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Hyaluronidase ist ein Enzym, das Hyaluronsäure abbaut. Es wird medizinisch als Wirkstoff und als Antidot bei Fillerkomplikationen eingesetzt.
Hyaluronidase ist ein Enzym, das Hyaluronsäure abbaut. Es wird medizinisch als Wirkstoff und als Antidot bei Fillerkomplikationen eingesetzt.
Hyaluronidase ist ein Enzym, das die Fähigkeit besitzt, Hyaluronsäure sowie andere Glykosaminoglykane der extrazellulären Matrix zu spalten und abzubauen. Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil des Bindegewebes, der Gelenkflüssigkeit und der Haut. Durch den enzymatischen Abbau dieser Substanz erhöht Hyaluronidase die Gewebedurchlässigkeit und erleichtert so die Verteilung von Flüssigkeiten oder Medikamenten im Gewebe.
Hyaluronidase katalysiert die hydrolytische Spaltung der glykosidischen Bindungen in der Hyaluronsäurekette. Dies führt zu einer vorübergehenden Reduktion der Viskosität im interstitiellen Gewebe, was als sogenannter Spreading-Effekt bezeichnet wird. Die erhöhte Gewebepermabilität ist reversibel, da die Hyaluronsäure nach einiger Zeit durch körpereigene Prozesse wieder neu synthetisiert wird.
In der klassischen Medizin wird Hyaluronidase als Adjuvans (unterstützender Wirkstoff) eingesetzt, um die Resorption und Verteilung von anderen injizierten Medikamenten oder subkutan verabreichten Infusionsflüssigkeiten (Hypodermoklysis) zu verbessern. Typische Anwendungen umfassen:
Ein besonders wichtiges Anwendungsgebiet ist die ästhetische Medizin. Da viele Dermalfiller auf Hyaluronsäure basieren, kann Hyaluronidase eingesetzt werden, um unerwünschte Ergebnisse, Überkorrekturen oder gefährliche Komplikationen nach Filler-Injektionen rückgängig zu machen. Zu den schwerwiegenden Indikationen zählen:
In diesen Notfallsituationen ist eine schnelle Injektion von Hyaluronidase entscheidend, um irreversible Gewebeschäden zu verhindern.
In der Augenheilkunde wird Hyaluronidase häufig zusammen mit Lokalanästhetika bei retrobulbären oder peribulbären Blockaden eingesetzt, um eine gleichmäßigere Anästhesie zu erreichen und die Ausbreitung des Anästhetikums zu verbessern.
Die Dosierung von Hyaluronidase variiert je nach Indikation erheblich. Bei der Hypodermoklysis werden typischerweise 150 IE (internationale Einheiten) pro Liter Infusionslösung verwendet. Bei der Behandlung von Fillerkomplikationen werden je nach Ausmaß der Komplikation höhere Dosen (z. B. 150–1500 IE oder mehr) direkt in das betroffene Areal injiziert. Die genaue Dosierung sollte stets von einem erfahrenen medizinischen Fachpersonal festgelegt werden.
Hyaluronidase wird im Allgemeinen gut vertragen, kann jedoch folgende Nebenwirkungen verursachen:
Hyaluronidase sollte nicht angewendet werden bei:
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