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Karzinogenese bezeichnet den Prozess der Krebsentstehung im Körper. Dabei verwandeln sich normale Zellen durch genetische Veränderungen schrittweise in bösartige Tumorzellen.
Karzinogenese bezeichnet den Prozess der Krebsentstehung im Körper. Dabei verwandeln sich normale Zellen durch genetische Veränderungen schrittweise in bösartige Tumorzellen.
Der Begriff Karzinogenese (auch: Krebsentstehung oder Tumorigenese) beschreibt den biologischen Prozess, durch den normale Körperzellen zu malignen (bösartigen) Krebszellen werden. Dieser Vorgang ist komplex, verläuft in mehreren Phasen und kann sich über Jahre oder Jahrzehnte erstrecken. Im Mittelpunkt stehen genetische Veränderungen – sogenannte Mutationen – in der Erbsubstanz (DNA) einer Zelle, die zu unkontrolliertem Zellwachstum führen.
Die Karzinogenese wird klassischerweise in drei Hauptphasen unterteilt:
In der Initiationsphase erleidet eine einzelne Zelle eine dauerhafte, irreversible DNA-Schädigung. Diese kann durch karzinogene Substanzen (chemische Krebsauslöser), ionisierende Strahlung, Viren oder spontane Replikationsfehler verursacht werden. Die veränderte Zelle überlebt und gibt die Mutation an Tochterzellen weiter.
In der Promotionsphase werden die genetisch veränderten Zellen durch sogenannte Promotoren – beispielsweise Hormone, chronische Entzündungen oder bestimmte Chemikalien – zur vermehrten Teilung angeregt. Dieser Schritt ist prinzipiell reversibel, wenn der Promotor entfernt wird.
In der Progressionsphase häufen sich weitere genetische Veränderungen an. Die Zellen werden zunehmend bösartiger: Sie wachsen invasiv in umliegendes Gewebe ein, können die Angiogenese (Bildung neuer Blutgefäße) anregen und schließlich Metastasen (Tochtergeschwülste) in entfernten Organen bilden.
Die Karzinogenese kann durch eine Vielzahl innerer und äußerer Faktoren ausgelöst oder begünstigt werden:
Auf molekularer Ebene spielen zwei Gruppen von Genen eine zentrale Rolle in der Karzinogenese:
Onkogene entstehen aus normalen Wachstumsgenen (Protoonkogenen) durch Mutation. Sie wirken wie ein dauerhaft eingeschalteter Wachstumsschalter und fördern unkontrollierte Zellproliferation. Ein bekanntes Beispiel ist das RAS-Onkogen, das in vielen Tumorarten mutiert vorliegt.
Tumorsuppressorgene wirken normalerweise als Bremse des Zellwachstums. Wenn beide Kopien eines solchen Gens inaktiviert werden (z. B. TP53, RB1), entfällt diese Wachstumskontrolle. Das Protein p53 gilt als wichtiger Wächter des Genoms und löst bei schweren DNA-Schäden den programmierten Zelltod (Apoptose) aus.
Zellen verfügen über ein komplexes System zur Reparatur von DNA-Schäden. Ist dieses System gestört – etwa durch Mutationen in Mismatch-Repair-Genen (wie bei Lynch-Syndrom) – akkumulieren Mutationen schneller, was das Krebsrisiko erhöht.
Neben direkten DNA-Mutationen spielen auch epigenetische Veränderungen eine wichtige Rolle. Dabei wird die Genaktivität verändert, ohne die DNA-Sequenz selbst zu verändern – beispielsweise durch DNA-Methylierung oder Histonmodifikation. Solche Veränderungen können Tumorsuppressorgene dauerhaft stilllegen oder Onkogene aktivieren.
Da die Karzinogenese ein schleichender Prozess ist, ist die Früherkennung entscheidend. Zu den diagnostischen Methoden gehören:
Ein erheblicher Anteil von Krebserkrankungen ist potenziell vermeidbar. Maßnahmen zur Reduktion des Karzinogenese-Risikos umfassen:
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