- Health Nerds Podcast - Warum Butter nicht automatisch die bessere Wahl ist
- Omega-6 und Entzündungen: Was die Wissenschaft wirklich zeigt
- Omega-6 zu Omega-3: Warum das Verhältnis nur ein Teil der Geschichte ist
- Butter, Rindertalg oder Olivenöl: Welche Fette in die Küche gehören
- Versteckte Fette in Snacks und Fertiggerichten
Health Nerds Podcast - Warum Butter nicht automatisch die bessere Wahl ist
„Die Evolution hat nicht in Gut und Böse unterschieden.“ Omega-6-Fettsäuren sind an lebenswichtigen Prozessen beteiligt. Trotzdem werden Pflanzenöle in manchen Beiträgen in sozialen Netzwerken als Entzündungstreiber dargestellt. Die Empfehlung lautet dann: Rapsöl raus, lieber Butter oder Rindertalg. Hinter dieser Warnung steckt eine biologische Erklärung, die plausibel klingt, aber einen entscheidenden Schritt überspringt.
Omega-6 und Entzündungen: Was die Wissenschaft wirklich zeigt
In dieser Folge der artgerecht HEALTH NERDS erklären Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum, warum aus einem Stoffwechselweg noch keine Ernährungsempfehlung folgt. Unser Körper kann die essenzielle Omega-6-Fettsäure Linolsäure zu Arachidonsäure umwandeln. Aus dieser entstehen unter anderem Botenstoffe, die Entzündungen fördern können. Arachidonsäure ist jedoch auch Bestandteil unserer Zellmembranen und ein wichtiger Teil der Regulation von Entzündungsprozessen. Nach Omega-3-DHA ist sie sogar die zweithäufigste Fettsäure in unserem Gehirn. Eine höhere Linolsäurezufuhr führt deshalb nicht zwangsläufig zu mehr Entzündungen. Kontrollierte Humanstudien zeigen insgesamt keinen eindeutigen Anstieg der untersuchten Entzündungsmarker.
Omega-6 zu Omega-3: Warum das Verhältnis nur ein Teil der Geschichte ist
Auch das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 erzählt nur einen Teil der Geschichte. Matthias erläutert, warum die Umwandlung pflanzlicher Omega-3-Fettsäuren wie Alpha-Linolensäure zu EPA und DHA begrenzt ist. Beide Fettsäuregruppen konkurrieren um dieselben Enzyme. Ein rechnerisch günstiges Verhältnis garantiert deshalb allein noch keine ausreichende Versorgung mit EPA und DHA, die vor allem in Fisch und Meeresfrüchten stecken. Ebenso wenig lassen sich Raps-, Sonnenblumen- und Sojaöl unter dem Sammelbegriff „Saatenöle“ gleichsetzen: Ihre Fettsäurezusammensetzung unterscheidet sich deutlich.
Butter, Rindertalg oder Olivenöl: Welche Fette in die Küche gehören
Wer Pflanzenöl konsequent durch Butter ersetzt, erhöht vor allem den Anteil gesättigter Fettsäuren. Das kann sich in größerer Menge ungünstig auf Blutfette und Cholesterin auswirken, besonders in Kombination mit kohlenhydratreichen Mahlzeiten. Matthias empfiehlt als Basis natives, polyphenolreiches Olivenöl mit seinen einfach ungesättigten Fettsäuren. Ergänzend können Butter oder Kokosöl verwendet werden, die beim Braten besonders hitzestabil sind. Für die Verwendung in der Küche zählen außerdem Temperatur und Erhitzungsdauer: Felix und Matthias sprechen über Richtwerte beim Braten, die Unterschiede zwischen beschichteten Pfannen und Gusseisen sowie zwischen frischem Öl und lange erhitztem Frittierfett.
Versteckte Fette in Snacks und Fertiggerichten
Der größte Hebel liegt oft nicht in der eigenen Küche. Viele Fette nehmen wir mit Snacks, Frittiertem und Fertiggerichten auf, ohne ihre Menge bewusst wahrzunehmen. Selbst Haferdrinks enthalten häufig zugesetztes Sonnenblumenöl. Wer Pflanzenöl durch Butter ersetzt, verändert die Zusammensetzung seiner Fettzufuhr, verbessert damit aber nicht automatisch seine Ernährung. Entscheidend ist, welche Fettsäuren wir insgesamt aufnehmen, welche Lebensmittel sie liefern und wie wir sie zubereiten.
HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt.
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Unsere health nerds
Bei unseren Episoden immer dabei: Unser health nerd Matthias. Wir möchten Dir ihn kurz vorstellen.
Matthias Baum
Head of Science & Clinical Research. Gesundheitswissenschaftler, Therapeut für klinische Psychoneuroimmunologie, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Trainer, Clinical Research Associate.
„Seit mehr als zwölf Jahren bin ich im medizinischen und therapeutischen Umfeld diverser Bereiche tätig: Von Notfallmedizin über Therapie in Kliniken und Praxen, inklusive Prävention und Gesundheitsförderung, bis hin zu Tätigkeiten als Dozent im Gesundheitswesen. Das gibt mir heute einen breiten Blick auf alle notwendigen Ebenen in der Betreuung, Beratung und Behandlung von Patienten für individuelle Gesundheit, Wohlbefinden und einen artgerechten Lebensstil.“



