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Eine Geburtsverletzung ist eine körperliche Verletzung, die bei der Mutter oder dem Kind während der Geburt entstehen kann. Sie reicht von leichten Dammrissen bis zu schwerwiegenden Gewebeschäden.
Eine Geburtsverletzung ist eine körperliche Verletzung, die bei der Mutter oder dem Kind während der Geburt entstehen kann. Sie reicht von leichten Dammrissen bis zu schwerwiegenden Gewebeschäden.
Eine Geburtsverletzung bezeichnet jede körperliche Schädigung, die im Verlauf des Geburtsvorgangs bei der gebärenden Person oder beim Neugeborenen auftreten kann. Solche Verletzungen sind häufig und betreffen einen erheblichen Anteil aller Geburten. Sie können spontan entstehen oder im Zusammenhang mit geburtshilflichen Maßnahmen wie der Verwendung einer Saugglocke (Vakuumextraktion) oder einer Geburtszange (Forzeps) auftreten. Die meisten Geburtsverletzungen heilen gut aus, einige erfordern jedoch eine medizinische Behandlung oder operative Versorgung.
Geburtsverletzungen entstehen durch mechanische Belastungen während des Geburtsvorgangs. Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko:
Der Dammriss ist die häufigste Geburtsverletzung bei der Mutter. Er entsteht durch den Druck des kindlichen Kopfes auf den Damm (Bereich zwischen Vagina und After). Dammrisse werden in vier Schweregrade eingeteilt:
Eine Episiotomie ist ein gezielter chirurgischer Schnitt im Dammbereich, der in bestimmten Situationen vom Geburtshelfer vorgenommen wird, um das Kind schneller entbinden zu können oder unkontrollierten Einrissen vorzubeugen. Sie wird heute nur noch bei gezielter medizinischer Indikation eingesetzt.
Auch beim Kind können während der Geburt Verletzungen entstehen:
Die Diagnose von Geburtsverletzungen bei der Mutter erfolgt unmittelbar nach der Geburt durch eine gründliche klinische Untersuchung durch Hebamme oder Arzt. Dammverletzungen werden klassifiziert und gegebenenfalls operativ versorgt. Beim Neugeborenen wird im Rahmen der U1-Untersuchung direkt nach der Geburt eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Bei Verdacht auf tiefere Verletzungen oder Organschäden kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder MRT zum Einsatz.
Leichte Dammrisse (Grad I) heilen oft ohne Naht von selbst. Schwerere Risse und Episiotomien werden in örtlicher Betäubung oder unter Regionalanästhesie (z. B. Periduralanästhesie) chirurgisch genäht. Wichtige Begleitmaßnahmen umfassen:
Die meisten Geburtsverletzungen beim Kind heilen spontan aus. Eine Klavikulafraktur wird durch ruhige Lagerung versorgt. Bei einer Plexus-brachialis-Lähmung kommen Physiotherapie und in schweren Fällen neurochirurgische Eingriffe in Betracht. Hirnblutungen erfordern intensivmedizinische Überwachung und Behandlung.
Die Mehrzahl der Geburtsverletzungen heilt ohne bleibende Schäden aus. Schwere Verletzungen wie ein Dammriss Grad III oder IV können jedoch langfristig Stuhlinkontinenz oder chronische Beckenbodenschmerzen verursachen. Durch erfahrene geburtshilfliche Begleitung, gezielte Dammschutztechniken, den kontrollierten Einsatz von Episiotomien sowie eine sorgfältige postpartale Nachsorge lässt sich das Risiko schwerer Verletzungen deutlich reduzieren.
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