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CD13 ist ein Enzym auf Zelloberflächen, das bei Krebs, Entzündungen und Immunprozessen eine zentrale Rolle spielt. Erfahre mehr über Funktion, Tumorbiologie und therapeutische Zielstrukturen.
CD13 ist ein Enzym auf Zelloberflächen, das bei Krebs, Entzündungen und Immunprozessen eine zentrale Rolle spielt. Erfahre mehr über Funktion, Tumorbiologie und therapeutische Zielstrukturen.
CD13, auch bekannt als Aminopeptidase N (APN), ist ein transmembranöses Enzym, das auf der Oberfläche zahlreicher Zelltypen vorkommt – insbesondere auf Myelozyten, Endothelzellen, Epithelzellen und Tumorzellen. Es gehört zur Familie der Zink-abhängigen Metalloproteasen und spielt eine wichtige Rolle bei der Spaltung von Peptiden, Zellmigration, Angiogenese und Immunregulation.
CD13 ist an vielen biologischen Prozessen beteiligt:
Proteinabbau: Spaltet terminale Aminosäuren von Oligopeptiden ab
Regulation von Entzündungen: Beteiligt an der Aktivierung und Steuerung von Immunzellen
Zelladhäsion und Migration: Unterstützt die Bewegung von Immunzellen im Gewebe
Angiogenese: Fördert die Bildung neuer Blutgefäße, insbesondere bei Gewebeumbauprozessen
CD13 ist in vielen Tumorgeweben überexprimiert, insbesondere in:
Weichteilsarkomen
Kolorektalen Karzinomen
Lungenkrebs
Leberzellkarzinom
Diese Überexpression macht CD13 zu einem interessanten Zielmolekül für Tumortherapien. In der TRABTRAP-Studie beispielsweise wird das tumorspezifische Peptid tTF-NGR genutzt, das an CD13 bindet, um selektiv die Tumorvaskulatur zu verschließen und Krebszellen durch Sauerstoffmangel abzutöten.
Durch seine gezielte Expression auf tumorassoziierten Gefäßendothelzellen, aber nicht auf normalen Blutgefäßen, bietet CD13 eine Plattform für die zielgerichtete Medikamentenabgabe. Dabei werden therapeutische Substanzen oder Nanopartikel mit CD13-ligierenden Molekülen wie NGR-Peptiden versehen, um selektiv Tumorgewebe zu erreichen.
Auch in der Diagnostik wird CD13 als biomolekularer Marker eingesetzt, um bestimmte Krebsarten oder Entzündungszustände zu identifizieren.
CD13 wird auch bei chronischen Entzündungen, viralen Infektionen und Autoimmunerkrankungen untersucht. Es dient z. B. als Rezeptor für bestimmte Coronaviren (nicht SARS-CoV-2) und ist an der Pathogenese einiger virusinduzierter Erkrankungen beteiligt.
Literaturhinweise:
Mina-Osorio, P. (2008). "The moonlighting enzyme CD13: old and new functions to target." Trends in Molecular Medicine.
Pasqualini, R. et al. (2000). "Targeting the interleukin-4 receptor and CD13/APN with peptide ligands for tumor diagnosis and therapy." Journal of Clinical Investigation.
Lamszus, K. et al. (2022). "CD13 als molekulares Ziel in der Krebstherapie." Onkologische Forschung aktuell.