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Wiesngrippe 2026: Warum Atemwegsinfekte nach dem Oktoberfest keine Überraschung sind Wiesngrippe 2026: Warum Atemwegsinfekte nach dem Oktoberfest keine Überraschung sind 2026-09-25T13:07:23+00:00 2026-09-25T13:10:47+00:00
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Wiesngrippe 2026: Warum Atemwegsinfekte nach dem Oktoberfest keine Überraschung sind

Volle Festzelte, gemeinsames Singen, viele neue Kontakte und lange Abende: Das Oktoberfest ist ein Fest der Begegnung – und damit auch ein Ort, an dem sich Atemwegsviren besonders leicht verbreiten können. Die sogenannte „Wiesngrippe“ ist zwar keine medizinische Diagnose, das Phänomen dahinter ist jedoch real. Warum Erkältungen nach der Wiesn so häufig auftreten, welche Viren aktuell eine Rolle spielen und was Besucher tun können, um möglichst gesund durch das Oktoberfest 2026 zu kommen.

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Table of contents
  1. Was ist die „Wiesngrippe“ eigentlich?
  2. Warum verbreiten sich Atemwegsinfekte auf der Wiesn so leicht?
    1. Volle Festzelte und viele Kontakte
    2. Gemeinsames Singen und lautes Sprechen
    3. Viele Stunden in Innenräumen
    4. Schlafmangel und Alkohol als zusätzliche Belastung
  3. Wiesngrippe 2026: Wie ist die aktuelle Infektionslage?
  4. Oktoberfest und Infektionen: Was sagt die Forschung?
  5. Wiesngrippe vorbeugen: Was Besucher selbst tun können
    1. Ausreichend trinken
    2. Schlaf und Erholung nicht unterschätzen
    3. Hände regelmäßig reinigen
    4. Pausen außerhalb des Festzelts einplanen
    5. Wettergerecht kleiden
    6. Alkohol bewusst genießen
  6. Auch der Zeitpunkt des Wiesnbesuchs kann eine Rolle spielen
  7. Vitamin C und Zink: Was können Mikronährstoffe tatsächlich leisten?
    1. Vitamin C
    2. Zink
  8. Lactoferrin: Was das natürliche Protein für die Immunabwehr interessant macht
    1. Was zeigen die Studien zu Lactoferrin?
    2. Interessante Ergebnisse bei gesunden Erwachsenen
    3. Neue Lactoferrin-Studie 2026: Was passiert im Immunsystem?
    4. Warum Lactoferrin gerade zur Wiesnzeit interessant ist
  9. Impfungen: Ein wichtiger Unterschied zwischen Erkältung und Grippe
  10. Was tun, wenn die Wiesngrippe bereits da ist?
  11. Die wichtigsten Tipps gegen die Wiesngrippe auf einen Blick
    1. Vor der Wiesn
    2. Auf der Wiesn
    3. Nach der Wiesn
  12. FAQ zur Wiesngrippe
    1. Ist die Wiesngrippe eine echte Grippe?
    2. Warum wird man nach der Wiesn so oft krank?
    3. Kann man die Wiesngrippe verhindern?
    4. Hilft Vitamin C gegen die Wiesngrippe?
    5. Hilft Zink gegen die Wiesngrippe?
    6. Kann Lactoferrin vor der Wiesngrippe schützen?
    7. Wie lange dauert die Wiesngrippe?
  13. Fazit: Gesund durch die Wiesn 2026
  14. Quellen & weiterführende Informationen

Volle Festzelte, gemeinsames Singen, viele neue Kontakte und lange Abende: Das Oktoberfest ist ein Fest der Begegnung – und damit auch ein Ort, an dem sich Atemwegsviren besonders leicht verbreiten können. Die sogenannte „Wiesngrippe“ ist zwar keine medizinische Diagnose, das Phänomen dahinter ist jedoch real. Warum Erkältungen nach der Wiesn so häufig auftreten, welche Viren aktuell eine Rolle spielen und was Besucher tun können, um möglichst gesund durch das Oktoberfest 2026 zu kommen.

Das Oktoberfest 2026 findet vom 19. September bis zum 4. Oktober auf der Münchner Theresienwiese statt. Zum 191. Oktoberfest werden wieder Millionen Menschen aus München, Deutschland und der ganzen Welt erwartet. Die Wiesn verbindet bayerische Tradition mit internationalem Publikum – und bringt damit innerhalb weniger Wochen außergewöhnlich viele Menschen auf engem Raum zusammen.

Genau diese Mischung macht das Oktoberfest aus gesundheitlicher Sicht interessant. Denn während in den Festzelten gefeiert, gesungen und angestoßen wird, beginnt gleichzeitig die klassische Herbstsaison für Atemwegsinfektionen.

Der Begriff „Wiesngrippe“ beschreibt deshalb ein Phänomen, das viele Besucher kennen: Nach einigen Tagen auf der Wiesn folgen plötzlich Schnupfen, Halskratzen, Husten oder allgemeine Abgeschlagenheit.

Was ist die „Wiesngrippe“ eigentlich?

Eine echte „Wiesngrippe“ gibt es aus medizinischer Sicht nicht. Der Begriff ist umgangssprachlich und beschreibt Atemwegsinfektionen, die während oder nach dem Oktoberfest auftreten können.

Dahinter können ganz unterschiedliche Erreger stecken. Eine klassische Erkältung wird häufig durch Rhinoviren ausgelöst. Daneben kommen unter anderem Influenza-, Corona-, Adeno- oder Parainfluenzaviren infrage.

Wichtig ist deshalb die Unterscheidung zwischen einer Erkältung und einer echten Influenza. Nicht jeder Schnupfen nach der Wiesn ist eine Grippe. Und auch COVID-19 kann sich mit Symptomen bemerkbar machen, die zunächst wie ein gewöhnlicher Atemwegsinfekt wirken.

Die „Wiesngrippe“ ist also weniger eine bestimmte Erkrankung als vielmehr die volkstümliche Bezeichnung für Atemwegsinfekte rund um das Oktoberfest.

Warum verbreiten sich Atemwegsinfekte auf der Wiesn so leicht?

Das Oktoberfest ist kein besonderer Ort, an dem Viren plötzlich „aggressiver“ werden. Die Bedingungen für eine Übertragung sind jedoch außergewöhnlich günstig: viele Menschen, viele Kontakte und teilweise stundenlange Aufenthalte in dicht besetzten Innenräumen.

Volle Festzelte und viele Kontakte

Millionen Menschen besuchen das Oktoberfest. Innerhalb eines einzigen Wiesnbesuchs können zahlreiche Kontakte entstehen – am Eingang, in der Warteschlange, im Festzelt, an den Fahrgeschäften, in der Gastronomie und auf dem Hin- und Rückweg.

Je mehr Menschen miteinander in Kontakt kommen, desto größer ist grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit, dass auch eine infizierte Person darunter ist.

Gemeinsames Singen und lautes Sprechen

Wer schon einmal in einem vollen Festzelt war, weiß: Ruhig unterhalten wird dort eher selten. Es wird gesungen, gelacht, gejubelt und laut gesprochen.

Bei solchen Aktivitäten werden mehr Atemtröpfchen und Aerosole freigesetzt als beim ruhigen Sprechen. Treffen diese Faktoren auf eine hohe Personendichte und längere Aufenthaltszeiten in Innenräumen, können sie die Übertragung von Atemwegsviren begünstigen.

Viele Stunden in Innenräumen

Das Oktoberfest findet zwar auf einem großen Freigelände statt, ein wesentlicher Teil des Feierns spielt sich aber in den Festzelten ab.

Gerade bei kühlerem Herbstwetter verbringen Besucher mehrere Stunden in geschlossenen, gut gefüllten Räumen. Hinzu kommen öffentliche Verkehrsmittel, Restaurants, Hotels und weitere Veranstaltungen rund um die Wiesn.

Schlafmangel und Alkohol als zusätzliche Belastung

Ein weiterer Aspekt ist die Belastung des Körpers. Lange Nächte, wenig Schlaf, Alkohol, unregelmäßige Mahlzeiten und körperliche Aktivität können die Regeneration beeinträchtigen.

Dabei ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Kälte oder Alkohol verursachen keine Erkältung. Für eine Infektion braucht es einen Krankheitserreger. Schlafmangel und andere Belastungsfaktoren können jedoch dazu führen, dass sich der Körper schlechter erholt.

Wiesngrippe 2026: Wie ist die aktuelle Infektionslage?

Die Wiesn fällt 2026 erneut in eine Jahreszeit, in der die Aktivität von Atemwegserkrankungen allmählich wieder zunimmt.

Nach den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts lag die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen Mitte September 2026 weiterhin auf einem niedrigen Niveau, war aber deutlich angestiegen. Bei den untersuchten respiratorischen Viren dominierten Rhinoviren. Zusätzlich wurden unter anderem Parainfluenzaviren und Adenoviren nachgewiesen. Bei COVID-19 und Influenza war ebenfalls ein leichter Anstieg zu beobachten, allerdings bei weiterhin niedrigen Fallzahlen.

Das ist für die Wiesn interessant: Die „Wiesngrippe“ trifft nicht auf eine völlig infektionsfreie Zeit, sondern auf den Übergang in die Herbstsaison, in der Atemwegsinfektionen wieder zunehmen können.

Die aktuellen Daten des RKI zeigen allerdings keine außergewöhnlich hohe Atemwegsaktivität. Die Situation kann sich im Verlauf der Saison verändern und wird vom RKI fortlaufend beobachtet.

Aktuelle ARE-Berichte des Robert Koch-Instituts

Oktoberfest und Infektionen: Was sagt die Forschung?

Dass große Veranstaltungen die Verbreitung von Atemwegsinfektionen begünstigen können, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Für das Oktoberfest selbst gibt es inzwischen auch wissenschaftliche Untersuchungen.

Besonders interessant ist eine 2025 im Fachjournal Health Policy veröffentlichte Studie zum Oktoberfest 2022. Die Forscher untersuchten mithilfe eines sogenannten Difference-in-Differences-Ansatzes, welchen Einfluss das Oktoberfest auf die COVID-19-Infektionsraten in München hatte.

Das Ergebnis: Während und nach dem Oktoberfest 2022 stiegen die COVID-19-Infektionsraten insbesondere bei Menschen im Alter von 15 bis 34 Jahren sowie 35 bis 59 Jahren signifikant an. Nach dem Oktoberfest gingen die Fallzahlen vergleichsweise schnell wieder zurück. Für die übrigen Altersgruppen fanden die Forscher deutlich geringere beziehungsweise keine entsprechenden Effekte.

Wichtig ist die Einordnung: Die Studie untersucht COVID-19 im Jahr 2022 und nicht allgemein die „Wiesngrippe“. Sie lässt sich deshalb nicht einfach auf Rhinoviren, Influenza oder die Infektionslage 2026 übertragen. Sie liefert aber einen interessanten wissenschaftlichen Hinweis darauf, welchen Einfluss ein Großereignis mit Millionen Besuchern auf die Verbreitung eines Atemwegsvirus haben kann.

Zur Studie „Munich goes viral“ auf PubMed

Wiesngrippe vorbeugen: Was Besucher selbst tun können

Einen vollständigen Schutz vor Atemwegsinfektionen gibt es natürlich nicht. Einige einfache Maßnahmen können aber dabei helfen, die Belastung für den Körper zu reduzieren und unnötige Infektionsrisiken zu vermeiden.

Ausreichend trinken

Wer mehrere Stunden auf der Wiesn verbringt, sollte regelmäßig Wasser oder andere alkoholfreie Getränke trinken. Gerade in Kombination mit Alkohol, körperlicher Aktivität und warmen Festzelten ist es sinnvoll, den Flüssigkeitshaushalt im Blick zu behalten.

Wasser schützt zwar nicht direkt vor Viren, hilft dem Körper aber dabei, seine normalen Funktionen aufrechtzuerhalten.

Schlaf und Erholung nicht unterschätzen

Wer mehrere Wiesntage hintereinander plant, sollte seinem Körper ausreichend Zeit zur Erholung geben. Mehrere kurze Nächte in Folge, Alkohol und körperliche Belastung sind keine ideale Kombination für die Regeneration.

Gerade nach einem langen Wiesntag kann eine ausreichend lange Nacht sinnvoller sein als die nächste Runde bis zum frühen Morgen.

Hände regelmäßig reinigen

Handhygiene gehört zu den einfachsten Maßnahmen im Alltag. Regelmäßiges Händewaschen – insbesondere vor dem Essen – kann dazu beitragen, die Übertragung von Krankheitserregern über die Hände zu reduzieren.

Wer unterwegs keine Möglichkeit zum Händewaschen hat, kann bei Bedarf ein geeignetes Händedesinfektionsmittel verwenden.

Pausen außerhalb des Festzelts einplanen

Wer mehrere Stunden auf der Wiesn verbringt, muss nicht durchgehend im Festzelt bleiben. Pausen im Freien können angenehm sein und reduzieren gleichzeitig die Zeit, die man in dicht besetzten Innenräumen verbringt.

Wettergerecht kleiden

Ende September und Anfang Oktober kann das Wetter in München stark schwanken. Tagsüber sind noch warme Temperaturen möglich, während es abends deutlich kühler werden kann.

Mehrere Kleidungsschichten sind deshalb praktischer als ein Outfit, das nur für eine Temperatur ausgelegt ist.

Alkohol bewusst genießen

Eine Maß gehört für viele Besucher zur Wiesn. Trotzdem sollte Alkohol nicht zum einzigen Getränk des Abends werden.

Wer zwischendurch Wasser trinkt, ausreichend isst und Pausen einlegt, reduziert die zusätzliche Belastung für den Körper.

Auch der Zeitpunkt des Wiesnbesuchs kann eine Rolle spielen

Wer flexibel ist, kann außerdem die besonders stark frequentierten Zeiten meiden. Das offizielle Besucher-Barometer des Oktoberfests zeigt für 2026, dass sich die Auslastung je nach Wochentag und Uhrzeit deutlich unterscheidet.

Beispielsweise werden manche Wochentage tagsüber als vergleichsweise ruhig eingestuft, während Freitag- und Samstagabende deutlich stärker besucht sind. Auch Wetter und besondere Veranstaltungen beeinflussen die tatsächliche Auslastung.

Das bedeutet nicht, dass ein bestimmter Tag automatisch vor Infektionen schützt. Weniger Gedränge kann aber schlicht bedeuten, dass man weniger Zeit in besonders dicht besetzten Bereichen verbringt.

Besucher-Barometer des Oktoberfests 2026

Vitamin C und Zink: Was können Mikronährstoffe tatsächlich leisten?

Wenn es um die Unterstützung des Immunsystems geht, werden häufig Vitamin C und Zink genannt. Beide Nährstoffe sind für eine normale Funktion des Immunsystems wichtig. Die wissenschaftliche Datenlage zeigt allerdings, dass zwischen einer ausreichenden Versorgung und einer zusätzlichen Einnahme mit hohen Erwartungen unterschieden werden sollte.

Vitamin C

Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Eine regelmäßige Einnahme verhindert bei gesunden Menschen in der Allgemeinbevölkerung jedoch nicht zuverlässig, dass eine Erkältung entsteht.

Eine große Cochrane-Auswertung zeigte, dass regelmäßige Vitamin-C-Einnahme die Erkältungshäufigkeit in der Allgemeinbevölkerung nicht wesentlich reduzierte. Die Dauer der Erkältungssymptome konnte dagegen moderat verkürzt werden. Bei Menschen unter kurzfristiger extremer körperlicher Belastung wurden stärkere Effekte beobachtet.

Vitamin C ist damit ein wichtiger Bestandteil einer guten Nährstoffversorgung – aber kein Schutzschild gegen die Wiesngrippe.

Cochrane: Vitamin C zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen

Zink

Auch Zink trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Für die konkrete Vorbeugung einer Erkältung fällt die Evidenz jedoch zurückhaltender aus.

Eine Cochrane-Übersichtsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass Zinkpräparate möglicherweise nur einen geringen oder keinen Effekt auf das Risiko haben, überhaupt eine Erkältung zu entwickeln. Bei bereits bestehender Erkältung kann Zink die Dauer der Beschwerden möglicherweise verkürzen. Gleichzeitig können Nebenwirkungen wie Geschmacksveränderungen oder Magenbeschwerden auftreten.

Auch hier gilt deshalb: Eine gute Versorgung ist sinnvoll – höhere Dosierungen sind aber nicht automatisch besser.

Cochrane: Zink zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen

Lactoferrin: Was das natürliche Protein für die Immunabwehr interessant macht

Neben klassischen Mikronährstoffen rückt ein weiterer Stoff zunehmend in den Fokus der Immunforschung: Lactoferrin.

Lactoferrin ist ein natürlich vorkommendes Protein, das unter anderem in Muttermilch und Milch vorkommt. Es gehört zum natürlichen Abwehrsystem des Körpers und besitzt sowohl antimikrobielle als auch immunmodulierende Eigenschaften.

Seine Besonderheit: Lactoferrin ist nicht einfach nur ein weiterer „Immunstoff“. Das Protein kann mit verschiedenen Komponenten des angeborenen und adaptiven Immunsystems interagieren. Unter anderem bindet es Eisen, beeinflusst Immunzellen und kann verschiedene Signalwege der Immunantwort modulieren.

Genau deshalb ist Lactoferrin für die Forschung rund um Atemwegsinfektionen interessant.

Was zeigen die Studien zu Lactoferrin?

Die Datenlage ist noch nicht so eindeutig wie beispielsweise bei etablierten Impfungen. Sie ist aber durchaus bemerkenswert.

Eine Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien untersuchte den Einfluss von Lactoferrin auf Atemwegsinfektionen. In sechs Studien mit insgesamt 1.194 Teilnehmern zeigte sich eine signifikante Verringerung der Odds für Atemwegsinfektionen unter Lactoferrin gegenüber den Kontrollgruppen. Die gepoolte Odds Ratio lag bei 0,57.

Das entspricht einer deutlichen relativen Risikoreduktion in den untersuchten Studien. Gleichzeitig weisen die Autoren darauf hin, dass weitere große und methodisch hochwertige Studien notwendig sind.

Meta-Analyse: Lactoferrin reduziert das Risiko von Atemwegsinfektionen

Interessante Ergebnisse bei gesunden Erwachsenen

Auch einzelne Studien bei Erwachsenen liefern interessante Hinweise.

In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurden 157 gesunde Erwachsene untersucht. Die Teilnehmer erhielten zwölf Wochen lang entweder 200 mg Lactoferrin täglich oder ein Placebo.

Die Lactoferrin-Gruppe wies während der Intervention signifikant niedrigere Gesamtwerte für Atemwegs- und Allgemeinsymptome auf. Gleichzeitig zeigte sich eine höhere Aktivität bestimmter plasmacytoider dendritischer Zellen. Diese Immunzellen sind an der antiviralen Abwehr beteiligt.

Die Ergebnisse sprechen damit nicht einfach für einen „Erkältungsblocker“, sondern vielmehr dafür, dass Lactoferrin verschiedene Prozesse der Immunantwort beeinflussen kann.

Randomisierte Studie mit 157 gesunden Erwachsenen

Neue Lactoferrin-Studie 2026: Was passiert im Immunsystem?

Besonders interessant für die aktuelle Wiesnsaison ist eine 2026 veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie mit 103 gesunden Erwachsenen ab 50 Jahren.

Die Teilnehmer erhielten vier Wochen lang entweder 200 mg oder 600 mg Lactoferrin pro Tag oder ein Placebo. Anschließend untersuchten die Forscher unter anderem Immunzellen, Entzündungsmarker und die Reaktion von Immunzellen auf die Stimulation mit Rhinovirus A16 und Influenza A.

Unter der höheren Lactoferrin-Dosis von 600 mg zeigten sich mehrere interessante Veränderungen: Die Zahl bestimmter T-Zell-Populationen nahm zu, während unter Rhinovirus-Stimulation eine stärkere IFN-α2-Antwort und eine niedrigere IL-6-Antwort beobachtet wurden. Gleichzeitig waren bestimmte systemische Entzündungsmarker wie IL-6 und CRP niedriger als unter der niedrigeren Dosis.

Das ist gerade mit Blick auf die Wiesngrippe interessant, denn Rhinoviren gehören zu den häufigsten Auslösern klassischer Erkältungen und dominierten auch in den aktuellen RKI-Proben Mitte September 2026.

Wichtig ist allerdings die wissenschaftliche Einordnung: Die Studie untersuchte vor allem Immunparameter und experimentelle Virusreaktionen, nicht die Frage, ob Menschen nach einer Wiesn tatsächlich seltener krank werden. Aus den Ergebnissen lässt sich deshalb kein garantierter Schutz vor einer Erkältung ableiten.

Dennoch ist die Studie ein weiterer Baustein in einer wachsenden Forschungsliteratur, die Lactoferrin als immunologisch aktives Protein untersucht.

Aktuelle Lactoferrin-Studie 2026 auf PubMed

Warum Lactoferrin gerade zur Wiesnzeit interessant ist

Die Wiesn bringt mehrere Faktoren zusammen, die den Körper fordern können: viele Kontakte, lange Abende, wechselnde Temperaturen, Alkohol, weniger Schlaf und eine Jahreszeit, in der Atemwegsinfektionen wieder häufiger werden.

Lactoferrin setzt dabei an einer anderen Stelle an als klassische Mikronährstoffe. Es liefert nicht einfach einen einzelnen Vitamin- oder Mineralstoff, sondern kann verschiedene Prozesse der natürlichen Immunabwehr beeinflussen.

Genau das macht Lactoferrin als Ergänzung für Phasen erhöhter Belastung interessant.

Gleichzeitig wäre es unseriös, Lactoferrin als sicheren Schutz vor der „Wiesngrippe“ zu verkaufen. Die Humanstudien sind vielversprechend, aber nicht einheitlich. Eine systematische Übersichtsarbeit über 25 Humanstudien fand beispielsweise Hinweise auf Verbesserungen bestimmter Immun- und Entzündungsparameter. Bei Erwachsenen zeigte sich in dieser Auswertung jedoch kein eindeutiger Effekt auf die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen.

Der aktuelle Forschungsstand lässt sich deshalb am besten so zusammenfassen: Lactoferrin ist ein wissenschaftlich interessanter Bestandteil der Immunforschung, dessen Potenzial bei Atemwegsinfektionen zunehmend untersucht wird.

Wer seine Ernährung und Supplementierung rund um besonders belastende Phasen optimieren möchte, kann Lactoferrin deshalb als sinnvolle Ergänzung zu den klassischen Maßnahmen betrachten – nicht als Ersatz für Schlaf, ausgewogene Ernährung, Hygiene oder gegebenenfalls empfohlene Impfungen.

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Impfungen: Ein wichtiger Unterschied zwischen Erkältung und Grippe

Gerade rund um die Wiesn sollte außerdem zwischen einer gewöhnlichen Erkältung und Influenza unterschieden werden.

Gegen viele klassische Erkältungsviren gibt es keine Impfung. Für Influenza existiert dagegen eine saisonale Impfung, die von der STIKO für bestimmte Personengruppen empfohlen wird.

Dazu gehören unter anderem alle Menschen ab 60 Jahren, Schwangere sowie Personen mit bestimmten Grunderkrankungen. Für die Saison 2026/27 wurde die Zusammensetzung der empfohlenen Influenza-Impfstoffe entsprechend den aktuellen Empfehlungen für die nördliche Hemisphäre angepasst.

Eine Influenza-Impfung schützt selbstverständlich nicht vor jeder Atemwegsinfektion und damit auch nicht allgemein vor der „Wiesngrippe“. Für die jeweils empfohlenen Personengruppen kann sie jedoch ein wichtiger Bestandteil des Schutzes vor Influenza sein.

Aktuelle Influenza-Impfempfehlungen der STIKO

Was tun, wenn die Wiesngrippe bereits da ist?

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann eine Infektion natürlich nicht immer verhindert werden.

Typische Beschwerden eines unkomplizierten Atemwegsinfekts sind beispielsweise:

  • Schnupfen oder eine verstopfte Nase
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kopf- oder Gliederschmerzen
  • gegebenenfalls Fieber

In vielen Fällen heilt ein unkomplizierter Atemwegsinfekt von selbst wieder ab. Dann stehen vor allem Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und Erholung im Vordergrund.

Wer krank ist, sollte außerdem Kontakte zu anderen Menschen reduzieren. Das gilt insbesondere im Umgang mit älteren Menschen oder Personen, die aufgrund bestimmter Vorerkrankungen stärker gefährdet sein können.

Bei Atemnot, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden, hohem oder länger anhaltendem Fieber oder einer deutlichen Verschlechterung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Die wichtigsten Tipps gegen die Wiesngrippe auf einen Blick

Vor der Wiesn

  • Ausreichend schlafen
  • Ausgewogen essen
  • Genügend trinken
  • Bei bestehender Erkrankung den Wiesnbesuch lieber verschieben
  • Impfstatus prüfen, wenn eine Impfung empfohlen ist

Auf der Wiesn

  • Regelmäßig Wasser trinken
  • Alkohol bewusst und maßvoll konsumieren
  • Hände regelmäßig reinigen
  • Zwischendurch Pausen machen
  • Zeit in sehr dicht besetzten Innenräumen begrenzen
  • Wettergerechte Kleidung tragen
  • Ausreichend essen

Nach der Wiesn

  • Schlaf und Erholung priorisieren
  • Bei ersten Symptomen körperlich kürzertreten
  • Bei Krankheit Kontakte reduzieren
  • Bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden ärztlichen Rat einholen

FAQ zur Wiesngrippe

Ist die Wiesngrippe eine echte Grippe?

Nein. „Wiesngrippe“ ist kein medizinischer Fachbegriff und keine eigenständige Erkrankung. Gemeint sind meist Atemwegsinfektionen, die während oder nach dem Oktoberfest auftreten. Eine echte Influenza ist nur eine mögliche Ursache.

Warum wird man nach der Wiesn so oft krank?

Auf der Wiesn treffen viele Menschen auf engem Raum zusammen. Hinzu kommen lange Aufenthalte in Festzelten, gemeinsames Singen und Sprechen sowie zahlreiche wechselnde Kontakte. Gleichzeitig fällt das Oktoberfest in die beginnende Herbstsaison für Atemwegsinfektionen.

Kann man die Wiesngrippe verhindern?

Einen vollständigen Schutz gibt es nicht. Schlaf, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Handhygiene, Pausen und ein bewusster Umgang mit Alkohol können jedoch dazu beitragen, die Belastung des Körpers zu reduzieren. Bei empfohlenen Personengruppen können außerdem Impfungen gegen bestimmte Atemwegserkrankungen sinnvoll sein.

Hilft Vitamin C gegen die Wiesngrippe?

Vitamin C ist für eine normale Funktion des Immunsystems wichtig. Eine regelmäßige Einnahme verhindert Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung jedoch nicht zuverlässig. Studien zeigen eher einen moderaten Effekt auf die Dauer von Erkältungssymptomen.

Hilft Zink gegen die Wiesngrippe?

Zink trägt ebenfalls zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Die Daten zur Vorbeugung von Erkältungen sind allerdings begrenzt. Bei bereits bestehender Erkältung kann Zink die Krankheitsdauer möglicherweise verkürzen.

Kann Lactoferrin vor der Wiesngrippe schützen?

Lactoferrin ist kein nachgewiesener Schutz vor der Wiesngrippe. Studien zeigen jedoch interessante immunmodulierende Effekte und Hinweise auf einen möglichen Nutzen bei Atemwegsinfektionen. Eine Meta-Analyse randomisierter Studien fand ein geringeres Risiko für Atemwegsinfektionen unter Lactoferrin. Neuere Forschung aus 2026 zeigt zudem Veränderungen verschiedener Immunparameter und antiviraler Reaktionen. Weitere klinische Studien sind notwendig, um den konkreten präventiven Nutzen bei gesunden Erwachsenen besser zu bestimmen.

Wie lange dauert die Wiesngrippe?

Das hängt vom jeweiligen Erreger und vom individuellen Verlauf ab. Ein unkomplizierter Atemwegsinfekt klingt häufig innerhalb von einigen Tagen wieder ab, Husten und Müdigkeit können jedoch länger anhalten.

Fazit: Gesund durch die Wiesn 2026

Die „Wiesngrippe“ ist keine eigenständige Krankheit – das Phänomen dahinter ist aber durchaus nachvollziehbar. Millionen Menschen, enge Kontakte, volle Festzelte, gemeinsames Singen und lange Abende treffen im Herbst auf eine Zeit, in der Atemwegsinfektionen wieder zunehmen.

Die aktuellen RKI-Daten von September 2026 zeigen zwar noch eine niedrige Aktivität akuter Atemwegserkrankungen, gleichzeitig aber einen deutlichen Anstieg. Rhinoviren dominieren derzeit die untersuchten Proben. COVID-19 und Influenza zeigen ebenfalls erste Anstiege, liegen aber noch auf niedrigem Niveau.

Auch die Forschung zum Oktoberfest liefert interessante Hinweise: Eine 2025 veröffentlichte Studie zum Oktoberfest 2022 fand einen signifikanten Anstieg der COVID-19-Infektionsraten insbesondere bei jüngeren und mittleren Altersgruppen während und nach dem Fest.

Wer gesund durch die Wiesn kommen möchte, muss deshalb keineswegs auf das Oktoberfest verzichten. Viel entscheidender sind einfache Maßnahmen: ausreichend Schlaf, genügend Flüssigkeit, gute Handhygiene, Pausen, ein bewusster Umgang mit Alkohol und ein verantwortungsvoller Umgang mit Krankheitssymptomen.

Auch die Unterstützung der körpereigenen Abwehr kann interessant sein. Vitamin C und Zink sind wichtige Mikronährstoffe für das Immunsystem. Lactoferrin geht dabei einen etwas anderen Weg: Das natürliche Protein beeinflusst verschiedene Prozesse der Immunabwehr und wird zunehmend im Zusammenhang mit Atemwegsinfektionen erforscht.

Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend, aber kein Freifahrtschein für die nächste durchfeierte Wiesnnacht. Oder anders gesagt:

Die beste Strategie gegen die Wiesngrippe ist nicht, die Wiesn zu meiden – sondern dem eigenen Körper zwischen Maß, Musik und Menschenmengen auch ein wenig Erholung zu gönnen.


Quellen & weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei bestehenden Erkrankungen, Beschwerden oder Fragen zu einer individuellen Supplementierung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.


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