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Die Glutathionreduktase ist ein wichtiges Enzym im menschlichen Körper, das oxidativen Stress bekämpft und die Zellen vor Schäden schützt.
Die Glutathionreduktase ist ein wichtiges Enzym im menschlichen Körper, das oxidativen Stress bekämpft und die Zellen vor Schäden schützt.
Die Glutathionreduktase (Abkürzung: GR oder GSR) ist ein Flavoenzym, das eine zentrale Rolle im antioxidativen Schutzsystem des menschlichen Körpers spielt. Es gehört zur Familie der Pyridinnukleotid-Disulfid-Oxidoreduktasen und ist in nahezu allen Zellen des Organismus vorhanden, insbesondere in roten Blutkörperchen, der Leber, den Nieren und im Gehirn. Das Enzym ist auf das Coenzym FAD (Flavinadenindinukleotid) angewiesen, welches aus Riboflavin (Vitamin B2) gebildet wird.
Die Glutathionreduktase katalysiert die Reduktion von oxidiertem Glutathion (GSSG) zu reduziertem Glutathion (GSH). Diese Reaktion ist ein entscheidender Schritt im sogenannten Glutathion-Redox-Zyklus:
Ohne ausreichende Aktivität der Glutathionreduktase würde oxidiertes Glutathion akkumulieren und die Zellen könnten oxidativen Schäden an Proteinen, Lipiden und der DNA nicht mehr ausreichend entgegenwirken.
Die Glutathionreduktase ist für mehrere lebenswichtige Prozesse unentbehrlich:
Da die Glutathionreduktase auf das Coenzym FAD angewiesen ist, das direkt aus Riboflavin (Vitamin B2) synthetisiert wird, dient die Messung der Glutathionreduktase-Aktivität in roten Blutkörperchen als funktioneller Biomarker für den Vitamin-B2-Status des Körpers. Dieser Test wird als EGR-Aktivitätskoeffizient (EGR-AC) bezeichnet:
Mutationen im Gen GSR, das für die Glutathionreduktase kodiert, können zu einem Enzymdefekt führen. Betroffene leiden häufig unter:
Darüber hinaus wird eine veränderte Glutathionreduktase-Aktivität mit verschiedenen chronischen Erkrankungen wie Malaria, Diabetes mellitus, neurodegenerativen Erkrankungen (z. B. Alzheimer) und bestimmten Krebserkrankungen in Verbindung gebracht.
Die Aktivität der Glutathionreduktase kann im Labor durch spektrophotometrische Methoden gemessen werden. Dabei wird der Verbrauch von NADPH verfolgt, der bei der Reduktion von GSSG zu GSH stattfindet. Klinisch relevant sind insbesondere:
Eine ausreichende Zufuhr von Riboflavin (Vitamin B2) ist essenziell für die optimale Funktion der Glutathionreduktase. Gute Nahrungsquellen sind Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch sowie Hülsenfrüchte und grünes Gemüse. Bei nachgewiesenem Mangel kann eine gezielte Supplementierung die Enzymaktivität und damit den antioxidativen Schutz verbessern. In der pharmazeutischen Forschung wird die Glutathionreduktase zudem als mögliches therapeutisches Zielmolekül untersucht, etwa für die Entwicklung neuer Malariamittel.
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