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Aerobes Training einfach erklärt: Was im Körper passiert, welche Vorteile es bringt, wie viel die WHO empfiehlt und welche Sportarten zählen.
Zu bevorzugten Quellen hinzufügenAerobes Training ist eine Form der körperlichen Aktivität, bei der der Körper Energie unter Verwendung von Sauerstoff gewinnt. Es stärkt Herz, Lunge und Ausdauer.
Aerobes Training ist Ausdauertraining bei moderater Intensität, bei dem die Muskulatur ihre Energie überwiegend mithilfe von Sauerstoff aus Kohlenhydraten und Fetten gewinnt. Typische Beispiele sind Laufen, Radfahren, Schwimmen und zügiges Gehen. Der Begriff leitet sich vom griechischen aer (Luft) ab.
Bei aerober Belastung reicht die Sauerstoffversorgung aus, um den Energiebedarf überwiegend oxidativ zu decken. Die Belastung lässt sich daher lange durchhalten. Bei anaerober Belastung, etwa Sprints oder schweren Kraftübungen, steigt der Energiebedarf so stark, dass der Körper zusätzlich auf schnelle, sauerstoffunabhängige Wege zurückgreift. Dabei entsteht vermehrt Laktat, und die Belastung kann nur kurz aufrechterhalten werden. In der Praxis laufen beide Formen immer parallel ab, nur ihr Anteil verschiebt sich mit der Intensität.
Herzfrequenz und Atmung steigen, das Herz pumpt mehr sauerstoffreiches Blut in die Muskulatur. In den Mitochondrien der Muskelzellen wird aus Glukose und Fettsäuren ATP gebildet, der Energieträger der Zellen. Regelmäßiges Training erhöht die Zahl der Mitochondrien und Kapillaren und verbessert so die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max).
Die aerobe Schwelle markiert den ersten Anstieg des Blutlaktats über den Ruhewert. Die anaerobe Schwelle (auch aerob-anaerobe Schwelle) liegt höher: Sie beschreibt die höchste Intensität, bei der Laktatbildung und -abbau noch im Gleichgewicht sind. Klassisches Grundlagentraining findet unterhalb bzw. im Bereich der aeroben Schwelle statt.
Laut WHO sollten Erwachsene pro Woche 150–300 Minuten moderate oder 75–150 Minuten intensive aerobe Aktivität absolvieren, ergänzt durch Krafttraining an mindestens zwei Tagen. Kinder und Jugendliche sollten im Schnitt 60 Minuten täglich moderat bis intensiv aktiv sein. Wichtig: Jede Bewegung zählt, auch kurze Einheiten.
Die Intensität lässt sich über die Herzfrequenz steuern. Als moderat gelten nach ACSM etwa 64–76 % der maximalen Herzfrequenz. Eine einfache Faustregel ist der Sprechtest: Bei moderater Intensität kann man sich noch unterhalten, aber nicht mehr singen.
Laufen und Joggen, Radfahren, Schwimmen, Walking und Nordic Walking, Wandern, Rudern, Skilanglauf, Tanzen und Aerobic sowie Seilspringen.
Ausdauertraining ist fester Bestandteil der Behandlung bei koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Adipositas und Depressionen. Bei Vorerkrankungen sollte das Training ärztlich abgestimmt werden.
Für gesunde Menschen ist aerobes Training sehr sicher. Bei akuten Infekten, unkontrolliertem Bluthochdruck oder instabilen Herzerkrankungen ist intensive Belastung jedoch tabu. Bei ME/CFS (chronisches Fatigue-Syndrom) kann Belastung die Beschwerden deutlich verschlimmern. Ein strukturiertes, ansteigendes Ausdauertraining wird hier nicht mehr empfohlen. Wer zu schnell steigert oder zu wenig regeneriert, riskiert Überlastungsverletzungen und Übertraining.