- Health Nerds Podcast - Wie Fertigprodukte unser Sättigungsgefühl austricksen
- Was hochverarbeitete Lebensmittel von verarbeiteten Lebensmitteln unterscheidet
- Fett, Zucker, Salz: Wie hochverarbeitete Lebensmittel unser Sättigungsgefühl austricksen
- Gesundheitliche Folgen: Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Gottesnahrung, langsames Essen und mehr Ballaststoffe: Was wirklich hilft
Health Nerds Podcast - Wie Fertigprodukte unser Sättigungsgefühl austricksen
„Nicht nur was wir essen, entscheidet darüber, wie viel wir essen.“
Eine kontrollierte Studie der amerikanischen Gesundheitsbehörde NIH zeigt: Menschen, die sich überwiegend von hochverarbeiteten Lebensmitteln ernährten, nahmen täglich rund 500 Kilokalorien mehr auf. Das geschah, obwohl die angebotenen Mahlzeiten in ihrer Nährstoffzusammensetzung vergleichbar waren und alle Teilnehmenden so viel essen durften, wie sie wollten. Warum essen wir weiter, obwohl unser Körper längst genug Energie bekommen hat?
Was hochverarbeitete Lebensmittel von verarbeiteten Lebensmitteln unterscheidet
In dieser Folge der artgerecht HEALTH NERDS erklären Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum, wie industriell hergestellte Lebensmittel unser Essverhalten beeinflussen. Verarbeitung ist dabei nicht automatisch schlecht: Kochen, Tiefkühlen und Fermentieren gehören seit jeher zur menschlichen Ernährung.
Ultrahochverarbeitete Produkte wie Chips, Softdrinks, Fertiggerichte oder Süßigkeiten sind dagegen industriell neu formulierte Lebensmittel. In ihnen ist die ursprüngliche Lebensmittelmatrix kaum noch zu erkennen. In der westlichen Ernährung machen sie oft mehr als 30 Prozent der täglichen Energieaufnahme aus.
Fett, Zucker, Salz: Wie hochverarbeitete Lebensmittel unser Sättigungsgefühl austricksen
Die Kombination aus Fett, Kohlenhydraten und Salz kommt so in der Natur kaum vor. Sie spricht unser Belohnungssystem an und fördert die Ausschüttung von Dopamin. Hohe Energiedichte, weiche Konsistenz und geringer Kauaufwand ermöglichen gleichzeitig eine enorme Kalorienaufnahme pro Minute. Das geht schneller, als Sättigungshormone wie GLP-1, Insulin oder Leptin dem Gehirn signalisieren können, dass es genug ist. Häufig fehlen zudem ausreichend Eiweiß und Ballaststoffe, die wesentlich zur Sättigung beitragen. Felix und Matthias zeigen, warum zwischen einer gekochten Kartoffel und Kartoffelchips biologisch weit mehr liegt als ein Unterschied im Fettgehalt.
Gesundheitliche Folgen: Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Die gesundheitlichen Folgen reichen von Gewichtszunahme bis zu einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für den Zusammenhang mit Übergewicht gibt es kausale Belege. Bei vielen anderen Erkrankungen zeigen Studien bislang vor allem Assoziationen. Entscheidend ist dabei weniger ein einzelner Zusatzstoff als das Zusammenspiel aus Energiedichte, Essgeschwindigkeit und häufigem Konsum.
Gottesnahrung, langsames Essen und mehr Ballaststoffe: Was wirklich hilft
Gleichzeitig boomt mit der sogenannten „Gottesnahrung“ ein radikaler Gegentrend: möglichst nur essen, was die Natur unverarbeitet hervorbringt. Doch auch das greift zu kurz. Nicht jedes naturbelassene Lebensmittel ist automatisch gesünder, und auch Datteln oder Honig liefern reichlich Energie. Entscheidend sind die Qualität und Struktur unserer Lebensmittel.
Mehr natürliche Lebensmittel, ausreichend Eiweiß und Ballaststoffe sowie langsameres, bewusstes Essen mit gründlichem Kauen können unsere Sättigungsregulation unterstützen. Dafür müssen wir nicht auf jede Form der Verarbeitung verzichten. Statt strenger Verbote empfiehlt Matthias, gezielt zu ergänzen, zum Beispiel einen frischen Salat zur Tiefkühlpizza oder eine Eiweißquelle zum Fast Food.
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Unsere health nerds
Bei unseren Episoden immer dabei: Unser health nerd Matthias. Wir möchten Dir ihn kurz vorstellen.
Matthias Baum
Head of Science & Clinical Research. Gesundheitswissenschaftler, Therapeut für klinische Psychoneuroimmunologie, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Trainer, Clinical Research Associate.
„Seit mehr als zwölf Jahren bin ich im medizinischen und therapeutischen Umfeld diverser Bereiche tätig: Von Notfallmedizin über Therapie in Kliniken und Praxen, inklusive Prävention und Gesundheitsförderung, bis hin zu Tätigkeiten als Dozent im Gesundheitswesen. Das gibt mir heute einen breiten Blick auf alle notwendigen Ebenen in der Betreuung, Beratung und Behandlung von Patienten für individuelle Gesundheit, Wohlbefinden und einen artgerechten Lebensstil.“



