produziert daraufhin mehr Insulin, um den Blutzucker trotzdem zu regulieren. Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel kann wiederum die Bildung von Androgenen fördern. Dadurch können typische PCOS-Beschwerden wie Zyklusstörungen, Akne, vermehrter Haarwuchs oder Schwierigkeiten bei der Gewichtsregulation verstärkt werden.

Wer ist besonders häufig betroffen?

Global sind schätzungsweise 8 bis 13 % der Frauen im reproduktionsfähigen Alter betroffen. Eine familiäre Häufung weist auf genetische Dispositionen hin. Zudem führt Übergewicht oder Adipositas häufig zu einer Abweichung der Symptomstärke, wobei auch schlanke Frauen betroffen sein können.

3. Symptome: Woran erkennt man PCOS?

Typische Beschwerden bei PCOS können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Besonders häufig sind:

  • Unregelmäßige oder ausbleibende Periode: Zyklen können deutlich verlängert sein oder ganz ausbleiben.
  • Erhöhte Androgene: Mögliche Folgen sind Akne, vermehrter Haarwuchs an Kinn, Brust oder Bauch, dünner werdendes Kopfhaar.
  • Veränderungen an den Eierstöcken: Im Ultraschall können viele kleine Follikel sichtbar sein.
  • Gewichtsveränderungen: Manche Betroffene nehmen leichter zu oder haben Schwierigkeiten beim Abnehmen.
  • Heißhunger und Blutzuckerschwankungen: Diese können insbesondere bei einer Insulinresistenz auftreten.
  • Müdigkeit und Erschöpfung: Auch Abgeschlagenheit kann begleitend vorkommen.
  • Hautveränderungen: Dunklere, samtige Hautstellen, etwa am Nacken oder unter den Achseln.

Bei starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden, ungewöhnlich starken Blutungen oder deutlichen psychischen Belastungen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

4. Diagnose: Welche Untersuchungen und Blutwerte sind wichtig?

Die Diagnose von PCOS wird nicht anhand eines einzelnen Blutwertes gestellt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Zyklus, Anzeichen erhöhter Androgene, Blutuntersuchungen und gegebenenfalls Ultraschall.

Welche Hormonwerte werden untersucht?

Bei Verdacht auf PCOS können unter anderem folgende Hormone bestimmt werden:

  • Testosteron: Zur Beurteilung erhöhter Androgenspiegel
  • SHBG: Ein Eiweiß, das Sexualhormone im Blut bindet
  • Weitere Androgene: Je nach Situation können beispielsweise DHEA-S oder Androstendion bestimmt werden

Zusätzlich können weitere Hormonwerte untersucht werden, um Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden auszuschließen.

Wie wird der Stoffwechsel untersucht?

Da PCOS mit einem erhöhten Risiko für Störungen des Zuckerstoffwechsels einhergeht, sollte auch der Blutzuckerwert bestimmt werden. Als besonders aussagekräftig gilt der orale Glukosetoleranztest (oGTT). Dabei wird untersucht, wie der Körper nach dem Trinken einer definierten Glukoselösung reagiert. Je nach Situation können alternativ auch der Nüchternblutzucker und der HbA1c-Wert bestimmt werden. Zusätzlich ist eine Kontrolle der Blutfette, beispielsweise von LDL- und HDL-Cholesterin sowie Triglyceriden, sinnvoll.

Ultraschall und weitere Untersuchungen

Ein gynäkologischer Ultraschall kann zeigen, ob viele kleine Follikel in den Eierstöcken vorhanden sind. Ein solcher Befund allein reicht jedoch nicht aus, um PCOS zu diagnostizieren. Außerdem müssen andere mögliche Ursachen der Beschwerden ausgeschlossen werden, beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen, ein erhöhter Prolaktinspiegel oder bestimmte Erkrankungen der Nebennieren.

5. PCOS-Therapie: Welche Behandlungen gibt es?

Lebensstil und Bewegung: Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität gehören zu den wichtigsten Grundlagen. Sie können den Stoffwechsel unterstützen und sind unabhängig vom Körpergewicht sinnvoll.

Medikamentöse Behandlung: Je nach Beschwerden können hormonelle Verhütungsmittel zur Zyklusregulation, Medikamente gegen erhöhte Androgene oder blutzuckersenkende Medikamente eingesetzt werden. Die Auswahl erfolgt individuell ärztlich.

PCOS und Kinderwunsch: Bei ausbleibendem Eisprung können Medikamente zur Förderung der Ovulation eingesetzt werden. Welche Behandlung geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab.

Ernährung und Nahrungsergänzung: Ernährung kann das PCOS-Management unterstützen. Nahrungsergänzungsmittel wie Inositol werden ebenfalls untersucht, sollten aber nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung verstanden werden.

7. Ernährung bei Polyzystischem Ovarsyndrom 

Eine spezielle PCOS-Diät gibt es nicht. Sinnvoll ist eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit möglichst wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln und einer guten Kombination aus komplexen Kohlenhydraten, Eiweiß und hochwertigen Fetten.

Eher geeignete Lebensmittel

  • Vollkornprodukte, Haferflocken, Quinoa und Hülsenfrüchte
  • Gemüse und zuckerarmes Obst
  • Fisch, Eier, Tofu, Hülsenfrüchte und mageres Fleisch
  • Nüsse, Samen, Avocado und Olivenöl
  • Wasser und ungesüßte Getränke

Eher ungünstige Lebensmittel

  • Stark verarbeitete Fertigprodukte
  • Weißmehlprodukte und stark zuckerreiche Lebensmittel
  • Softdrinks und andere zuckerhaltige Getränke
  • Große Mengen stark verarbeiteter Fleischwaren
  • Übermäßiger Alkoholkonsum

Wichtig ist nicht ein einzelnes Lebensmittel, sondern die gesamte Ernährungsweise. Besonders bei Insulinresistenz kann es sinnvoll sein, Mahlzeiten so zusammenzustellen, dass starke Blutzucker- und Insulinspitzen möglichst vermieden werden.

8. Mikronährstoffe und Supplementierung

Nahrungsergänzungsmittel können bei PCOS ergänzend eingesetzt werden, ersetzen jedoch keine ausgewogene Ernährung oder medizinische Behandlung. Ob eine Supplementierung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Beschwerden, Ernährung, Laborwerten und möglichen Nährstoffmängeln ab.

Inositol (Myo-Inositol & D-Chiro-Inositol)

Inositol spielt als Botenstoff unter anderem bei der Insulin-Signalübertragung eine Rolle. Besonders Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol werden bei PCOS häufig untersucht. Studien zeigen mögliche positive Effekte auf einzelne Stoffwechselparameter sowie auf Zyklus und Androgenspiegel. Die Ergebnisse sind jedoch nicht einheitlich, sodass sich bislang keine allgemein gültige Empfehlung zu Dosierung oder Mischungsverhältnis ableiten lässt.

Vitamin D

Vitamin D trägt unter anderem zu einer normalen Funktion des Immunsystems und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Bei Frauen mit PCOS wird ein Vitamin-D-Mangel relativ häufig beobachtet. Bei nachgewiesenem Mangel kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein. Ob Vitamin D darüber hinaus PCOS-spezifische Beschwerden oder Stoffwechselparameter verbessert, wird weiterhin untersucht.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA spielen eine wichtige Rolle in verschiedenen Stoffwechselprozessen. Sie werden auch im Zusammenhang mit PCOS, Blutfettwerten und Entzündungsprozessen untersucht. Omega-3-Fettsäuren können über die Ernährung, beispielsweise durch fettreichen Fisch, aufgenommen werden. Eine Supplementierung sollte individuell beurteilt werden.

Weitere Mikronährstoffe

Auch Magnesium, Zink und andere Mikronährstoffe spielen wichtige Rollen im normalen Stoffwechsel. Bei PCOS wurden insbesondere mögliche Zusammenhänge mit Insulinresistenz und weiteren Stoffwechselparametern untersucht. Für eine gezielte Supplementierung ohne nachgewiesenen Mangel ist die Studienlage bislang jedoch nicht eindeutig. Eine Einnahme sollte daher am individuellen Bedarf ausgerichtet werden.

10. PCOS bei Kinderwunsch und Jugendlichen

Bei PCOS kann ein unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Bei Kinderwunsch sollte deshalb frühzeitig ärztlich abgeklärt werden, ob regelmäßige Eisprünge stattfinden und welche Behandlung individuell sinnvoll ist. Vor einer Schwangerschaft ist außerdem eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Folat relevant. Auch der Zuckerstoffwechsel sollte berücksichtigt werden.

Die Diagnose von PCOS ist im Jugendalter schwieriger, da unregelmäßige Zyklen und Akne auch während der normalen Pubertät auftreten können. Deshalb sollten Beschwerden, Zyklusentwicklung und hormonelle Veränderungen sorgfältig beurteilt werden. Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Symptomen und sollte unnötige Einschränkungen oder Stigmatisierung vermeiden.


Quellen

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