Deep Dive Podcast Mönchspfeffer - Was ist bei PMS, Zyklusbeschwerden und Kinderwunsch belegt?
„Bei Mönchspfeffer ist die Evidenz am stärksten beim Thema PMS."
Seit Jahrhunderten wird Vitex agnus castus bei Beschwerden rund um den weiblichen Zyklus eingesetzt. Heute reicht das Versprechen von weniger Brustspannen und Stimmungsschwankungen bis zur Regulierung des Zyklus und besseren Chancen bei Kinderwunsch. Doch die wissenschaftliche Evidenz ist sehr unterschiedlich verteilt.
Wie wirkt Mönchspfeffer auf die Hormone?
In dieser Folge der artgerecht HEALTH NERDS nehmen Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum auf Wunsch der Community Mönchspfeffer unter die Lupe. Die Pflanze enthält selbst weder Östrogen noch Progesteron. Bestimmte Inhaltsstoffe können jedoch Dopamin D2 Rezeptoren beeinflussen und darüber in die Regulation von Prolaktin eingreifen. Genau dieser Mechanismus könnte erklären, warum Mönchspfeffer bei bestimmten zyklusabhängigen Beschwerden wirkt.
Mönchspfeffer bei PMS: Was sagen die Studien?
Am besten untersucht ist Mönchspfeffer beim prämenstruellen Syndrom - PMS. Kontrollierte Studien zeigen Verbesserungen bei Beschwerden wie Brustspannen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen. Entscheidend sind dabei standardisierte Extrakte und Geduld: Eine mögliche Wirkung zeigt sich nicht nach wenigen Tagen, sondern entwickelt sich über mehrere Monate und Zyklen. Bei unregelmäßigen Zyklen und Regelschmerzen gibt es ebenfalls Hinweise, die Datenlage ist jedoch deutlich schwächer.
Mönchspfeffer bei Kinderwunsch: Hilft er wirklich?
Beim Kinderwunsch wird die Grenze besonders deutlich. Für einen allgemeinen Fruchtbarkeitseffekt gibt es keine belastbare Evidenz. Mönchspfeffer kann bei bestimmten hormonellen Konstellationen eine Rolle spielen, ersetzt aber keine Ursachenklärung.
Ursachen von Zyklusstörungen: Wann Mönchspfeffer passt
Hinter Zyklusstörungen können unter anderem Veränderungen von Prolaktin, Progesteron oder Schilddrüsenfunktion, Insulinresistenz, Stress oder eine unzureichende Energieversorgung stecken. Mönchspfeffer kann helfen, wenn er zum Problem passt. Er ist aber kein universeller Hormonregulator für jeden Zyklus.
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Unsere health nerds
Bei unseren Episoden immer dabei: Unser health nerd Matthias. Wir möchten Dir ihn kurz vorstellen.
Matthias Baum
Head of Science & Clinical Research. Gesundheitswissenschaftler, Therapeut für klinische Psychoneuroimmunologie, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Trainer, Clinical Research Associate.
„Seit mehr als zwölf Jahren bin ich im medizinischen und therapeutischen Umfeld diverser Bereiche tätig: Von Notfallmedizin über Therapie in Kliniken und Praxen, inklusive Prävention und Gesundheitsförderung, bis hin zu Tätigkeiten als Dozent im Gesundheitswesen. Das gibt mir heute einen breiten Blick auf alle notwendigen Ebenen in der Betreuung, Beratung und Behandlung von Patienten für individuelle Gesundheit, Wohlbefinden und einen artgerechten Lebensstil.“



