- Was ist Osteoporose?
- Ursachen: Wie entsteht Osteoporose?
- Symptome: Woran erkennt man Osteoporose?
- Diagnose: Wie wird Osteoporose festgestellt?
- Behandlung: Was hilft bei Osteoporose?
- Ernährung bei Osteoporose: Welche Nährstoffe brauchen unsere Knochen?
- Osteoporose vorbeugen: Was kann man selbst tun?
- Häufige Fragen zu Osteoporose
Bei Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, führt ein schleichender Verlust von Knochenfestigkeit zu Problemen. Manchmal reicht schon ein kleiner Sturz aus, um einen Knochenbruch zu verursachen. Doch warum verlieren unsere Knochen überhaupt an Stabilität? Und was können wir tun, um sie möglichst lange gesund zu erhalten?
Was ist Osteoporose?
Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, bei der die Knochenmasse abnimmt und sich die innere Struktur des Knochengewebes verändert. Die Knochen werden dadurch weniger belastbar und können leichter brechen. Besonders häufig betroffen sind die Wirbelsäule, der Oberschenkelhals und die Handgelenke.
Auch wenn sich unsere Knochen fest und unveränderlich anfühlen, sind sie ständig in Bewegung. Im Inneren wird altes Knochengewebe abgebaut und durch neues ersetzt. Die sogenannten Osteoklasten entfernen ältere Knochensubstanz, während Osteoblasten neue aufbauen. Bei Osteoporose funktioniert dieses Zusammenspiel nicht mehr richtig. Der Körper baut über längere Zeit mehr Knochen ab, als er neu bilden kann. [1, 2]
Ursachen: Wie entsteht Osteoporose?
Unsere Knochen verändern sich im Laufe des Lebens. Während wir in jungen Jahren Knochenmasse aufbauen, überwiegt mit zunehmendem Alter allmählich der Abbau. Wie schnell dieser Prozess verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Besonders deutlich zeigt sich das bei Frauen nach den Wechseljahren. Durch den sinkenden Östrogenspiegel fällt ein wichtiger Schutzfaktor für die Knochen weg.
Medizinisch unterscheidet man zwischen einer primären Osteoporose, die vor allem mit dem Alter und hormonellen Veränderungen zusammenhängt, und einer sekundären Osteoporose, die durch andere Erkrankungen oder Medikamente ausgelöst werden kann. Dazu gehören etwa Schilddrüsenerkrankungen, rheumatoide Arthritis oder die langfristige Einnahme bestimmter Kortisonpräparate. Weitere Faktoren sind [1, 3]:
- Bewegungsmangel und längere Phasen körperlicher Inaktivität
- Untergewicht und unzureichende Nährstoffversorgung
- Geringe Calciumzufuhr und Vitamin-D-Mangel
- Rauchen und hoher Alkoholkonsum
- Familiäre Vorbelastung und bereits erlittene Knochenbrüche
Symptome: Woran erkennt man Osteoporose?
Das Tückische an Osteoporose ist, dass sie lange Zeit keine Beschwerden verursachen muss. Der Verlust an Knochenmasse selbst tut normalerweise nicht weh. Erste Anzeichen entstehen häufig erst, wenn ein Knochen bricht. Besonders Wirbelkörperfrakturen können zu Rückenschmerzen, einer abnehmenden Körpergröße oder einer zunehmend gekrümmten Haltung führen. Manche dieser Brüche bleiben sogar unbemerkt. Ein wichtiges Warnsignal sind Knochenbrüche bei geringer Belastung, beispielsweise nach einem einfachen Sturz aus dem Stand. [1]
Diagnose: Wie wird Osteoporose festgestellt?
Besteht der Verdacht auf Osteoporose, fragt die Ärztin oder der Arzt zunächst nach möglichen Risikofaktoren, früheren Knochenbrüchen und bestehenden Beschwerden. Eine wichtige Untersuchung ist die sogenannte DXA-Knochendichtemessung. Dabei wird mithilfe schwacher Röntgenstrahlung gemessen, wie viel Mineralstoff im Knochen enthalten ist. Die Untersuchung erfolgt üblicherweise an der Hüfte und der Lendenwirbelsäule.
Das Ergebnis wird als sogenannter T-Score angegeben. Dieser zeigt, wie stark die gemessene Knochendichte vom Referenzwert junger gesunder Erwachsener abweicht. Ein Wert von −2,5 oder niedriger entspricht der üblichen Definition einer Osteoporose. Auch das persönliche Frakturrisiko und mögliche andere Erkrankungen müssen berücksichtigt werden. Bei Bedarf ergänzen Laboruntersuchungen oder weitere bildgebende Verfahren die Diagnostik. [1]
Behandlung: Was hilft bei Osteoporose?
Wird Osteoporose festgestellt, geht es vor allem darum, Knochenbrüche zu vermeiden und die vorhandene Knochenstabilität möglichst lange zu erhalten. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und ob bereits Frakturen aufgetreten sind.
Medikamentöse Behandlung
Bei einem erhöhten Frakturrisiko können spezielle Medikamente notwendig sein. Einige Wirkstoffe, darunter Bisphosphonate oder Denosumab, hemmen den Knochenabbau. Andere, beispielsweise Teriparatid oder Romosozumab, fördern den Knochenaufbau. Welche Therapie geeignet ist, wird individuell ärztlich entschieden. Eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D gehört zur Basistherapie. [1]
Bewegung und Ernährung als Grundlage
Neben der medizinischen Behandlung spielen Bewegung und Ernährung eine wichtige Rolle. Unsere Knochen reagieren auf Belastung. Regelmäßiges Krafttraining und geeignete Bewegungsformen können dazu beitragen, die Knochen und Muskeln zu stärken. Gleichzeitig verbessern kräftige Muskeln und ein gutes Gleichgewicht die körperliche Stabilität und können helfen, Stürze zu vermeiden. [1–3]
Ernährung bei Osteoporose: Welche Nährstoffe brauchen unsere Knochen?
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen ist entscheidend für gesunde Knochen.
- Calcium: Wichtiger Mineralstoff für den Erhalt stabiler Knochen.
- Vitamin D3: Unterstützt die Calciumaufnahme und den Erhalt normaler Knochen.
- Magnesium: Trägt zur Erhaltung normaler Knochen und zur Muskelfunktion bei.
- Vitamin K2: Unterstützt den normalen Knochenstoffwechsel.
- Vitamin C: Fördert die normale Kollagenbildung für eine normale Knochenfunktion.
- Proteine: Wichtige Bausteine für Knochengewebe und Muskulatur.
- Basisches Molkenprotein (MBP): Wird hinsichtlich seines möglichen Einflusses auf den Knochenstoffwechsel wissenschaftlich untersucht.
Basisches Molkenprotein (MBP): Was untersucht die Forschung?
Neben bekannten Vitaminen und Mineralstoffen beschäftigt sich die Wissenschaft auch mit besonderen Proteinen aus der Milch. Eines davon ist das sogenannte basische Molkenprotein (Milk Basic Protein, MBP). MBP ist eine spezielle Fraktion von Molkenproteinen, die unter anderem Lactoferrin, Angiogenin und Cystatin C enthalten kann. Diese Bestandteile werden im Zusammenhang mit dem Knochenstoffwechsel untersucht.
Klinische Studien liefern erste interessante Hinweise. Bei Frauen in den Wechseljahren und bei älteren Frauen wurden unter MBP günstige Veränderungen bestimmter Knochenparameter beobachtet. Allerdings kamen nicht alle Untersuchungen zu denselben Ergebnissen. [4–6]
Osteoporose vorbeugen: Was kann man selbst tun?
Unsere Knochengesundheit wird über das gesamte Leben hinweg beeinflusst. Deshalb lohnt es sich, schon früh auf einen knochengesunden Lebensstil zu achten. Besonders wichtig sind regelmäßige Bewegung, ausreichend Muskeltraining und eine ausgewogene Ernährung. Eine gute Versorgung mit Calcium, Vitamin D und weiteren wichtigen Nährstoffen trägt dazu bei, die normalen Funktionen unserer Knochen zu erhalten. Auch der Verzicht auf Rauchen, ein maßvoller Umgang mit Alkohol und die Vermeidung von Untergewicht können helfen, beeinflussbare Risikofaktoren zu reduzieren. [1, 3]
Häufige Fragen zu Osteoporose
Ist Osteoporose heilbar?
Osteoporose ist behandelbar. Durch geeignete Therapien lässt sich das Risiko für Knochenbrüche senken und teilweise auch die Knochendichte verbessern. Eine vollständige Heilung kann jedoch nicht grundsätzlich zugesichert werden.
Welche Lebensmittel sind bei Osteoporose empfehlenswert?
Besonders sinnvoll ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit calciumreichen Lebensmitteln, ausreichend Protein, Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Entscheidend ist die Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen und nicht die möglichst hohe Aufnahme eines einzelnen Stoffes.
Kann man Osteoporose durch Ernährung verhindern?
Eine ausgewogene Ernährung kann die Knochengesundheit unterstützen und ernährungsbedingte Risikofaktoren reduzieren. Da jedoch auch Hormone, Alter und genetische Faktoren eine Rolle spielen, lässt sich Osteoporose allein durch Ernährung nicht sicher verhindern.
Quellen
[1] Dachverband Osteologie e. V. (2023). S3-Leitlinie: Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose. AWMF 183/001. Zur Leitlinie
[2] Bartl, R. & Bartl, C. (2021). Das Osteoporose Manual. Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-62528-6
[3] Stehle, P., Bischoff, G. & Ellinger, S. (2026). Ernährung bei Krankheit. Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-73398-1
[4] Aoe, S. et al. (2005). A controlled trial of the effect of milk basic protein (MBP) supplementation on bone metabolism in healthy menopausal women. Osteoporosis International. https://doi.org/10.1007/s00198-005-2012-3
[5] Aoyagi, Y. et al. (2010). Interactive effects of milk basic protein supplements and habitual physical activity on bone health in older women. International Dairy Journal. https://doi.org/10.1016/j.idairyj.2010.03.007
[6] Zou, Z.-Y. et al. (2009). Evaluation of milk basic protein supplementation on bone density and bone metabolism in Chinese young women. European Journal of Nutrition. https://doi.org/10.1007/s00394-009-0014-1
[7] Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012, in der geltenden Fassung. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2012/432
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.