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Der Bürstensaum ist eine spezialisierte Zellstruktur im Dünndarm, die aus dicht gepackten Mikrovilli besteht und die Nährstoffaufnahme erheblich vergrößert.
Der Bürstensaum ist eine spezialisierte Zellstruktur im Dünndarm, die aus dicht gepackten Mikrovilli besteht und die Nährstoffaufnahme erheblich vergrößert.
Der Bürstensaum (auch Mikrovillisaum genannt) bezeichnet eine charakteristische Oberflächenstruktur auf bestimmten Epithelzellen, die aus tausenden feiner, fingerförmiger Zellfortsätze – den sogenannten Mikrovilli – besteht. Unter dem Mikroskop erinnert diese dichte Anordnung an die Borsten einer Bürste, woher der Begriff stammt. Der Bürstensaum ist vor allem im Dünndarm und in der Niere zu finden, wo er entscheidende Funktionen bei der Resorption von Nährstoffen und der Filtration von Substanzen übernimmt.
Jede einzelne Mikrovilli ist ein schmaler, zylindrischer Fortsatz der Zellmembran, der von einem Gerüst aus Aktinfilamenten (Eiweißfasern) gestützt wird. Die einzelnen Mikrovilli sind so dicht gepackt, dass sie eine gleichmäßige, borstige Oberfläche bilden. Auf ihrer Außenseite befindet sich die sogenannte Glykokalyx, eine Schicht aus Zuckermolekülen, die wichtige Enzyme und Transportproteine trägt.
Die Hauptaufgabe des Bürstensaums ist die massive Vergrößerung der Zelloberfläche. Im Dünndarm erhöht er gemeinsam mit den Darmzotten (Villi) und den Kerckring-Falten die Resorptionsfläche auf insgesamt etwa 200–300 Quadratmeter. Dies ermöglicht eine effiziente Aufnahme von Nährstoffen wie Kohlenhydraten, Proteinen, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen aus dem Nahrungsbrei.
In die Membran der Mikrovilli sind zahlreiche Verdauungsenzyme eingebettet, darunter:
Diese Enzyme ermöglichen die sogenannte Membranverdauung, bei der Nährstoffe direkt an der Zelloberfläche in ihre kleinsten Bestandteile zerlegt und sofort aufgenommen werden.
Neben den Enzymen befinden sich im Bürstensaum zahlreiche Transportproteine, die Nährstoffe aktiv oder passiv durch die Zellmembran ins Zellinnere befördern. Dazu gehören beispielsweise Glukose-Transporter (SGLT1) sowie Transporter für Aminosäuren, Fettsäuren und verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.
Im proximalen Tubulus der Niere kommt ebenfalls ein ausgeprägter Bürstensaum vor. Hier ist er für die Rückresorption wichtiger Substanzen aus dem Primärharn verantwortlich, darunter Glukose, Aminosäuren, Phosphat und Natrium. So verhindert der Bürstensaum den Verlust wertvoller Stoffe über den Urin.
Schädigungen oder ein Verlust des Bürstensaums haben erhebliche klinische Folgen, da sowohl die Verdauungsenzyme als auch die Transportproteine fehlen oder vermindert vorhanden sind:
Erkrankungen des Bürstensaums werden typischerweise durch folgende Methoden diagnostiziert:
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