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Gezielte Übungen bei Bandscheibenvorfall können Schmerzen lindern, die Wirbelsäule stabilisieren und die Genesung fördern. Erfahren Sie, welche Bewegungen helfen.
Gezielte Übungen bei Bandscheibenvorfall können Schmerzen lindern, die Wirbelsäule stabilisieren und die Genesung fördern. Erfahren Sie, welche Bewegungen helfen.
Ein Bandscheibenvorfall (medizinisch: Nucleus-pulposus-Prolaps) entsteht, wenn der weiche Gallertkern einer Bandscheibe durch den äußeren Faserring tritt und auf umliegende Nerven oder das Rückenmark drückt. Dies kann starke Schmerzen, Taubheitsgefühle und Muskelschwäche verursachen. Besonders häufig betroffen sind die Lendenwirbelsäule (LWS) und die Halswirbelsäule (HWS).
Lange Bettruhe ist bei einem Bandscheibenvorfall in den meisten Fällen nicht empfehlenswert. Gezielte, sanfte Bewegung hilft, die Rückenmuskulatur zu kräftigen, die Wirbelsäule zu stabilisieren und den Druck auf die betroffene Bandscheibe zu reduzieren. Physiotherapeutisch begleitete Übungen gelten heute als eine der wirksamsten konservativen Behandlungsmethoden.
Legen Sie sich auf den Rücken. Ziehen Sie ein Knie langsam zur Brust und halten Sie die Position 20–30 Sekunden. Diese Übung dehnt sanft die untere Rückenmuskulatur und entlastet die Lendenwirbelsäule.
In Rückenlage mit angewinkelten Knien: Drücken Sie die Lendenwirbelsäule aktiv in den Boden, indem Sie das Becken leicht kippen. Halten Sie 5–10 Sekunden und wiederholen Sie die Übung 10–15 Mal. Diese Übung aktiviert die tiefe Bauchmuskulatur und stabilisiert die Wirbelsäule.
Ausgangsposition ist der Vierfüßlerstand. Wechseln Sie langsam zwischen einem runden Rücken (Katze) und einem durchgestreckten Rücken (Kuh). Diese Mobilisationsübung verbessert die Beweglichkeit der Wirbelsäule und fördert die Durchblutung der Bandscheiben.
In Rückenlage mit angewinkelten Knien heben Sie das Gesäß langsam vom Boden ab, bis Schultern, Hüfte und Knie eine Linie bilden. Halten Sie die Position 5 Sekunden und senken Sie das Gesäß wieder ab. Diese Übung kräftigt Gesäß- und Rückenmuskulatur.
Im Vierfüßlerstand strecken Sie gleichzeitig den rechten Arm und das linke Bein aus, halten kurz und wechseln die Seiten. Diese Übung trainiert die Rumpfstabilität und koordiniert Rücken- und Gesäßmuskulatur.
Für Fortgeschrittene: In Seitlage auf dem Unterarm abstützen und die Hüfte anheben. Diese Übung stärkt die seitliche Rumpfmuskulatur. Anfänger beginnen mit gebeugten Knien.
Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule sind sanfte Dehn- und Mobilisationsübungen des Nackens sinnvoll. Langsame Kopfdrehungen, Seitneigungen und das Kinn-zur-Brust-Ziehen können die Nackenmuskulatur entlasten. Diese Übungen sollten ausschließlich unter physiotherapeutischer Anleitung erlernt werden.
Bei anhaltenden oder sich verschlechternden Beschwerden, Schmerzen, die in Beine oder Arme ausstrahlen, Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Muskelschwäche sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. In seltenen Fällen kann ein Bandscheibenvorfall eine chirurgische Behandlung erfordern.
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