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Die Jejunumzottenbiopsie ist eine diagnostische Gewebeentnahme aus dem Dünndarm zur Beurteilung der Darmzotten. Sie dient vor allem der Diagnose von Zöliakie und anderen Malabsorptionserkrankungen.
Die Jejunumzottenbiopsie ist eine diagnostische Gewebeentnahme aus dem Dünndarm zur Beurteilung der Darmzotten. Sie dient vor allem der Diagnose von Zöliakie und anderen Malabsorptionserkrankungen.
Die Jejunumzottenbiopsie ist ein diagnostisches Verfahren, bei dem eine kleine Gewebeprobe aus der Schleimhaut des Jejunums – dem mittleren Abschnitt des Dünndarms – entnommen wird. Ziel ist es, die sogenannten Darmzotten (Villi intestinales) unter dem Mikroskop zu untersuchen. Diese fingerförmigen Ausstülpungen der Darmschleimhaut sind entscheidend für die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung.
Das Verfahren wird heute meist im Rahmen einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) durchgeführt, bei der ein flexibles Endoskop durch Mund, Speiseröhre und Magen in den Dünndarm eingeführt wird. Historisch wurde die Biopsie auch mit speziellen Kapselbiopsiezangen (z. B. der Watson-Kapsel) durchgeführt.
Die Indikation für eine Jejunumzottenbiopsie besteht bei Verdacht auf Erkrankungen, die mit einer Schädigung der Darmzotten einhergehen. Typische Anwendungsgebiete sind:
Die Biopsie erfolgt heute standardmäßig während einer Gastroskopie oder Enteroskopie in kurzer Analgosedierung (leichte Betäubung). Mit einer kleinen Biopsiezange werden mehrere Gewebeproben aus dem distalen Duodenum oder dem proximalen Jejunum entnommen. Die Proben werden anschließend histologisch aufgearbeitet und nach standardisierten Klassifikationssystemen bewertet.
Für die Beurteilung von Zöliakie-typischen Veränderungen wird häufig die Marsh-Oberhuber-Klassifikation verwendet:
Der Patient sollte vor dem Eingriff nüchtern sein (in der Regel 6 Stunden ohne feste Nahrung, 2 Stunden ohne klare Flüssigkeiten). Blutgerinnungshemmende Medikamente müssen ggf. vorher abgesetzt werden.
Die Jejunumzottenbiopsie ist ein sicheres und gut etabliertes Verfahren. Mögliche, aber seltene Komplikationen umfassen:
Die Ergebnisse der Biopsie liefern wichtige Informationen über den Zustand der Darmschleimhaut. Bei bestätigter Zottenatrophie kann gezielt eine glutenfreie Ernährung eingeleitet oder eine andere spezifische Therapie begonnen werden. Die Jejunumzottenbiopsie gilt als Goldstandard in der Diagnostik der Zöliakie und anderer Malabsorptionserkrankungen.
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