Wissenswertes über "Ekchymose"
Eine Ekchymose ist eine flächenhafte Blutung in die Haut oder Schleimhaut, die als blauer oder violetter Fleck sichtbar wird. Sie entsteht durch geplatzte Blutgefäße.
Was ist eine Ekchymose?
Eine Ekchymose (von griechisch ekchymosis: Ausströmen von Blut) bezeichnet eine flächenhafte Einblutung in die Haut oder Schleimhaut, die durch das Austreten von Blut aus geschädigten Blutgefäßen entsteht. Im Volksmund wird sie häufig als blauer Fleck oder Bluterguss bezeichnet. Im Gegensatz zu Petechien (punktförmige Blutungen) und Purpura (kleinflächige Einblutungen) hat eine Ekchymose einen Durchmesser von mehr als einem Zentimeter. Die Verfärbung verändert sich im Heilungsverlauf von Blau-Violett über Grün bis hin zu Gelblich-Braun, da das ausgetretene Blut schrittweise abgebaut wird.
Ursachen
Ekchymosen können durch eine Vielzahl von Ursachen entstehen:
- Traumatische Ursachen: Stöße, Prellungen, Stürze oder Quetschungen sind die häufigsten Auslöser. Dabei werden kleine Blutgefäße (Kapillaren) oder größere Gefäße beschädigt, ohne dass die Haut äußerlich verletzt wird.
- Medikamentöse Ursachen: Blutverдünnende Medikamente wie Antikoagulanzien (z. B. Warfarin, Heparin) oder Thrombozytenaggregationshemmer (z. B. Acetylsalicylsäure) erhöhen die Neigung zu Einblutungen erheblich.
- Gerinnungsstörungen: Erkrankungen wie Hämophilie, Von-Willebrand-Syndrom oder ein Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) fördern das Auftreten von Ekchymosen.
- Altersbedingte Veränderungen: Bei älteren Menschen wird die Haut dünner und die Blutgefäße brüchiger, was zu sogenannten senilen Ekchymosen führt – auch als "Altershaut-Bluterguss" bekannt.
- Erkrankungen: Lebererkrankungen, Vitamin-K-Mangel, Skorbut (Vitamin-C-Mangel) oder Vaskulitis (Gefäßentzündung) können ebenfalls Ekchymosen verursachen.
- Invasive Eingriffe: Nach Operationen, Injektionen oder Blutentnahmen können Ekchymosen auftreten.
Symptome und Erscheinungsbild
Ekchymosen zeigen sich als nicht wegdrückbare Verfärbungen der Haut, die sich nicht wie geroutete Hautgefäße durch Druck aufhellen lassen. Typische Merkmale sind:
- Flächenhafte Verfärbung der Haut von blau-violett über grün bis gelblich-braun im Heilungsverlauf
- Durchmesser von mehr als einem Zentimeter
- Gelegentlich Schwellung oder Druckschmerz im betroffenen Bereich
- Keine erhöhte Hauttemperatur (außer bei entzündlichen Ursachen)
Bei spontan auftretenden oder besonders großflächigen Ekchymosen ohne erkennbaren Auslöser sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Diagnose
Die Diagnose einer Ekchymose ist in der Regel eine klinische Diagnose, das heißt, sie wird durch die Beurteilung des Erscheinungsbildes gestellt. Je nach Verdacht auf eine zugrundeliegende Erkrankung können weitere Untersuchungen notwendig sein:
- Blutbild: Bestimmung der Thrombozytenzahl (Blutplättchen)
- Gerinnungsparameter: Messung von Prothrombinzeit (Quick/INR), aPTT und anderen Gerinnungsfaktoren
- Leberwerte: Bei Verdacht auf eine Lebererkrankung
- Vitamin-K- und Vitamin-C-Spiegel: Bei Verdacht auf einen Mangelzustand
- Bildgebung: Bei tiefer liegenden Blutungen kann eine Sonographie oder MRT notwendig sein
Behandlung
Die Behandlung einer Ekchymose richtet sich nach ihrer Ursache:
Behandlung bei traumatischer Ursache
- Kühlung: Unmittelbar nach dem Trauma helfen Kältekompressen (nicht direkt auf der Haut), die Blutung zu begrenzen und Schwellungen zu reduzieren.
- Hochlagerung: Bei Ekchymosen an den Extremitäten kann das Hochlagern der betroffenen Gliedmaße den Heilungsprozess unterstützen.
- Topische Präparate: Heparin-haltige Salben oder Arnika-Präparate können örtlich angewendet werden, um die Resorption des Blutergusses zu fördern.
Behandlung bei zugrundeliegender Erkrankung
- Bei Gerinnungsstörungen ist eine spezifische Therapie der Grunderkrankung erforderlich (z. B. Substitution von Gerinnungsfaktoren bei Hämophilie).
- Bei medikamentös bedingten Ekchymosen kann eine Anpassung der Dosierung oder ein Wechsel des Medikaments notwendig sein.
- Mangelzustände (Vitamin K, Vitamin C) werden durch gezielte Supplementierung behandelt.
Wann zum Arzt?
Eine ärztliche Konsultation ist empfehlenswert, wenn:
- Ekchymosen ohne erkennbaren Auslöser auftreten
- Ekchymosen sehr großflächig oder besonders häufig sind
- Zusätzliche Symptome wie Fieber, Gelenkschmerzen oder allgemeine Schwäche bestehen
- die Einnahme von Blutverdünnern bekannt ist und ungewöhnliche Blutungen auftreten
- die Ekchymose sich vergrößert oder nach mehr als drei Wochen nicht abgeheilt ist
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
- Kasper, D.L. et al. (Hrsg.): Harrison's Principles of Internal Medicine. 21. Auflage. McGraw-Hill Education, 2022.
- World Health Organization (WHO): International Classification of Diseases (ICD-11). Online verfügbar unter: https://icd.who.int/