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Blutegel sind Ringelwürmer, die in der Medizin therapeutisch eingesetzt werden. Ihre Anwendung fördert die Durchblutung und wirkt entzündungshemmend.
Blutegel sind Ringelwürmer, die in der Medizin therapeutisch eingesetzt werden. Ihre Anwendung fördert die Durchblutung und wirkt entzündungshemmend.
Blutegel (Hirudo medicinalis) sind parasitisch lebende Ringelwürmer aus der Klasse der Gürtelwürmer (Clitellata). Sie leben in Süßgewässern und ernähren sich vom Blut von Wirbeltieren. In der Medizin werden speziell gezüchtete, sterile Blutegel eingesetzt, die seit Jahrtausenden zur Behandlung verschiedener Erkrankungen genutzt werden. Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten Heilmethoden der Menschheit und erlebt heute eine wissenschaftlich fundierte Renaissance.
Der medizinische Einsatz von Blutegeln reicht bis in die Antike zurück. Im antiken Ägypten, Griechenland und Rom wurden sie zur Behandlung von Fieber, Entzündungen und Stauungen eingesetzt. Im 19. Jahrhundert erlebte die Blutegeltherapie in Europa einen Höhepunkt, bevor sie durch moderne Medizin weitgehend verdrängt wurde. Heute wird sie als ergänzende Heilmethode (Komplementarmedizin) wieder anerkannt und wissenschaftlich untersucht.
Während des Saugvorgangs gibt der Blutegel eine Vielzahl bioaktiver Substanzen aus seinen Speicheldrüsen in die Wunde ab. Die wichtigsten Wirkstoffe sind:
Durch diese Kombination aus Blutentnahme, gerinnungshemmenden und entzündungswidrigen Substanzen entsteht ein therapeutischer Gesamteffekt, der lokale Durchblutungsstörungen, Schwellungen und Schmerzen lindern kann.
Die Blutegeltherapie wird heute in verschiedenen medizinischen Bereichen eingesetzt:
Die Blutegeltherapie wird ausschließlich von ausgebildetem medizinischem Fachpersonal durchgeführt. Es werden ausschließlich zugelassene, sterile Medizinblutegel verwendet, die nach einmaliger Anwendung fachgerecht entsorgt werden, um jede Infektionsübertragung auszuschließen. Je nach Indikation werden zwischen 2 und 10 Egel auf die betroffene Körperstelle gesetzt. Ein Egel saugt in 30 bis 60 Minuten etwa 5 bis 15 ml Blut. Nach dem Ablassen blutet die Wunde aufgrund der gerinnungshemmenden Wirkstoffe noch einige Stunden nach, was therapeutisch erwünscht ist.
Die Blutegeltherapie gilt bei fachgerechter Anwendung als sicher. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Kontraindikationen (Gegenanzeigen) umfassen Blutungsstörungen, die Einnahme von Blutverdünnern, Blutärmut (Anämie), Immunschwäche sowie Schwangerschaft.
Die Wirksamkeit der Blutegeltherapie ist für bestimmte Indikationen wissenschaftlich belegt. Besonders gut untersucht ist der Einsatz bei Kniegelenksarthrose, wo mehrere klinische Studien eine signifikante Schmerzreduktion und verbesserte Gelenkfunktion zeigen konnten. In der Mikrochirurgie ist die Anwendung heute ein etablierter Standard. Für andere Anwendungsgebiete wird weitere Forschung benötigt.
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