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Kaliumiodid ist eine chemische Verbindung aus Kalium und Iod, die medizinisch zur Schilddrüsenblockade, Iodidtherapie und Strahlenschutz eingesetzt wird.
Kaliumiodid ist eine chemische Verbindung aus Kalium und Iod, die medizinisch zur Schilddrüsenblockade, Iodidtherapie und Strahlenschutz eingesetzt wird.
Kaliumiodid (chemische Formel: KI) ist ein anorganisches Salz, das aus den Elementen Kalium und Iod besteht. Es wird sowohl in der Medizin als auch in der Pharmazie und Lebensmittelindustrie eingesetzt. In der Medizin spielt Kaliumiodid vor allem bei der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen, als Schleimlöser bei Atemwegserkrankungen und als Strahlenschutzmittel bei nuklearen Ereignissen eine wichtige Rolle.
Kaliumiodid liefert dem Körper Iodid-Ionen, die für die Synthese der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3) benötigt werden. Bei der Verabreichung hoher Dosen von Kaliumiodid kommt es zum sogenannten Wolff-Chaikoff-Effekt: Die Schilddrüse hemmt vorübergehend ihre eigene Hormonproduktion, was therapeutisch genutzt wird. Außerdem blockiert Kaliumiodid bei ausreichend hoher Dosierung die Aufnahme von radioaktivem Iod (131I) in die Schilddrüse und schützt so das Gewebe vor Strahlenschäden.
Im Falle eines nuklearen Unfalls oder einer radioaktiven Freisetzung wird Kaliumiodid als Kaliumiodid-Tablette verabreicht, um die Schilddrüse mit stabilem Iod zu sättigen. Dadurch kann kein radioaktives Iod mehr aufgenommen werden, was das Risiko eines strahleninduzierten Schilddrüsenkarzinoms erheblich reduziert. In Deutschland werden Kaliumiodid-Tabletten von Gesundheitsbehörden bevorratet und im Ernstfall an die Bevölkerung ausgegeben.
Kaliumiodid wird vor operativen Eingriffen an der Schilddrüse eingesetzt, um die Durchblutung der Schilddrüse zu reduzieren und die Hormonfreisetzung zu hemmen. Es findet auch Anwendung bei der Behandlung einer thyreotoxischen Krise (lebensbedrohliche Überproduktion von Schilddrüsenhormonen) sowie bei bestimmten Formen der Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion).
Bei nachgewiesenem Iodmangel kann Kaliumiodid zur Substitutionstherapie eingesetzt werden. Iodmangel kann zu Kropfbildung (Struma) und Hypothyreose führen. In manchen Ländern wird Speisesalz mit Kaliumiodid angereichert (iodiertes Salz), um einem Iodmangel in der Bevölkerung vorzubeugen.
In höheren Dosierungen wirkt Kaliumiodid als Expektorans (schleimlösendes Mittel) und kann bei chronischen Atemwegserkrankungen wie chronischer Bronchitis oder Asthma zur Verflüssigung zähen Schleims eingesetzt werden. Diese Anwendung ist heute jedoch weniger verbreitet als früher.
Die Dosierung von Kaliumiodid richtet sich stark nach dem Anwendungsgebiet:
Kaliumiodid sollte nur nach ärztlicher Empfehlung oder behördlicher Anweisung eingenommen werden.
Wie alle Arzneistoffe kann Kaliumiodid Nebenwirkungen verursachen, insbesondere bei längerer Einnahme oder hoher Dosierung:
Kaliumiodid sollte nicht oder nur unter strenger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden bei:
Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist eine besondere Vorsicht geboten, da eine Überdosierung von Iod beim Ungeborenen oder Neugeborenen zu Schilddrüsenfunktionsstörungen führen kann. Im Falle eines nuklearen Notfalls überwiegt jedoch der Nutzen einer einmaligen Gabe klar gegenüber dem Risiko.
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