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E171 ist der EU-Lebensmittelzusatzstoff Titandioxid, ein weisses Pigment in Lebensmitteln, Arzneimitteln und Kosmetika. Seit 2022 ist es in der EU als Lebensmittelzusatzstoff verboten.
E171 ist der EU-Lebensmittelzusatzstoff Titandioxid, ein weisses Pigment in Lebensmitteln, Arzneimitteln und Kosmetika. Seit 2022 ist es in der EU als Lebensmittelzusatzstoff verboten.
E171 ist die europaeische Bezeichnung fuer Titandioxid (chemische Formel: TiO2) als Lebensmittelzusatzstoff. Es handelt sich um ein weisses, geruchloses Pigment, das zur Faerbung und Aufhellung von Lebensmitteln, Suessigkeiten, Kaugummis, Saucen, Backwaren sowie von Arzneimitteln und Kosmetika eingesetzt wurde. Titandioxid ist ein natuerlich vorkommendes Mineral, das technisch aufbereitet und zu feinen Partikeln verarbeitet wird.
E171 wurde in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt, darunter:
Das Additiv diente ausschliesslich optischen Zwecken und hatte keinen naehrwertbezogenen Nutzen.
Ein wesentliches Gesundheitsproblem bei E171 ist, dass ein erheblicher Anteil der Titandioxid-Partikel im Nanobereich liegt (unter 100 Nanometer). Nanopartikel koennen biologische Barrieren im Koerper leichter ueberwinden als groessere Partikel. Die Europaeische Behoerde fuer Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam 2021 nach einer umfassenden Bewertung zu dem Schluss, dass Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr als sicher angesehen werden kann. Besorgniserregend waren insbesondere:
Aufgrund der EFSA-Bewertung hat die Europaeische Kommission E171 ab dem 7. August 2022 als Lebensmittelzusatzstoff in der EU verboten. Lebensmittel, die Titandioxid enthalten, durften noch bis zum 7. August 2022 in den Verkehr gebracht werden; bestehende Lagerbestaende konnten noch bis zu ihrem Ablaufdatum verkauft werden. In anderen Laendern ausserhalb der EU, wie etwa den USA, ist E171 in Lebensmitteln weiterhin zugelassen.
In Arzneimitteln wird Titandioxid als Ueberzugsmittel fuer Tabletten und Kapseln eingesetzt. In diesem Bereich gilt das EU-Verbot nicht in gleicher Weise; hier wird die Sicherheitsbewertung separat durch die Europaeische Arzneimittelagentur (EMA) vorgenommen. In Sonnenschutzmitteln und Kosmetika ist Titandioxid ebenfalls weit verbreitet, da es UV-Strahlen zurueckwirft. Die Sicherheit von Titandioxid in topischen Anwendungen (auf der Haut) wird von der Europaeischen Chemikalienagentur (ECHA) und dem Wissenschaftlichen Ausschuss fuer Verbrauchersicherheit (SCCS) separat bewertet.
Verbraucher, die E171 in Lebensmitteln vermeiden moechten, sollten die Zutatenlisten von Produkten sorgfaeltig lesen, insbesondere bei importierten Waren aus Laendern ausserhalb der EU. Bei Produkten wie Tablettenueberzuegen oder Kosmetika ist das Additiv weiterhin moeglich. Wer gesundheitliche Bedenken hat, kann beim behandelnden Arzt oder Apotheker nach Alternativen fragen.
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