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Die Jodsalzprophylaxe bezeichnet den gezielten Einsatz von jodiertem Speisesalz, um einem Jodmangel in der Bevölkerung vorzubeugen und Schilddrüsenerkrankungen zu vermeiden.
Die Jodsalzprophylaxe bezeichnet den gezielten Einsatz von jodiertem Speisesalz, um einem Jodmangel in der Bevölkerung vorzubeugen und Schilddrüsenerkrankungen zu vermeiden.
Die Jodsalzprophylaxe ist eine öffentliche Gesundheitsmaßnahme, bei der Speisesalz mit Jod angereichert wird, um die Jodversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann und das über die Nahrung aufgenommen werden muss. Da viele Regionen – darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz – natürlicherweise jodarm sind, wird das Mineral dem Kochsalz gezielt zugesetzt.
Jod wird vom Körper vor allem für die Produktion von Schilddrüsenhormonen (Thyroxin T4 und Trijodthyronin T3) benötigt. Diese Hormone regulieren zahlreiche lebenswichtige Prozesse:
Ein dauerhafter Jodmangel kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führen, dem sogenannten Kropf (Struma), sowie zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose). Bei ungeborenem Leben und Säuglingen kann schwerer Jodmangel zu irreversiblen geistigen Entwicklungsstörungen führen, dem sogenannten Kretinismus.
Die gezielte Jodierung von Speisesalz wurde erstmals in den 1920er Jahren in der Schweiz und in den USA eingeführt, nachdem Jodmangelerkrankungen in bestimmten Regionen weit verbreitet waren. In Deutschland wurde Jodsalz ab den 1950er Jahren zunächst freiwillig angeboten; seit den 1980er Jahren wird die Verwendung von Jodsalz in der Lebensmittelproduktion breiter gefördert. Heute ist Jodsalzprophylaxe eine der kosteneffektivsten und wirkungsvollsten Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge weltweit.
Dem normalen Speisesalz (Natriumchlorid) wird eine geringe Menge Kaliumjodat (KIO₃) oder Kaliumjodid (KI) zugesetzt. In Deutschland beträgt der gesetzlich festgelegte Jodgehalt in Jodsalz zwischen 15 und 25 Mikrogramm Jod pro Gramm Salz. Diese Menge ist so bemessen, dass sie beim normalen Salzkonsum einen wesentlichen Beitrag zur empfohlenen täglichen Jodzufuhr leistet, ohne gesundheitliche Risiken zu verursachen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende tägliche Jodzufuhr:
Trotz der Jodsalzprophylaxe gilt Deutschland weiterhin als Jodmangelgebiet, da die tatsächliche Jodaufnahme bei vielen Menschen unterhalb der empfohlenen Werte liegt.
Besonders folgende Gruppen profitieren von einer ausreichenden Jodversorgung durch Jodsalz:
Obwohl die Jodsalzprophylaxe eine wirksame Maßnahme ist, gibt es einige Einschränkungen und Diskussionspunkte:
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