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Die Aurikularmedizin ist ein Teilgebiet der Komplementärmedizin, das die Ohrmuschel als Diagnosefläche und Therapiepunkt nutzt. Durch gezielte Stimulation bestimmter Ohrpunkte sollen körperliche und psychische Beschwerden gelindert werden.
Die Aurikularmedizin ist ein Teilgebiet der Komplementärmedizin, das die Ohrmuschel als Diagnosefläche und Therapiepunkt nutzt. Durch gezielte Stimulation bestimmter Ohrpunkte sollen körperliche und psychische Beschwerden gelindert werden.
Die Aurikularmedizin – auch als Ohrakupunktur oder Aurikulotherapie bekannt – ist ein Bereich der Komplementär- und Alternativmedizin, der sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen über die Ohrmuschel befasst. Die Grundannahme dieser Methode lautet, dass die Ohrmuschel eine somatotopische Projektion des gesamten menschlichen Körpers darstellt: Jeder Körperbereich und jedes Organ soll einem bestimmten Punkt an der Ohrmuschel entsprechen.
Die moderne Aurikularmedizin geht maßgeblich auf den französischen Arzt Paul Nogier zurück, der in den 1950er Jahren das Konzept der Ohrakupunktur systematisch entwickelte und beschrieb. Er veröffentlichte ein Modell, in dem das Ohr einem umgekehrten Fötus gleicht – der Ohrläppchen entspricht dabei dem Kopf, während die Wirbelsäule entlang der Anthelixfalte abgebildet wird.
Die Aurikularmedizin basiert auf der Vorstellung, dass Reizungen spezifischer Ohrpunkte über neuronale und reflektorische Wege Einfluss auf entsprechende Körperbereiche nehmen. Im Rahmen der Diagnose werden auffällige Punkte am Ohr identifiziert, die auf Erkrankungen oder Funktionsstörungen hinweisen sollen. Zur Therapie werden diese Punkte gezielt stimuliert.
In der aurikularmedizinischen Diagnostik werden verschiedene Verfahren eingesetzt, um relevante Punkte an der Ohrmuschel zu identifizieren:
Die therapeutische Stimulation der Ohrpunkte erfolgt mit verschiedenen Methoden:
Die Aurikularmedizin wird ergänzend bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt:
Die wissenschaftliche Datenlage zur Aurikularmedizin ist begrenzt und heterogen. Einige randomisierte kontrollierte Studien zeigen positive Effekte bei Schmerzen und Raucherentwöhnung, jedoch mangelt es insgesamt an qualitativ hochwertigen, reproduzierbaren Studien. Kritiker weisen auf methodische Schwächen, fehlende Placebokontrolle und unklare physiologische Wirkmechanismen hin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zwar eine Liste von Ohrpunkten standardisiert, erkennt die Aurikularmedizin aber nicht als eigenständige evidenzbasierte Medizin an.
In Deutschland wird die Ohrakupunktur von einigen Ärzten, Heilpraktikern und Physiotherapeuten angeboten und ist in bestimmten Fällen Bestandteil integrativer Therapiekonzepte.
Die Aurikularmedizin gilt bei sachkundiger Anwendung als weitgehend sicher. Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen umfassen:
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