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Aktivkohle ist ein hochporiges Kohlenstoffmaterial, das in der Medizin zur Behandlung von Vergiftungen eingesetzt wird. Sie bindet Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt und verhindert deren Aufnahme ins Blut.
Aktivkohle ist ein hochporiges Kohlenstoffmaterial, das in der Medizin zur Behandlung von Vergiftungen eingesetzt wird. Sie bindet Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt und verhindert deren Aufnahme ins Blut.
Aktivkohle (lateinisch: Carbo activatus oder Carbo medicinalis) ist ein speziell behandeltes Kohlenstoffmaterial mit einer extrem großen inneren Oberfläche. Durch einen thermischen Aktivierungsprozess entstehen unzählige winzige Poren, die Giftstoffe, Medikamente und andere schädliche Substanzen im Verdauungstrakt binden können. In der Medizin wird sie vor allem als Gegenmittel (Antidot) bei Vergiftungen eingesetzt.
Aktivkohle wirkt durch Adsorption – ein physikalischer Prozess, bei dem Substanzen an der Oberfläche der Kohlepartikel gebunden werden. Da Aktivkohle selbst nicht vom Körper aufgenommen wird, transportiert sie die gebundenen Substanzen durch den Darm und scheidet sie mit dem Stuhl aus.
Der wichtigste Einsatzbereich von Aktivkohle ist die Akutbehandlung oraler Vergiftungen. Sie sollte idealerweise innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach Einnahme des Giftstoffes verabreicht werden, da ihre Wirksamkeit mit der Zeit abnimmt. Typische Dosierungen beim Erwachsenen liegen bei 25 bis 100 g als Einzelgabe.
Bei bestimmten Vergiftungen kann eine wiederholte Gabe von Aktivkohle sinnvoll sein, um Substanzen, die in den Darm rückresorbiert werden (enterohepatischer Kreislauf), erneut zu binden.
Aktivkohle wird auch als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet, etwa zur Unterstützung bei Blähungen, Verdauungsbeschwerden oder als sogenanntes Detox-Mittel. Die wissenschaftliche Evidenz für diese Anwendungen ist jedoch begrenzt. Zudem kann Aktivkohle die Aufnahme von Medikamenten und wichtigen Nährstoffen hemmen, weshalb sie nicht unkontrolliert eingenommen werden sollte.
Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte sofort der Notruf (112) oder die Giftnotrufzentrale kontaktiert werden. Aktivkohle darf bei Vergiftungen nur nach ärztlicher oder toxikologischer Rücksprache eigenständig eingenommen werden, da sie nicht bei allen Vergiftungsarten wirksam oder sicher ist.
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