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EKG-Infarktzeichen sind typische Veränderungen im Elektrokardiogramm, die auf einen Herzinfarkt hinweisen. Sie ermöglichen eine schnelle Diagnose und lebensrettende Behandlung.
EKG-Infarktzeichen sind typische Veränderungen im Elektrokardiogramm, die auf einen Herzinfarkt hinweisen. Sie ermöglichen eine schnelle Diagnose und lebensrettende Behandlung.
Das Elektrokardiogramm (EKG) ist eine der wichtigsten Untersuchungen bei Verdacht auf einen Herzinfarkt. Es zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und zeigt charakteristische Veränderungen, wenn Herzmuskelgewebe durch einen Gefäßverschluss nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Diese Veränderungen werden als EKG-Infarktzeichen bezeichnet und sind entscheidend für eine schnelle Diagnosestellung und Therapieeinleitung.
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn eine Koronararterie – also ein Herzkranzgefäß – durch ein Blutgerinnsel blockiert wird. Das dahinterliegende Herzmuskelgewebe wird nicht mehr ausreichend durchblutet. In der Folge kommt es zu typischen elektrophysiologischen Veränderungen, die sich im EKG widerspiegeln. Je nach Stadium des Infarkts zeigen sich unterschiedliche Muster.
Die ST-Strecken-Hebung ist das bekannteste und klinisch bedeutsamste Infarktzeichen. Sie tritt in der Frühphase eines akuten Verschlusses auf und weist auf eine vollständige Unterbrechung der Blutversorgung hin. Ein Infarkt mit ST-Hebung wird als STEMI (ST-Elevation Myocardial Infarction) bezeichnet und erfordert sofortige medizinische Intervention. Die ST-Hebung gilt als signifikant, wenn sie in mindestens zwei benachbarten Ableitungen mehr als 0,1 mV (1 mm) beträgt.
Die pathologische Q-Zacke entwickelt sich in der Regel Stunden bis Tage nach dem Infarktereignis. Sie ist ein Zeichen für abgestorbenes (nekrotisches) Herzmuskelgewebe und bleibt häufig dauerhaft bestehen. Eine Q-Zacke gilt als pathologisch, wenn sie breiter als 0,04 Sekunden ist oder mehr als 25 % der R-Zacken-Amplitude beträgt.
In der Frühphase eines Infarkts können zunächst überhöhte, spitze T-Wellen (sogenannte Hyperakute T-Wellen) auftreten. Später kommt es häufig zu einer T-Wellen-Negativierung (Inversion), die auf eine Ischämie oder Repolarisationsstörung des Herzmuskels hinweist.
Eine ST-Strecken-Senkung kann auf eine subendokardiale Ischämie hinweisen, bei der die inneren Schichten des Herzmuskels nicht ausreichend durchblutet werden. Dieses Bild ist typisch für den NSTEMI (Non-ST-Elevation Myocardial Infarction) oder eine instabile Angina pectoris.
Ein neu aufgetretener Linksschenkelblock im EKG gilt ebenfalls als Infarktäquivalent und muss wie ein STEMI behandelt werden, da er ein komplettes Koronargefäßverschluss verdecken kann.
Die betroffenen EKG-Ableitungen geben Hinweise auf die Lokalisation des Infarkts im Herzmuskel:
Das EKG ist ein zentrales Werkzeug in der Notfallmedizin. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte ein 12-Kanal-EKG innerhalb von 10 Minuten nach dem ersten Arztkontakt geschrieben werden. Die Interpretation der EKG-Infarktzeichen erfolgt immer in Kombination mit dem klinischen Bild (Brustschmerz, Atemnot) und Laborwerten wie dem Troponin, einem spezifischen Marker für Herzmuskelschäden.
Die Therapie richtet sich nach dem EKG-Befund:
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