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Diabetes Typ 1, Typ 2 und Typ 3: Unterschiede einfach erklärt

Die verschiedenen Diabetesformen Typ 1, Typ 2 und Typ 3 unterscheiden sich deutlich in Ursache, Verlauf und Behandlung. Erfahre hier, was die einzelnen Formen bedeuten und warum die richtige Diagnose so wichtig ist.

Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen

Diabetes ist nicht gleich Diabetes. Typ-1-Diabetes entsteht in der Regel durch eine Autoimmunreaktion, bei der die insulinproduzierenden Zellen zerstört werden. Typ-2-Diabetes entwickelt sich dagegen häufig durch Insulinresistenz und eine nachlassende Insulinproduktion. Der Begriff „Diabetes Typ 3” bezieht sich in der Regel auf seltene oder sekundäre Diabetesformen, die beispielsweise durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, genetische Ursachen oder bestimmte Medikamente verursacht werden. In diesem Artikel erfährst Du, worin sich die einzelnen Diabetesformen unterscheiden, welche Symptome typisch sind und warum eine genaue Diagnose für die richtige Behandlung so wichtig ist.

Was ist Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht sein kann. Ursache ist entweder ein Mangel an Insulin, eine verminderte Insulinwirkung oder eine Kombination aus beidem. Laut der Weltgesundheitsorganisation kann Diabetes langfristig Herz, Blutgefäße, Augen, Nieren und Nerven schädigen. In Deutschland ist Diabetes weit verbreitet. Laut Robert Koch-Institut hatten im Jahr 2024 10,3 % der Erwachsenen einen ärztlich diagnostizierten Diabetes mellitus, wobei Schwangerschaftsdiabetes nicht mitgerechnet wurde.

Diabetes-Typen im Überblick

Merkmal Diabetes Typ 1 Diabetes Typ 2 Diabetes Typ 3/sonstige Formen
Hauptursache Autoimmunreaktion Insulinresistenz, nachlassende
Insulinproduktion
Unterschiedlich, z.B. Gene oder
Medikamente 
Typischer Beginn Häufig Kindheit, Jugend,
junge Erwachsene
Häufig Erwachsenenalter,
zunehmend früher
In jedem Alter möglich
Insulinproduktion Stark vermindert bis fehlend Anfangs oft vorhanden,
später abnehmend
Je nach Ursache unterschiedlich
Verlauf Meist schneller Beginn Oft schleichender Beginn Sehr unterschiedlich
Therapie Insulin lebensnotwendig Lebensstil, Medikamente,
ggf. Insulin
Abhängig von Ursache und
Stoffwechsellage
Einordnung
Anerkannte Hauptform Anerkannte Hauptform Kein einheitlicher offizieller Typ,
Sammelbegriff

Diabetes Typ 1: Wenn das Immunsystem die Betazellen angreift

Bei Diabetes Typ 1 richtet sich das Immunsystem gegen die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Dadurch produziert der Körper immer weniger Insulin, bis ein absoluter Insulinmangel entsteht. Ohne Insulin kann Zucker nicht ausreichend aus dem Blut in die Zellen gelangen. Der Blutzucker steigt. Typ-1-Diabetes tritt häufig im Kindes- oder Jugendalter auf, kann aber auch Erwachsene betreffen. Die Erkrankung entsteht nicht durch zu viel Zuckeressen und lässt sich nicht einfach durch Lebensstilmaßnahmen verhindern. Menschen mit Typ-1-Diabetes benötigen in der Regel dauerhaft Insulin.

Typische Symptome bei Diabetes Typ 1

Typ-1-Diabetes entwickelt sich oft relativ schnell. Mögliche Anzeichen sind:

  • Starker Durst
  • Häufiges Wasserlassen
  • Müdigkeit
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Verschwommenes Sehen
  • Übelkeit oder Bauchschmerzen bei starker Stoffwechselentgleisung

Ein unbehandelter Typ-1-Diabetes kann zu einer diabetischen Ketoazidose führen. Das ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden.

Diabetes Typ 2: Wenn Insulin schlechter wirkt

Diabetes Typ 2 ist die häufigste Diabetesform. Dabei reagieren Körperzellen weniger empfindlich auf Insulin. Man spricht von Insulinresistenz. Die Bauchspeicheldrüse versucht zunächst, mehr Insulin zu produzieren. Mit der Zeit kann diese Produktion jedoch nachlassen, sodass der Blutzucker dauerhaft erhöht bleibt. Typ-2-Diabetes entsteht meist durch mehrere Faktoren gleichzeitig. Dazu zählen genetische Veranlagung, Alter, Übergewicht, Bewegungsmangel, Ernährung, Bauchfett, Bluthochdruck und erhöhte Blutfette.

Typische Symptome bei Diabetes Typ 2

Typ-2-Diabetes beginnt oft schleichend. Viele Menschen bemerken lange nichts. Mögliche Beschwerden sind:

  • Müdigkeit und Konzentrationsprobleme
  • Vermehrter Durst
  • Häufiges Wasserlassen
  • Schlechte Wundheilung
  • Infektanfälligkeit
  • Juckreiz oder trockene Haut
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Füßen oder Händen

Gibt es Diabetes Typ 3 wirklich?

Der Begriff Diabetes Typ 3 wird häufig verwendet, ist aber medizinisch missverständlich. Früher wurden darunter verschiedene Diabetesformen zusammengefasst, die weder eindeutig Typ 1 noch Typ 2 waren. Heute spricht man eher von sonstigen spezifischen Diabetesformen oder sekundären Diabetesformen.

Auch die aktuellen Standards der American Diabetes Association unterscheiden Diabetes in Typ-1-Diabetes, Typ-2-Diabetes, Schwangerschaftsdiabetes und andere spezifische Diabetesformen. Dazu zählen unter anderem monogene Diabetesformen, Erkrankungen der exokrinen Bauchspeicheldrüse und medikamentenbedingter Diabetes.

Welche Formen können mit Diabetes Typ 3 gemeint sein?

  1. Diabetes Typ 3c: Entsteht direkt durch Schäden am Organ (z. B. durch Entzündungen oder Operationen). Hier fehlen oft auch wichtige Verdauungssäfte. 
  2. MODY (Maturity-Onset Diabetes of the Young): Ein reiner Gendefekt. Er wird vererbt und betrifft meist junge Menschen unter 25 Jahren. 
  3. Medikamentenbedingt: Typischerweise ausgelöst durch hochdosiertes Kortison (Glukokortikoide).
  4. Hormonelle Erkrankungen: Krankheiten wie das Cushing-Syndrom produzieren zu viele Stresshormone, die als Gegenspieler zum Insulin den Blutzucker in die Höhe treiben. 

Exkurs: Alzheimer und Diabetes Typ 3

Im Internet wird Alzheimer manchmal als Diabetes Typ 3 bezeichnet. Hintergrund ist die Forschung zu Insulinresistenz und gestörtem Glukosestoffwechsel im Gehirn. Trotzdem ist Alzheimer keine offiziell anerkannte Diabetesform. Der Begriff wird eher als Forschungsmodell verwendet und sollte nicht mit einer medizinischen Diagnose verwechselt werden. Wenn Gedächtnisprobleme, Orientierungsschwierigkeiten oder andere kognitive Veränderungen auftreten, sollte das neurologisch abgeklärt werden.

Fazit: Warum die richtige Diabetesform entscheidend ist

Diabetes ist keine einheitliche Erkrankung. Während Typ-1-Diabetes meist durch eine Autoimmunreaktion entsteht und dauerhaft Insulin erfordert, entwickelt sich Typ-2-Diabetes häufig durch Insulinresistenz und eine nachlassende Insulinproduktion. Der Begriff „Diabetes Typ 3“ ist medizinisch nicht eindeutig und wird heute eher für seltene oder sekundäre Diabetesformen verwendet.


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