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Abwehrmechanismen sind unbewusste psychische Strategien, mit denen das Ich belastende Gefühle, Konflikte oder ängste abwehrt. Sie schützen die Psyche vor Überlastung.
Abwehrmechanismen sind unbewusste psychische Strategien, mit denen das Ich belastende Gefühle, Konflikte oder ängste abwehrt. Sie schützen die Psyche vor Überlastung.
Ein Abwehrmechanismus ist ein unbewusster psychischer Vorgang, durch den das Ich (das bewusste Selbst) sich vor unangenehmen, bedrohlichen oder schmerzhaften Gefühlen, Gedanken und inneren Konflikten schützt. Das Konzept wurde maßgeblich von Sigmund Freud begründet und später von seiner Tochter Anna Freud systematisch ausgearbeitet. Abwehrmechanismen sind zunächst normale und notwendige Bestandteile des psychischen Gleichgewichts. Werden sie jedoch zu starr oder übermäßig eingesetzt, können sie die psychische Gesundheit beeinträchtigen.
Abwehrmechanismen dienen dazu, psychische Überlastung (auch als Überwältigung bezeichnet) zu verhindern. Sie helfen, das innere Gleichgewicht zu wahren, wenn äußere oder innere Anforderungen als bedrohlich erlebt werden. In der Psychoanalyse wird zwischen einem gesunden Einsatz von Abwehrmechanismen und einer pathologischen (krankhaften) Übersteigerung unterschieden.
In der modernen Psychologie und Psychiatrie wird zwischen reifen und unreifen Abwehrmechanismen unterschieden. Reife Mechanismen wie Humor, Altruismus oder Sublimierung gelten als anpassungsfähig und gesund. Unreife Mechanismen wie Spaltung, Projektion oder Verleugnung können auf tiefergehende psychische Probleme hinweisen und werden häufig bei Persönlichkeitsstörungen beobachtet.
In der Psychotherapie, insbesondere in der tiefenpsychologisch fundierten Therapie und der Psychoanalyse, spielt die Analyse von Abwehrmechanismen eine zentrale Rolle. Das Erkennen und Verstehen der eigenen Abwehrmuster ermöglicht es Patientinnen und Patienten, unbewusste Konflikte zu bearbeiten und flexiblere Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Auch in der kognitiven Verhaltenstherapie werden verwandte Konzepte wie dysfunktionale Kognitionen und Vermeidungsverhalten thematisiert.
Der Begriff "Abwehrmechanismus" wird im deutschen Sprachraum auch umgangssprachlich für die immunologische Abwehr des Körpers verwendet. In der Medizin bezeichnet die Immunabwehr die Gesamtheit aller körpereigenen Prozesse, die den Organismus vor Krankheitserregern, Fremdkörpern und Tumorzellen schützen. Im psychologischen Kontext hingegen bezieht sich der Begriff ausschließlich auf psychische Schutzstrategien.
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