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Katastrophisieren bezeichnet ein Denkmuster, bei dem Ereignisse als extrem bedrohlich überbewertet werden. Es ist häufig bei Angststörungen und chronischen Schmerzen.
Katastrophisieren bezeichnet ein Denkmuster, bei dem Ereignisse als extrem bedrohlich überbewertet werden. Es ist häufig bei Angststörungen und chronischen Schmerzen.
Katastrophisieren (auch Katastrophendenken oder Katastrophisierung genannt) bezeichnet ein kognitives Denkmuster, bei dem eine Person Situationen, Ereignisse oder körperliche Empfindungen als weitaus schlimmer, gefährlicher oder unkontrollierbarer bewertet, als sie objektiv betrachtet sind. Dabei wird regelmäßig das schlimmstmögliche Ergebnis erwartet und in den Vordergrund gestellt. Katastrophisieren gilt in der kognitiven Verhaltenstherapie als eine sogenannte kognitive Verzerrung (englisch: cognitive distortion).
Katastrophisierendes Denken entsteht meist nicht plötzlich, sondern entwickelt sich über längere Zeit. Verschiedene Faktoren können dazu beitragen:
Katastrophisieren äußert sich auf verschiedenen Ebenen:
Besonders gut erforscht ist die Rolle des Katastrophisierens bei chronischen Schmerzerkrankungen. Der sogenannte Pain Catastrophizing Scale (PCS) ist ein etabliertes Messinstrument, das das Ausmaß katastrophisierender Gedanken im Zusammenhang mit Schmerzen erfasst. Studien zeigen, dass Patienten mit hohen Katastrophisierungswerten eine höhere Schmerzintensität, eine stärkere Beeinträchtigung im Alltag und eine schlechtere Therapieprognose aufweisen.
Katastrophisieren ist keine eigenständige Diagnose im Sinne des ICD-10 oder DSM-5, sondern ein Symptom oder Merkmal, das im Rahmen psychologischer Befunderhebungen identifiziert wird. Folgende Instrumente werden häufig eingesetzt:
Katastrophisierendes Denken kann effektiv behandelt werden. Die wichtigsten Therapieansätze sind:
Die kognitive Verhaltenstherapie ist die Methode der ersten Wahl. Dabei lernen Betroffene, negative Denkmuster zu erkennen, zu hinterfragen und durch realistischere Gedanken zu ersetzen. Techniken wie die kognitive Umstrukturierung helfen, das Denken flexibler zu gestalten.
Ansätze wie Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) oder die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) unterstützen Betroffene dabei, Gedanken als Gedanken wahrzunehmen, ohne ihnen übermäßig Bedeutung beizumessen.
Bei chronischen Schmerzen kommen spezifische Programme zur Schmerzbewältigung zum Einsatz, die Katastrophisieren als zentralen Behandlungspunkt einschließen.
Bei gleichzeitig bestehenden Angststörungen oder Depressionen kann eine medikamentöse Behandlung, z. B. mit Antidepressiva (SSRI oder SNRI), die psychotherapeutische Behandlung unterstützen.
Wenn katastrophisierende Gedanken den Alltag erheblich beeinträchtigen, zu sozialem Rückzug führen oder mit anhaltender Angst, Depression oder Schlafstörungen verbunden sind, sollte eine ärztliche oder psychotherapeutische Fachkraft aufgesucht werden.
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