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Der Hämolyseindex gibt an, wie stark eine Blutprobe durch den Zerfall roter Blutkörperchen beeinträchtigt ist. Er beeinflusst die Zuverlässigkeit vieler Laborwerte.
Der Hämolyseindex gibt an, wie stark eine Blutprobe durch den Zerfall roter Blutkörperchen beeinträchtigt ist. Er beeinflusst die Zuverlässigkeit vieler Laborwerte.
Der Hämolyseindex ist ein Messwert in der klinischen Labordiagnostik. Er beschreibt das Ausmaß der Hämolyse in einer Blutprobe – also den Grad, in dem rote Blutkörperchen (Erythrozyten) zerstört wurden und ihr Inhalt, insbesondere das rote Blutfarbstoffprotein Hämoglobin, in das Blutserum oder Blutplasma ausgetreten ist. Eine hämolytische Probe ist optisch meist rötlich bis rosa gefärbt.
Laboratorien bestimmen den Hämolyseindex routinemäßig als Teil der sogenannten Probenqualitätskontrolle. Er gehört neben dem Lipämieindex (Trübung durch Fette) und dem Ikterusindex (Gelbfärbung durch Bilirubin) zu den drei wichtigsten Interferenzindizes in der Labormedizin.
Die Messung erfolgt photometrisch – das bedeutet, ein Gerät misst, wie viel Licht einer bestimmten Wellenlänge durch die Probe hindurchgeht. Freigesetztes Hämoglobin absorbiert Licht in einem charakteristischen Wellenlängenbereich (um 410–415 nm sowie um 540 nm). Aus diesem Absorptionswert berechnet das Analysengerät automatisch den Hämolyseindex.
Das Ergebnis wird häufig in Einheiten wie mg/dL freiem Hämoglobin oder als dimensionsloser Index-Wert angegeben, wobei die genauen Schwellenwerte je nach Analysesystem und Labor variieren können.
Die Hämolyse in einer Laborprobe kann verschiedene Ursachen haben:
Ein erhöhter Hämolyseindex ist klinisch bedeutsam, weil freigesetztes Hämoglobin und andere Zellinhaltsstoffe der Erythrozyten (z. B. Kalium, Laktatdehydrogenase, Aspartat-Aminotransferase) die Messergebnisse zahlreicher Laborparameter verfälschen können.
Typische Laborwerte, die durch Hämolyse beeinflusst werden:
Laboratorien legen für jeden Parameter individuelle Grenzwerte des Hämolyseindex fest, ab denen ein Testergebnis als nicht verwertbar gilt oder mit einem entsprechenden Kommentar versehen wird.
Wenn der Hämolyseindex einer Probe die definierten Grenzwerte überschreitet, hat das Labor mehrere Optionen:
In der Praxis wird bei vielen Proben zunächst geprüft, ob die Hämolyse präanalytisch (also durch einen Fehler bei der Entnahme oder Verarbeitung) oder in-vivo (also durch eine echte Erkrankung) verursacht wurde. Dies ist klinisch relevant, da eine in-vivo-Hämolyse selbst ein wichtiger diagnostischer Hinweis sein kann.
Für Patientinnen und Patienten hat ein erhöhter Hämolyseindex meistens keine direkte gesundheitliche Bedeutung – er ist in der Regel ein Hinweis auf eine technische Beeinträchtigung der Blutprobe. In solchen Fällen kann eine erneute Blutentnahme notwendig sein. Nur wenn eine in-vivo-Hämolyse vorliegt, d. h. wenn im Körper selbst rote Blutkörperchen zerstört werden, ist dies ein medizinisch ernst zu nehmendes Zeichen, das weiterer Abklärung bedarf.
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