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Gallensäurebindung bezeichnet den Prozess, bei dem Gallensäuren im Darm gebunden und deren Rückresorption gehemmt wird – ein wichtiger Mechanismus zur Senkung des Cholesterinspiegels.
Gallensäurebindung bezeichnet den Prozess, bei dem Gallensäuren im Darm gebunden und deren Rückresorption gehemmt wird – ein wichtiger Mechanismus zur Senkung des Cholesterinspiegels.
Die Gallensäurebindung beschreibt einen physiologischen oder therapeutisch induzierten Vorgang, bei dem Gallensäuren im Dünndarm an bestimmte Substanzen gebunden werden. Gallensäuren sind körpereigene Verbindungen, die in der Leber aus Cholesterin synthetisiert und in die Gallenblase ausgeschieden werden. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Fettverdauung, indem sie Nahrungsfette emulgieren und deren Aufnahme im Darm ermöglichen.
Normalerweise werden Gallensäuren nach ihrer Funktion im Dünndarm zu einem Großteil wieder ins Blut aufgenommen und zur Leber zurücktransportiert – ein Kreislauf, der als enterohepatischer Kreislauf bezeichnet wird. Wird dieser Kreislauf durch eine gezielte Bindung der Gallensäuren unterbrochen, muss die Leber vermehrt neues Cholesterin abbauen, um neue Gallensäuren zu bilden. Dies führt zu einer Senkung des Cholesterinspiegels im Blut.
Die Gallensäurebindung kann auf zwei Wegen erfolgen:
Beide Wege führen dazu, dass die Leber verstärkt LDL-Cholesterin aus dem Blut aufnimmt, um den Gallensäurepool zu erneuern. In der Folge sinkt der LDL-Cholesterinspiegel im Blut.
Die Gallensäurebindung ist therapeutisch bedeutsam bei folgenden Erkrankungen und Zuständen:
Neben medikamentösen Gallensäurebindern kann auch eine ballaststoffreiche Ernährung die Gallensäurebindung im Darm fördern. Besonders geeignet sind:
Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist für Beta-Glucan aus Hafer ein gesundheitsbezogener Anspruch zur Senkung des Cholesterinspiegels zugelassen, wenn mindestens 3 g Beta-Glucan täglich aufgenommen werden.
Medikamentöse Gallensäurebinder gehören zur Klasse der Lipidsenker und werden in der Regel ergänzend zu Statinen eingesetzt, wenn diese allein nicht ausreichen. Wichtige Vertreter sind:
Mögliche Nebenwirkungen dieser Medikamente umfassen Verstopfung, Blähungen, Übelkeit sowie eine verminderte Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) und bestimmter Medikamente.
Die Indikation zur therapeutischen Gallensäurebindung wird in der Regel von einem Arzt nach Messung der Blutfettwerte (LDL-Cholesterin, Gesamtcholesterin, Triglyzeride) und Beurteilung des kardiovaskulären Risikoprofils gestellt. Ergänzend können spezifische Tests zur Diagnose einer Gallensäure-Malabsorption, wie der SeHCAT-Test, eingesetzt werden.
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