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Influenza (Grippe) verstehen: Symptome, Grippewelle & Grippeimpfung erklärt

Influenza ist mehr als eine Erkältung: Sie startet oft plötzlich mit Fieber, Schmerzen oder starker Erschöpfung. Warum sie jedes Jahr wiederkommt und wer von der Impfung profitiert, erfährst Du hier.

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Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu einer saisonalen Grippewelle, bei der sich Millionen Menschen mit Influenza infizieren. Anders als ein grippaler Infekt handelt es sich dabei um eine ernstzunehmende Virusinfektion, die mit ausgeprägten Allgemeinsymptomen und relevanten Komplikationen einhergehen kann. Besonders ältere Menschen, Schwangere und Personen mit chronischen Erkrankungen tragen ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe [1,2]. 

Influenza betrifft nicht nur den Einzelnen, sondern stellt auch eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem dar. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, wie die Erkrankung entsteht, warum sie jedes Jahr wiederkehrt und welche präventiven Maßnahmen sinnvoll sind.

Was ist Influenza? Definition und Bedeutung

Influenza ist eine akute Infektionskrankheit der Atemwege, die durch Influenzaviren verursacht wird. Sie tritt saisonal gehäuft auf und kann sich in Form regionaler oder landesweiter Grippewellen ausbreiten [1]. Charakteristisch sind ein plötzlicher Krankheitsbeginn und eine deutliche Beeinträchtigung des Allgemeinzustands. 

Im Gegensatz zur Erkältung, die meist auf die oberen Atemwege begrenzt bleibt, führt die Influenza häufig zu einer systemischen Erkrankung des gesamten Körpers. Dies erklärt die ausgeprägte Symptomatik und das erhöhte Risiko für Komplikationen [1,3]. 

Was passiert im Körper bei einer Grippe?

Nach der Ansteckung gelangen Influenzaviren über die Schleimhäute der oberen Atemwege in den Körper. Dort infizieren sie die Epithelzellen von Nase, Rachen und Bronchien und beginnen mit ihrer raschen Vermehrung. Die infizierten Zellen werden dabei geschädigt oder zerstört, was die Schutzfunktion der Schleimhäute deutlich beeinträchtigt [3].

Parallel reagiert das Immunsystem mit einer intensiven Abwehrreaktion: Es kommt zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren wie Zytokinen, zur Aktivierung sowohl des angeborenen als auch des adaptiven Immunsystems sowie zu einem Anstieg der Körpertemperatur, der die Virusvermehrung hemmen soll. Diese Immunreaktionen erklären typische Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie die ausgeprägte Erschöpfung. Auch nach Eliminierung der Viren benötigt der Körper häufig noch eine längere Erholungsphase, da die Entzündungsreaktionen langsam abklingen [3]. 

Typische Symptome bei Influenza

Influenza beginnt in der Regel abrupt und mit einem starkem Krankheitsgefühl. Viele Betroffene können den genauen Zeitpunkt des Krankheitsbeginns benennen, was für die echte Grippe typisch ist. Häufige Symptome sind:

  • Hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • Starke Kopf- und Gliederschmerzen
  • Trockener, oft schmerzhafter Husten 
  • Halsschmerzen
  • Ausgeprägte Müdigkeit und Abgeschlagenheit 

Im weiteren Verlauf kann die körperliche Leistungsfähigkeit noch über Tage oder Wochen eingeschränkt bleiben. Gerade diese anhaltende Schwäche wird häufig unterschätzt, ist jedoch ein charakteristisches Merkmal der Influenza [1,3]. 

Influenza vs. grippaler Effekt: Was sind die Unterschiede?

Da Influenza und grippale Infekte im Alltag häufig verwechselt werden, stellt die folgende Tabelle die wichtigsten Unterschiede übersichtlich gegenüber:

Merkmal 


Influenza (echte Grippe) 


Grippaler Infekt (Erkältung) 


Erreger 


Influenzaviren (Typ A und B) 


Verschiedene Viren, z.B. Rhino- oder Coronaviren 


Krankheitsbeginn 


Plötzlich, oft innerhalb weniger Stunden 


Langsam, schleichend 


Fieber 


Häufig hoch (über 38,5°C) 


Selten oder nur leicht erhöht 


Kopf- und Gliederschmerzen 


Stark ausgeprägt 


Mild bis mäßig 


Allgemeines Krankheitsgefühl 


Starkes Krankheitsgefühl, ausgeprägte Erschöpfung 


Meist leicht bis moderat 


Husten 


Trockener, oft schmerzhafter Reizhusten 


Produktiver oder leichter Husten 


Dauer der Erkrankung 


7-14 Tage, Erschöpfung oft länger 


3-7 Tage 


Komplikationsrisiko 


Erhöht, v.a. bei Risikogruppen 


Gering 


Schutz durch Impfung 


Ja, jährliche Grippeimpfung möglich 


Nein 


Auch wenn die Tabelle typische Unterschiede darstellt, können Symptome individuell variieren und sich überschneiden. 

Risiken und mögliche Komplikationen bei Influenza

Influenza kann insbesondere bei Risikogruppen zu schweren Komplikationen führen. Während ausgeprägter Grippewellen steigen Hospitalisierungsraten und influenzaassoziierte Todesfälle deutlich an. Zu den wichtigsten Komplikationen zählen: 

  • Lungenentzündung
  • Verschlechterung chronischer Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen 
  • Kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Selten neurologische Komplikationen wie Enzephalitis (Entzündung des Gehirns)

Ein Großteil schwerer Verläufe betrifft Menschen über 60 Jahre oder Personen mit relevanten Vorerkrankungen [2,3]. 

Verschiedene Varianten von Grippeviren

Für den Menschen sind vor allem Influenza-A- und Influenza-B-Viren von Bedeutung. Influenza-A-Viren zeichnen sich durch eine besonders hohe genetische Variabilität aus und sind hauptverantwortlich für schwere Grippewellen. Influenza-B-Viren verändern sich langsamer, können aber ebenfalls schwere Erkrankungen verursachen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Die Vielfalt der Virusvarianten ist ein zentraler Grund für die wiederkehrende saisonale Influenza [4].

Influenza A H3N2: Warum dieser Subtyp besonders relevant ist

Der Subtyp H3N2 gehört zu den Influenza-A-Viren und ist für viele schwere Grippewellen verantwortlich. Er weist eine hohe Mutationsrate auf und kann sich schnell der bestehenden Immunität in der Bevölkerung entziehen. Besonders bei älteren Menschen wird H3N2 mit schwereren Krankheitsverläufen und einer höheren Komplikationsrate in Verbindung gebracht. Zudem erschwert seine schnelle Veränderung die exakte Anpassung der Impfstoffe [4,5]. 

Warum kommt die Grippe jedes Jahr wieder?

Influenzaviren verändern kontinuierlich ihre Oberflächenstrukturen, ein Prozess, der als Antigendrift bezeichnet wird. Dadurch erkennt das Immunsystem frühere Virusvarianten nicht mehr zuverlässig [3,4]. Selbst nach einer durchgemachten Influenza oder Impfung kann der Schutz im Folgejahr unzureichend sein. Aus diesem Grund wird der saisonale Grippeimpfstoff jedes Jahr neu angepasst, basierend auf internationalen Überwachungsdaten und Empfehlungen [2,5]. 

Grippeimpfung: Wie sie wirkt und warum sie jährlich nötig ist

Die Grippeimpfung enthält inaktivierte Virusbestandteile oder isolierte Virusantigene und kann daher keine Influenza auslösen. Stattdessen regt sie gezielt das Immunsystem zur Bildung schützender Antikörper an. Auch wenn die Wirksamkeit der Impfung je nach Saison variieren kann, zeigt sich konsistent, dass sie schwere Krankheitsverläufe reduziert, das Risiko für Komplikationen senkt und die Zahl der Krankenhausaufenthalte während einer Grippewelle verringert. Selbst bei einer unvollständigen Übereinstimmung zwischen dem Impfstoff und den tatsächlich zirkulierenden Influenzaviren verläuft eine Erkrankung bei geimpften Personen häufig milder [2,5]. 

Für wen ist die Grippeimpfung sinnvoll?

Die STIKO empfiehlt die jährliche Influenza-Impfung insbesondere für Personen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe sowie für Menschen, die durch ihre Tätigkeit andere schützen sollen. Dazu zählen unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Personen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere, medizinisches Personal sowie Menschen mit intensiven oder regelmäßigen Kunden- und Personenkontakten. Darüber hinaus kann die Impfung auch für gesunde Erwachsene sinnvoll sein, um die Ausbreitung der Influenza in der Bevölkerung zu reduzieren und Grippewellen abzuflachen [2]. 

Nebenwirkungen und Sicherheit der Grippeimpfung

Die Influenza-Impfung gilt als sicher und gut verträglich. Häufige Nebenwirkungen sind lokal begrenzt oder mild systemisch, etwa Schmerzen an der Einstichstelle oder kurzfristige Müdigkeit [2,5]. Diese Reaktionen sind Ausdruck der gewünschten Immunantwort. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten und werden fortlaufend überwacht. 

Fazit: Influenza ernst nehmen und gezielt vorbeugen

Influenza ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die weit über eine einfache Erkältung hinausgeht. Die jährliche Grippewelle zeigt eindrücklich, wie relevant Prävention und Aufklärung sind. Eine rechtzeitige Grippeimpfung, ausreichende Schonung im Krankheitsfall und ein informierter Umgang mit Risiken können schwere Verläufe verhindern. Wer die Mechanismen der Influenza versteht, kann fundierte Entscheidungen für die eigene Gesundheit treffen und gleichzeitig andere schützen. 


Quellen: 

1. Robert Koch-Institut. (2024). Influenza (Grippe): RKI-Ratgeber. https://doi.org/10.25646/12142 

2. Ständige Impfkommission. (2024). Empfehlungen zur Influenza-ImpfungEpidemiologisches Bulletin. https://doi.org/10.25646/11867 

3. Herold, G. (2023). Innere Medizin. Köln: Gerd Herold Verlag. 

4. Hahn, H., Kaufmann, S. H. E., & Schulz, T. F. (2022). Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie (9. Aufl.). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-63399-8 

5. Krammer, F., et al. (2021). Influenza. Nature Reviews Disease Primers, 7(1). https://doi.org/10.1038/s41572-021-00240-6 


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