Wissenswertes über "Extrinsische Hautalterung"
Extrinsische Hautalterung bezeichnet die durch äußere Einflüsse verursachte Hautalterung, z. B. durch UV-Strahlung, Rauchen oder Umweltverschmutzung. Sie ist beeinflussbar und von der natürlichen Alterung abgrenzbar.
Was ist extrinsische Hautalterung?
Die extrinsische Hautalterung beschreibt den vorzeitigen Alterungsprozess der Haut, der durch äußere, also von außen einwirkende Faktoren ausgelöst wird. Im Gegensatz zur intrinsischen Hautalterung – dem natürlichen, genetisch bedingten Alterungsprozess – ist die extrinsische Hautalterung durch gezielte Maßnahmen weitgehend vermeidbar oder zumindest deutlich verlangsambar. Sie betrifft vor allem die äußeren Hautschichten und äußert sich in sichtbaren Veränderungen wie Falten, Pigmentflecken und Elastizitätsverlust.
Ursachen der extrinsischen Hautalterung
Die wichtigsten externen Einflussfaktoren, die zur vorzeitigen Hautalterung beitragen, sind:
- UV-Strahlung (Photoaging): Sonnenstrahlung ist der bedeutendste Einzelfaktor. Sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen schädigen Kollagen- und Elastinfasern in der Dermis, fördern oxidativen Stress und führen zu DNA-Schäden in Hautzellen. Dieser Prozess wird als Photoaging oder Lichtaltherung bezeichnet.
- Rauchen: Tabakrauch setzt Tausende giftiger Substanzen frei, die die Durchblutung der Haut verschlechtern, den Kollagenabbau beschleunigen und die Bildung freier Radikale fördern. Raucher entwickeln häufig ein fahl-graues Hautbild und tiefe Falten um Mund und Augen.
- Luftverschmutzung (Pollution): Feinstaub, Ozon und andere Schadstoffe in der Luft durchdringen die Hautbarriere, lösen oxidativen Stress aus und fördern Entzündungsprozesse, die die Hauttstruktur langfristig schädigen.
- Ernährung und Zuckerkonsum: Eine zuckerreiche Ernährung fördert die sogenannte Glykierung (Glycation), bei der Zuckermoleküle an Kollagenfasern binden und diese verhärten und brüchig machen.
- Alkohol: Regelmäßiger Alkoholkonsum dehydriert die Haut, hemmt die Regeneration und fördert Entzündungsreaktionen.
- Schlafmangel und chronischer Stress: Beide Faktoren erhöhen den Cortisolspiegel im Körper, was den Kollagenabbau begünstigt und die Barrierefunktion der Haut beeinträchtigt.
- Kälte, Wind und Trockenheit: Extreme Witterungseinflüsse entziehen der Haut Feuchtigkeit und stören die Schutzbarriere.
Symptome und sichtbare Veränderungen
Die Anzeichen extrinsischer Hautalterung sind vielfältig und betreffen hauptsächlich die sonnenexponierten Hautstellen wie Gesicht, Hände, Dekolleté und Nacken:
- Tiefe Falten und Furchenbildung, insbesondere auf sonnenexponierten Arealen
- Alters- und Pigmentflecken (Lentigines solares) durch ungleichmäßige Melaninverteilung
- Vergrößerte Poren und raue Hautoberfläche
- Elastizitätsverlust und schlaffe, ledrige Hauttextur
- Teleangiektasien (sichtbare kleine Blutgefäße an der Hautoberfläche)
- Ungleichmäßiger Teint und Hauttrockenheit
- Präkanzeröse Veränderungen wie aktinische Keratosen (durch UV-Schäden)
Diagnose
Die Diagnose extrinsischer Hautalterung erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung durch einen Dermatologen. Dabei werden das Ausmaß und die Verteilung der Hautveränderungen beurteilt und mit dem natürlichen Alterungsprozess verglichen. Ergänzend können eingesetzt werden:
- Dermatoskopie: Vergrößerte Betrachtung der Hautoberfläche zur Beurteilung von Pigmentveränderungen
- Hoch- frequenz-Ultraschall der Haut: Beurteilung der Hautdickigkeit und Kollagenstruktur
- Standardisierte Fotodokumentation: Zur Verlaufsbeurteilung und Therapiekontrolle
Prävention
Da die extrinsische Hautalterung maßgeblich durch vermeidbare Faktoren beeinflusst wird, spielen präventive Maßnahmen eine zentrale Rolle:
- Konsequenter Sonnenschutz: Tägliche Anwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30 oder höher), Tragen von Schutzkleidung und Meiden intensiver Mittagssonne
- Rauchverzicht: Der Verzicht auf Tabak reduziert die Hautschäden durch Nikotin und Tabakinhaltsstoffe erheblich
- Ausgewogene Ernährung: Reich an Antioxidantien (Vitamin C, E, Beta-Carotin), wenig Zucker und verarbeitete Lebensmittel
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Unterstützt die Hautfeuchtigkeit von innen
- Stressmanagement und ausreichend Schlaf: Fördert die Hautreparatur und Regeneration
- Hautpflege mit Wirkstoffen: Retinol, Hyaluronsäure, Niacinamid und Peptide können die Hautalterung verlangsamen
Behandlung
Bereits eingetretene Veränderungen durch extrinsische Hautalterung können mit verschiedenen dermatologischen und kosmetischen Verfahren behandelt werden:
- Topische Retinoide (z. B. Tretinoin): Verschreibungspflichtige Wirkstoffe, die die Kollagenproduktion anregen und Pigmentflecken aufhellen
- Chemisches Peeling: Abtragung geschädigter Hautschichten durch chemische Säuren (z. B. Glykolsaure, Trichloressigsaure)
- Laserbehandlungen: Ablative und nicht-ablative Laser zur Hautstraffung und Behandlung von Pigmentstörungen
- Botulinum-Toxin (Botox): Entspannung von Gesichtsmuskeln zur Reduzierung mimischer Falten
- Füller (Fillers): Unterspritzung mit Hyaluronsäure oder anderen Substanzen zur Volumenwiederherstellung
- Mikroneedling und Radiofrequenztherapie: Stimulation der Kollagenproduktion durch kontrollierte Hautreizung
Quellen
- Gilchrest, B.A. & Krutmann, J. (Hrsg.) - Skin Aging. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg, 2006.
- Krutmann, J. et al. - The skin aging exposome. Journal of Dermatological Science, 85(3):152-161, 2017. (PubMed)
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) - Leitlinien zur Prävention und Behandlung der Lichtalterung der Haut, 2023.