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Pflegezulagen 2026: Mehr Geld für Pflegekräfte durch TVöD-Tarifabschluss

Pflegezulagen sind 2026 eines der wichtigsten Vergütungsthemen im Gesundheitswesen. Für Pflegekräfte im TVöD steigen ab Mai nicht nur Tabellenentgelte, sondern auch andere Zulagen, die im Alltag einen Unterschied machen.

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Wer in der Pflege arbeitet, erlebt seit Jahren denselben Widerspruch: Einerseits wächst die gesellschaftliche Bedeutung des Berufs, andererseits bleiben Arbeitsdruck, Schichtbelastung und Personalengpässe hoch. Genau deshalb wird aktuell so intensiv über Pflegezulagen gesprochen, denn sie haben unmittelbaren Einfluss auf das reale Monatseinkommen vieler Pflegekräfte.

Die gute Nachricht ist: Ab dem 1. Mai 2026 steigt die allgemeine Pflegezulage erneut. Ebenso wichtig ist jedoch die Einordnung, dass die größten Sprünge bei Schicht- und Wechselschicht bereits zum 1. Juli 2025 erfolgt sind. 

Was sind Pflegezulagen überhaupt?

Pflegezulagen sind zusätzliche finanzielle Leistungen, die Pflegekräfte neben ihrem Grundgehalt erhalten. Sie sollen besondere Belastungen, Arbeitszeiten oder Qualifikationen ausgleichen und den Pflegeberuf attraktiver gestalten. Typischerweise umfassen Pflegezulagen:

  • Schichtzulagen für Nacht-, Wochenend- oder Feiertagsarbeit
  • Erschwerniszulagen für besonders belastende Tätigkeiten
  • Fach- oder Funktionszulagen für spezialisierte Pflegekräfte

Wenn Medien über Pflegezulagen schreiben, werden oft mehrere Bestandteile durcheinandergeworfen. Für eine präzise Einordnung muss man zwischen der allgemeinen Pflegezulage, der Zulage für ständige Schichtarbeit und der Zulage für ständige Wechselschichtarbeit unterscheiden. 

Pflegezulage ab Mai 2026: Die aktuellen Beträge im Überblick

Die Datenlage ist inzwischen klar, wenn man die offiziellen und tarifnahen Quellen zusammennimmt. Die allgemeine Pflegezulage steigt ab 1. Mai 2026 auf 141,82 Euro im Monat. Zuvor lag sie ab 1. April 2025 bei 137,96 Euro, davor bei 133,80 Euro. 

Zusätzlich wichtig: Die Schichtzulage und die Wechselschichtzulage wurden nicht erst im Mai 2026 erhöht, sondern bereits zum 1. Juli 2025. Wer also nur auf Mai 2026 schaut, übersieht einen wesentlichen Teil der tatsächlichen Zulagenentwicklung. 

Zulage / VergütungsbestandteilBis 31.03.2025Ab 01.04.2025Ab 01.07.2025Ab 01.05.2026
Allgemeine Pflegezulage (P 5 bis P 16)133,80 €137,96 €137,96 €141,82 €
Zulage für ständige Schichtarbeit40,00 €40,00 €100,00 €100,00 €
Zulage für ständige Wechselschichtarbeit155,00 €155,00 €250,00 €250,00 €
Tabellenentgelt TVöD-PStand bis 31.03.2025+3,0 %, mind. 110 €unverändert+2,8 %

Das eigentliche Plus für Pflegekräfte entsteht 2026 nicht nur durch die Pflegezulage, sondern durch das Zusammenspiel aus bereits erhöhten Schichtzulagen und dem zusätzlichen Tabellenplus von 2,8 Prozent ab Mai 2026.

Welche Pflegekräfte von den neuen Zulagen profitieren

Nicht jede Pflegekraft in Deutschland fällt automatisch unter diese Regelungen. Die aktuellen Erhöhungen betreffen vor allem Beschäftigte im TVöD-Pflegebereich sowie Einrichtungen, die sich tariflich daran orientieren. Dazu zählen insbesondere kommunale Krankenhäuser und bestimmte Pflege- und Betreuungseinrichtungen mit TVöD-Bezug oder tariforientierter Entlohnung. 

Gerade bei privaten Trägern gilt deshalb: Die Zahlen aus TVöD-Artikeln lassen sich nicht eins zu eins auf jede Einrichtung übertragen. Allerdings haben große Tarifabschlüsse in der Pflege oft Signalwirkung für den gesamten Markt. Auch Häuser außerhalb des TVöD geraten dadurch unter Druck, ihre Vergütungssysteme anzupassen, um Personal zu halten oder neue Fachkräfte zu gewinnen. Besonders relevant sind die Änderungen für folgende Gruppen:

  • Pflegefachkräfte in kommunalen Krankenhäusern
  • Beschäftigte in Entgeltgruppen P 5 bis P 16
  • Pflegekräfte mit ständiger Schichtarbeit
  • Pflegekräfte mit ständiger Wechselschichtarbeit
  • Einrichtungen, die sich an TVöD-Tarifen orientieren

Warum mehr Zulage medizinisch und gesundheitspolitisch relevant ist

Pflegezulagen sind nicht nur ein Lohn-Thema. Sie berühren auch die Versorgungsqualität, die Personalsicherung und die Gesundheit von Pflegekräften. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen, dass hohe Arbeitsbelastung, Stress und ungünstige Arbeitsbedingungen eng mit Berufszufriedenheit und der Entscheidung verbunden sind, im Beruf zu bleiben oder ihn zu verlassen [1,2].

Eine deutsche Studie zeigt zudem, dass faire Bezahlung zwar wichtig ist, Pflegekräfte aber ebenso Wert auf Teamklima, verlässliche Arbeitsbedingungen und ausreichend Zeit für Patientinnen und Patienten legen. Höhere Pflegezulagen sind deshalb sinnvoll, lösen die strukturellen Probleme der Pflege aber nicht allein [3].

Das heißt: Höhere Pflegezulagen sind sinnvoll, aber sie lösen die strukturellen Probleme der Pflege nicht allein. Sie sind eher ein notwendiger Baustein in einem größeren Gesamtpaket aus Personalbemessung, Entlastung, Gesundheitsförderung und attraktiven Karrierewegen.

Fazit: Pflegezulagen 2026 im Überblick

Die Pflegezulagen werden 2026 moderat erhöht. So liegt die allgemeine Pflegezulage ab dem 1. Mai bei 141,82 Euro. Die deutlich größeren Anpassungen bei den Schicht- und Wechselschichtzulagen wurden hingegen bereits 2025 umgesetzt. Zusätzlich profitieren Pflegekräfte von einer Erhöhung der Tabellenentgelte um 2,8 Prozent. Unterm Strich bedeutet das ein spürbares Plus im Gehalt, insbesondere durch das Zusammenspiel mehrerer Vergütungsbestandteile. Gleichzeitig bleibt klar: Höhere Zulagen sind ein wichtiger Schritt, ersetzen aber keine strukturellen Verbesserungen im Pflegealltag.


Quellen

1) De Vries, N., Boone, A., Godderis, L., Bouman, J., Szemik, S., Matranga, D. & De Winter, P. (2023). The Race to Retain Healthcare Workers: A Systematic Review on Factors that Impact Retention of Nurses and Physicians in Hospitals. INQUIRY The Journal Of Health Care Organization Provision And Financing60, 469580231159318. https://doi.org/10.1177/00469580231159318

2) Pressley, C. & Garside, J. (2023). Safeguarding the retention of nurses: A systematic review on determinants of nurse’s intentions to stay. Nursing Open10(5), 2842–2858. https://doi.org/10.1002/nop2.1588

3) Roth, C., Wensing, M., Breckner, A., Mahler, C., Krug, K. & Berger, S. (2022). Keeping nurses in nursing: a qualitative study of German nurses’ perceptions of push and pull factors to leave or stay in the profession. BMC Nursing21(1), 48. https://doi.org/10.1186/s12912-022-00822-4

4) Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. (2025). BT-B – Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), Lesefassung Stand 01.07.2025. VKA. https://www.vka.de/assets/media/docs

5) bpa Arbeitgeberverband e. V. (2025, 2. Mai). Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst (TVöD): Auswirkungen für die Pflegehttps://www.bpa-arbeitgeberverband.de/uploads/media


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