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Handysucht beschreibt die zwanghafte, unkontrollierte Nutzung des Smartphones, die Alltag, Schlaf und soziale Beziehungen beeinträchtigt.
Handysucht beschreibt die zwanghafte, unkontrollierte Nutzung des Smartphones, die Alltag, Schlaf und soziale Beziehungen beeinträchtigt.
Handysucht, auch als Smartphone-Abhängigkeit bezeichnet, beschreibt ein Verhaltensmuster, bei dem eine Person das Smartphone exzessiv und unkontrolliert nutzt. Betroffene verspüren einen starken Drang, ständig online zu sein, Nachrichten zu prüfen oder soziale Medien zu konsumieren – selbst dann, wenn dies negative Folgen für Gesundheit, Beruf oder Beziehungen hat. Die Handysucht wird in der Verhaltenssuchtforschung zunehmend ernst genommen, ist jedoch in der internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-11 bzw. DSM-5) noch nicht als eigenständige Diagnose anerkannt.
Die Entstehung einer Handysucht ist vielschichtig und wird durch biologische, psychologische sowie soziale Faktoren beeinflusst:
Typische Anzeichen einer Handysucht umfassen:
Besonders gefährdet sind:
Es gibt bislang keinen einheitlichen, international anerkannten Diagnosestandard. Fachleute aus Psychiatrie und Psychologie nutzen jedoch standardisierte Fragebögen wie die Smartphone Addiction Scale (SAS) oder die Problematic Use of Mobile Phones (PUMP)-Skala, um das Ausmaß der problematischen Nutzung zu erfassen. Wichtige Diagnosekriterien orientieren sich an den allgemeinen Kriterien für Verhaltenssüchte: Kontrollverlust, Toleranzentwicklung, Entzugserscheinungen und negative Folgen im Alltag.
Die Behandlung der Handysucht erfolgt primär durch psychotherapeutische Maßnahmen:
Die kognitive Verhaltenstherapie ist die am besten untersuchte Methode. Sie hilft Betroffenen, automatische Gedankenmuster und Verhaltensweisen rund um die Smartphone-Nutzung zu erkennen und zu verändern.
Praktische Maßnahmen zur Reduktion der Bildschirmzeit umfassen: App-Sperren, handyfreie Zeiten (z. B. beim Essen oder vor dem Schlafengehen), das bewusste Ausschalten von Push-Benachrichtigungen sowie die Etablierung handyfreier Zonen im Haushalt.
Bei Jugendlichen spielt die Einbeziehung von Familie und Schule eine wichtige Rolle. Gruppentherapien und Selbsthilfegruppen können ergänzend eingesetzt werden.
Es gibt keine spezifisch zugelassenen Medikamente zur Behandlung der Handysucht. Bei begleitenden psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen kann jedoch eine medikamentöse Therapie sinnvoll sein.
Vorbeugung beginnt im frühen Kindesalter durch bewusste Medienerziehung. Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Robert Koch-Instituts (RKI) beinhalten klare Bildschirmzeitgrenzen für Kinder, die Förderung von Bewegung und Outdoor-Aktivitäten sowie einen offenen Umgang mit digitalen Medien in der Familie.
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