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Hydrogencarbonat ist ein lebenswichtiges Elektrolyt im menschlichen Körper, das den Säure-Basen-Haushalt reguliert und in Blut sowie Gewebe vorkommt.
Hydrogencarbonat ist ein lebenswichtiges Elektrolyt im menschlichen Körper, das den Säure-Basen-Haushalt reguliert und in Blut sowie Gewebe vorkommt.
Hydrogencarbonat (auch Bicarbonat oder HCO&sub3;³ geschrieben) ist ein negativ geladenes Ion (Anion), das im menschlichen Körper eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Säure-Basen-Haushalts spielt. Es entsteht, wenn Kohlendioxid (CO&sub2;) im Blut gelöst wird und mit Wasser reagiert. Im Alltag begegnet uns Hydrogencarbonat auch als Bestandteil von Mineralwässern sowie als Natriumhydrogencarbonat (Natron) in Lebensmitteln und der Medizin.
Im Körper ist Hydrogencarbonat das wichtigste Puffersystem des Blutes. Es hält den pH-Wert des Blutes stabil in einem engen Bereich von 7,35 bis 7,45. Dieser Bereich ist für das einwandfreie Funktionieren von Enzymen, Hormonen und Zellen unbedingt erforderlich.
Im Blutserum liegt der normale Hydrogencarbonatspiegel bei 22 bis 26 mmol/l. In der klinischen Diagnostik wird der Hydrogencarbonatgehalt häufig im Rahmen einer Blutgasanalyse (BGA) gemessen. Hydrogencarbonat kommt natürlicherweise in vielen Mineralwässern vor und wird auch als Nahrungsergänzung sowie als Medikament eingesetzt.
Ein zu niedriger Hydrogencarbonatgehalt im Blut führt zu einer metabolischen Azidose. Ursachen können sein: Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus mit Ketoazidose, schwerer Durchfall oder Vergiftungen. Symptome umfassen beschleunigte Atmung, Verwirrtheit und Müdigkeit.
Ein zu hoher Hydrogencarbonatgehalt führt zur metabolischen Alkalose. Dies kann durch anhaltendes Erbrechen, übermäßige Einnahme von Antazida oder bestimmte Nierenerkrankungen ausgelöst werden. Symptome können Muskelkrämpfe, Kribbeln und Herz-Rhythmusstörungen sein.
Natriumhydrogencarbonat wird in der Medizin vielfältig eingesetzt:
Viele Mineralwässer sind natürlich reich an Hydrogencarbonat (über 600 mg/l). Sie gelten als besonders gut säureausgleichend. Als Natriumhydrogencarbonat (E500) ist es auch ein zugelassener Lebensmittelzusatzstoff, der als Backtriebmittel oder Säureregulator eingesetzt wird. Eine gezielte Zufuhr über hydrogencarbonathaltiges Mineralwasser kann bei Menschen mit einem erhöhten Säureaufkommen (z. B. bei intensivem Sport oder bestimmten Ernährungsweisen) unterstützend wirken.
Der Hydrogencarbonatgehalt im Blut wird standardmäßig über die arterielle oder venöse Blutgasanalyse bestimmt. Zusätzlich wird im Rahmen des großen Blutbildes oder Elektrolytpanels häufig das sogenannte Standardbicarbonat gemessen. Abweichungen geben wichtige Hinweise auf Störungen der Nieren, Lunge oder des Stoffwechsels.
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