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Die Jarisch-Herxheimer-Reaktion ist eine vorübergehende Immunreaktion, die kurz nach Beginn einer Antibiotikatherapie bei bestimmten bakteriellen Infektionen auftreten kann.
Die Jarisch-Herxheimer-Reaktion ist eine vorübergehende Immunreaktion, die kurz nach Beginn einer Antibiotikatherapie bei bestimmten bakteriellen Infektionen auftreten kann.
Die Jarisch-Herxheimer-Reaktion (kurz: Herxheimer-Reaktion) ist eine akute, vorübergehende systemische Reaktion des Körpers, die typischerweise innerhalb von zwei bis acht Stunden nach Beginn einer antibiotischen Behandlung bestimmter bakterieller Infektionen auftritt. Sie wurde nach den Ärzten Adolf Jarisch und Karl Herxheimer benannt, die sie Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts unabhängig voneinander beschrieben haben. Die Reaktion ist keine allergische Reaktion auf das Antibiotikum selbst, sondern eine Folge der massenhaften Zerstörung von Bakterien im Körper.
Wenn bestimmte Antibiotika verabreicht werden, werden in kurzer Zeit große Mengen an Bakterien abgetötet. Dabei werden bakterielle Zellbestandteile und sogenannte Endotoxine (giftige Substanzen aus der Zellwand der Bakterien) freigesetzt. Diese Stoffe lösen eine starke Aktivierung des Immunsystems aus, wodurch entzündungsfördernde Botenstoffe (sogenannte Zytokine wie TNF-alpha, Interleukin-6 und Interleukin-8) in großen Mengen ausgeschüttet werden. Diese Immunreaktion ist für die typischen Symptome verantwortlich.
Die Jarisch-Herxheimer-Reaktion tritt besonders häufig bei folgenden Infektionskrankheiten auf:
Die Symptome treten meist innerhalb weniger Stunden nach der ersten Antibiotikagabe auf und klingen in der Regel nach 12 bis 24 Stunden wieder ab. Typische Zeichen sind:
In seltenen Fällen kann die Reaktion schwerwiegender verlaufen, insbesondere bei Patienten mit bereits bestehenden Herzerkrankungen oder bei der Behandlung von Rückfallfieber.
Die Diagnose der Jarisch-Herxheimer-Reaktion erfolgt in erster Linie klinisch, das heißt auf Basis der Krankengeschichte und der beobachteten Symptome. Ein entscheidender Hinweis ist der zeitliche Zusammenhang zwischen der ersten Antibiotikagabe und dem Auftreten der Beschwerden. Laborwerte können vorübergehend erhöhte Entzündungsmarker (CRP, Leukozyten) zeigen, sind aber nicht spezifisch für diese Reaktion.
Es ist wichtig, die Herxheimer-Reaktion von einer Antibiotika-Allergie oder einer Verschlechterung der Grunderkrankung zu unterscheiden, da die therapeutische Konsequenz sehr unterschiedlich ist.
In den meisten Fällen ist die Jarisch-Herxheimer-Reaktion selbstlimitierend, das heißt sie klingt ohne spezifische Behandlung von selbst ab. Folgende Maßnahmen können zur Linderung der Beschwerden beitragen:
Die Antibiotikatherapie sollte in der Regel nicht unterbrochen werden, da die Reaktion ein Zeichen der Wirksamkeit der Behandlung ist. In schweren Fällen, etwa beim Rückfallfieber, kann eine stationäre Überwachung und intensivmedizinische Betreuung notwendig sein. Der Einsatz von Kortikosteroiden zur Vorbeugung ist umstritten und wird nicht routinemäßig empfohlen.
Bei den meisten Patienten verläuft die Jarisch-Herxheimer-Reaktion mild bis mittelschwer und ist nach 24 Stunden vollständig abgeklungen. Schwere oder lebensbedrohliche Verläufe sind selten, kommen jedoch insbesondere bei Rückfallfieber oder bei immungeschwächten Patienten vor. Eine rechtzeitige Erkennung und ein angemessenes symptomatisches Management sind entscheidend für einen guten Verlauf.
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