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Gemmotherapie ist eine pflanzliche Heilmethode, die Wirkstoffe aus Knospen und Jungtrieben von Pflanzen nutzt. Sie gilt als sanfte Therapieform der Naturheilkunde.
Gemmotherapie ist eine pflanzliche Heilmethode, die Wirkstoffe aus Knospen und Jungtrieben von Pflanzen nutzt. Sie gilt als sanfte Therapieform der Naturheilkunde.
Die Gemmotherapie (vom lateinischen gemma = Knospe) ist ein Verfahren der Phytotherapie, das auf den belgischen Homöopathen Pol Henry zurückgeht und später vom französischen Arzt Max Tétiau weiterentwickelt wurde. Im Mittelpunkt dieser Methode stehen Knospen, Jungtriebe, Wurzelspitzen und junge Blätter von Bäumen und Sträuchern, die in ihrer Wachstumsphase eine besonders hohe Konzentration an bioaktiven Substanzen aufweisen. Dazu gehören Wachstumshormone, Vitamine, Auxine, Gibberelline sowie Spurenelemente, die in ausgereiften Pflanzenteilen kaum noch vorhanden sind.
Die Grundannahme der Gemmotherapie beruht auf der Theorie, dass embryonales Pflanzengewebe – also noch teilungsfähige Zellen in Knospen und Triebspitzen – eine besondere biologische Aktivität besitzt. Diese soll auf den menschlichen Organismus übertragen werden können. Die Wirkstoffe werden durch eine spezielle Mazerierung (Einweichen) in einem Gemisch aus Wasser, Alkohol und Glycerin gewonnen und anschließend zu Tröpfchen-Präparaten oder Tinkturen verarbeitet.
Innerhalb der Naturheilkunde wird der Gemmotherapie folgende Wirkpotenziale zugeschrieben:
Die Gemmotherapie wird in der Naturheilkunde und Alternativmedizin bei verschiedenen Beschwerden und zur allgemeinen Gesundheitsförderung eingesetzt. Häufig angewendete Pflanzenextrakte und ihre zugeschriebenen Anwendungsgebiete umfassen:
Die Knospen und Jungtriebe werden frisch geerntet und sofort in einem definierten Mazerat aus Wasser, Alkohol und Glycerin eingelegt. Nach einer Mazerationszeit von mehreren Wochen wird die Lösung gefiltert und zu einem Fertigpräparat verarbeitet. Die Anwendung erfolgt meist als Tröpfchenlösung, die in Wasser verrührt und eingenommen wird. Typische Dosierungen liegen bei 5 bis 15 Tropfen pro Tag, je nach Präparat und Anwendungsempfehlung. Eine genaue Dosierung sollte jedoch stets in Absprache mit einer Fachperson erfolgen.
Die Gemmotherapie ist ein Verfahren der Komplementärmedizin und erfreut sich besonders in Frankreich, Belgien und Italien großer Beliebtheit. Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Studienlage zur Gemmotherapie jedoch begrenzt. Es fehlen bislang großangelegte, randomisierte klinische Studien, die eine eindeutige Wirksamkeit belegen. Einige der verwendeten Pflanzen – wie die Schwarze Johannisbeere – sind hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe und antiinflammatorischen Eigenschaften jedoch gut erforscht. Die Gemmotherapie gilt in der konventionellen Medizin daher als ergänzende, nicht als herkömmliche schulmedizinische Behandlung. Patienten sollten bei ernsthaften Erkrankungen stets ärztlichen Rat einholen.
Die Gemmotherapie gilt allgemein als gut verträglich. Aufgrund des Alkoholgehalts in den Mazeraten sind die Präparate für Kinder, Schwangere und Personen mit Alkoholunverträglichkeit nur eingeschränkt oder gar nicht geeignet. Allergische Reaktionen auf pflanzliche Inhaltsstoffe sind grundsätzlich möglich. Wechselwirkungen mit Medikamenten können bei bestimmten Pflanzenextrakten nicht ausgeschlossen werden, weshalb eine Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker empfohlen wird.
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