- Health Nerds Podcast – Eine häufig unterschätzte Unverträglichkeit
- Symptome und Auswirkungen einer Histaminintoleranz
- Warum tritt Histaminintoleranz häufiger bei Frauen auf?
- Ursachen und Mechanismus der Histaminintoleranz
- Kann eine Histaminintoleranz getestet werden?
- Was können Betroffene tun?
- Fazit und Ausblick
Health Nerds Podcast – Eine häufig unterschätzte Unverträglichkeit
Die Unverträglichkeit auf das Gewebshormon Histamin ist längst nicht so populär wie Laktose- oder Fruktoseintoleranz, betrifft aber dennoch viele Menschen. Allein in Deutschland leiden etwa 2 Millionen Menschen an einer Histaminunverträglichkeit. Histamin spielt eine zentrale Rolle in vielen biologischen Prozessen, insbesondere bei Entzündungsreaktionen, und ist damit ein wichtiger Mediator im Körper.
Symptome und Auswirkungen einer Histaminintoleranz
Wer unter einer Histaminintoleranz leidet, kann mit einer Vielzahl von Symptomen konfrontiert werden. Diese reichen von Bauchkrämpfen, Durchfall, Übelkeit bis hin zu Hautrötungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrasen und in manchen Fällen sogar Atemnot und Kreislaufproblemen.
Die Symptome treten meist nach dem Verzehr histaminhaltiger Nahrungsmittel auf. Dies ist für viele Betroffene eine belastende Erfahrung, da der Zusammenhang zwischen den Beschwerden und der Ernährung oft erst spät erkannt wird.
Warum tritt Histaminintoleranz häufiger bei Frauen auf?
Eine der häufigsten Fragen, die im Zusammenhang mit Histaminintoleranz aufkommen, ist, warum diese Unverträglichkeit vor allem bei Frauen auftritt. Tatsächlich sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Ein Grund könnte in den hormonellen Schwankungen liegen, die im Menstruationszyklus auftreten.
Studien legen nahe, dass Östrogen den Abbau von Histamin hemmen kann, was die Symptome einer Histaminintoleranz verstärken kann. Daher können insbesondere in den phasenweise höheren Östrogenspiegeln, wie in der zweiten Zyklushälfte, die Symptome intensiver auftreten.
Ursachen und Mechanismus der Histaminintoleranz
„Bei einer Histaminintoleranz ist das Verhältnis zwischen dem Abbau von Histamin, seiner Produktion im Körper und der Zufuhr durch Nahrung nicht im Gleichgewicht“, erklärt Matthias Baum aus dem HEALTH NERDS Wissenschaftsteam. Normalerweise wird Histamin im Körper durch bestimmte Enzyme wie Diaminoxidase (DAO) und Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) abgebaut.
Wenn jedoch diese Enzyme nicht in ausreichender Menge produziert werden oder durch andere Faktoren, wie Medikamente oder genetische Veranlagungen, in ihrer Funktion beeinträchtigt sind, kommt es zu einer Ansammlung von Histamin im Körper. Diese überschüssige Menge kann die Symptome der Histaminintoleranz verursachen.
Kann eine Histaminintoleranz getestet werden?
Ja, eine Histaminintoleranz kann getestet werden. Es gibt verschiedene Ansätze, um diese Unverträglichkeit zu diagnostizieren:
- DAO-Test: Ein Bluttest, der die Aktivität des Enzyms Diaminoxidase misst. Niedrige Werte deuten auf eine Histaminintoleranz hin.
- Eliminationsdiät: Dabei werden histaminreiche Lebensmittel aus der Ernährung entfernt und nach einiger Zeit schrittweise wieder eingeführt, um Reaktionen zu beobachten.
- Symptomtagebuch: Viele Experten empfehlen, ein Ernährungstagebuch zu führen, um mögliche Zusammenhänge zwischen Nahrungsmitteln und Symptomen zu erkennen.
Allerdings ist die Diagnose oft schwierig, da die Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können.
Was können Betroffene tun?
Für Menschen mit Histaminintoleranz gibt es mehrere Maßnahmen, die helfen können, die Symptome zu lindern:
- Histaminarme Ernährung: Der wichtigste Schritt bei der Behandlung einer Histaminintoleranz ist die Vermeidung histaminreicher Lebensmittel wie gereifte Käsesorten, Wurstwaren, alkoholische Getränke, fermentierte Nahrungsmittel und einige Obst- und Gemüsesorten.
- Verwendung von DAO-Präparaten: In einigen Fällen können DAO-Präparate helfen, die Menge an Histamin im Körper zu reduzieren. Diese sollten jedoch nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Therapeuten eingenommen werden.
- Medikamentöse Behandlung: Antihistaminika können helfen, die Symptome zu lindern, insbesondere bei akuten Beschwerden.
Fazit und Ausblick
Histaminintoleranz ist eine ernstzunehmende Unverträglichkeit, die oft unerkannt bleibt, da die Symptome vielfältig und unspezifisch sind. Sie hat jedoch einen großen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen. Eine bewusste Ernährung, ärztliche Unterstützung und gegebenenfalls die Einnahme von Enzympräparaten können dabei helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Für alle, die sich weiter mit dem Thema befassen möchten, steht eine Vielzahl von diagnostischen Tests und therapeutischen Maßnahmen zur Verfügung, um eine Histaminintoleranz zu diagnostizieren und gezielt zu behandeln.
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Bei unseren Episoden immer dabei: Unser health nerd Matthias. Wir möchten Dir ihn kurz vorstellen.
Matthias Baum
Head of Science & Clinical Research. Gesundheitswissenschaftler, Therapeut für klinische Psychoneuroimmunologie, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Trainer, Clinical Research Associate.
„Seit mehr als zwölf Jahren bin ich im medizinischen und therapeutischen Umfeld diverser Bereiche tätig: Von Notfallmedizin über Therapie in Kliniken und Praxen, inklusive Prävention und Gesundheitsförderung, bis hin zu Tätigkeiten als Dozent im Gesundheitswesen. Das gibt mir heute einen breiten Blick auf alle notwendigen Ebenen in der Betreuung, Beratung und Behandlung von Patienten für individuelle Gesundheit, Wohlbefinden und einen artgerechten Lebensstil.“



