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Was verursacht Akne und was hilft wirklich? Ursachen, Schweregrade, leitliniengerechte Behandlung und was Studien zu Lactoferrin zeigen.
Zu bevorzugten Quellen hinzufügenAkne vulgaris ist die häufigste Hauterkrankung und betrifft Millionen. Erfahre, was sie auslöst, wie sie behandelt wird.
Akne vulgaris ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haarfollikel und Talgdrüsen. Sie gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen weltweit und betrifft vor allem Jugendliche, besteht aber oft bis ins Erwachsenenalter fort oder tritt erst nach dem 25. Lebensjahr auf. Typisch sind Mitesser (Komedonen), rote Knötchen (Papeln), eitrige Pickel (Pusteln) und in schweren Fällen schmerzhafte Knoten oder Zysten im Gesicht, auf dem Rücken und auf der Brust.
Akne entsteht durch das Zusammenspiel von vier Faktoren:
Die genetische Veranlagung spielt eine große Rolle. Hormonelle Schwankungen, etwa vor der Menstruation oder beim polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS), bestimmte Medikamente, Stress und fettende Kosmetika können Akne auslösen oder verschlimmern. Auch eine Ernährung mit hoher glykämischer Last und möglicherweise Milchprodukte können dazu beitragen, die Studienlage ist hier aber uneinheitlich.
Akne ist mehr als ein kosmetisches Problem. Sie kann bleibende Narben und dunkle Flecken hinterlassen und das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität erheblich belasten.
Die Behandlung richtet sich nach Art und Schweregrad der Akne. Bei den meisten Therapien dauert es 8 bis 12 Wochen, bis sich eine deutliche Besserung zeigt.
Bei leichter bis mittelschwerer Akne empfehlen aktuelle Leitlinien vor allem Benzoylperoxid, topische Retinoide wie Adapalen oder Tretinoin sowie äußerlich angewendete Antibiotika. Antibiotika sollten dabei immer mit Benzoylperoxid kombiniert werden, um Resistenzen zu vermeiden. Azelainsäure und Salicylsäure sind weitere Optionen. Am besten wirkt meist eine Kombination mehrerer Wirkstoffe mit unterschiedlichem Wirkmechanismus.
Bei mittelschwerer bis schwerer Akne kommen Antibiotika zum Einnehmen wie Doxycyclin zum Einsatz, allerdings nur zusammen mit einer äußerlichen Behandlung und so kurz wie möglich. Bei Frauen können hormonelle Therapien wie kombinierte Antibabypillen oder Spironolacton helfen. Isotretinoin ist die wirksamste Behandlung bei schwerer Akne oder Akne mit Narbenbildung. Da es ein ungeborenes Kind schwer schädigen kann, müssen Frauen während der Behandlung sicher verhüten.
Lactoferrin ist ein Protein, das natürlicherweise in Milch und anderen Körperflüssigkeiten vorkommt. Es bindet Eisen, wirkt antibakteriell und kann Entzündungen dämpfen. Damit ist es ein interessanter Kandidat für eine ergänzende Behandlung bei Akne.
Einige kleine klinische Studien haben Lactoferrin zum Einnehmen untersucht. In einer zwölfwöchigen Studie mit 36 jungen Erwachsenen verringerte mit Lactoferrin angereicherte Sauermilch die entzündlichen Hautveränderungen und senkte bestimmte Fette auf der Hautoberfläche, verglichen mit Sauermilch ohne Zusatz. In einer weiteren placebokontrollierten Studie mit 82 Teilnehmenden verbesserte ein Präparat aus Lactoferrin, Vitamin E und Zink leichte bis mittelschwere Akne. Wie viel des Effekts dabei auf Lactoferrin selbst zurückging, ist allerdings unklar.
Eine systematische Übersichtsarbeit bewertet diese Ergebnisse als ermutigend, hält aber weitere Forschung für nötig, bevor Lactoferrin als etablierte Aknetherapie gelten kann. Lactoferrin kommt daher als Ergänzung zu bewährten Behandlungen infrage, ersetzt sie aber nicht, besonders nicht bei mittelschwerer bis schwerer Akne.
Die Ernährung ist nicht die Hauptursache, kann aber bei manchen Menschen eine Rolle spielen. Studien haben eine Ernährung mit hoher glykämischer Last und Milchprodukte mit Akne in Verbindung gebracht, eindeutig belegt ist der Zusammenhang aber nicht. Auf einzelne Lebensmittel zu verzichten, ist vor allem dann sinnvoll, wenn man selbst einen klaren Zusammenhang bemerkt.
Nein. Die Studien zu Lactoferrin sind klein und nutzten teilweise Kombinationspräparate. Lactoferrin kann die Haut möglicherweise unterstützen, ersetzt aber keine leitliniengerechte Behandlung mit Benzoylperoxid, Retinoiden oder Isotretinoin.
Ein Besuch beim Hautarzt ist sinnvoll, wenn sich die Akne nach zwei bis drei Monaten mit rezeptfreien Mitteln nicht bessert, wenn schmerzhafte Knoten oder Zysten auftreten, wenn Narben oder dunkle Flecken zurückbleiben oder wenn die Akne psychisch stark belastet.