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Der Knollenblätterpilz ist ein hochgiftiger Pilz und häufigste Ursache tödlicher Pilzvergiftungen in Europa. Bereits kleine Mengen können zu schwerem Leberversagen führen.
Zu bevorzugten Quellen hinzufügenDer Knollenblätterpilz ist ein hochgiftiger Pilz und häufigste Ursache tödlicher Pilzvergiftungen in Europa. Bereits kleine Mengen können zu schwerem Leberversagen führen.
Der Knollenblätterpilz (Amanita phalloides), auch bekannt als Grüner Knollenblätterpilz, ist der gefährlichste Giftpilz Europas und weltweit für die Mehrheit der tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Er gehört zur Gattung Amanita und ist in Laub- und Mischwäldern weit verbreitet. Trotz seiner extremen Giftigkeit wird er von Laien häufig mit essbaren Pilzen wie dem Champignon oder dem Perlpilz verwechselt.
Der Knollenblätterpilz hat typischerweise folgende Merkmale:
Die grünliche Färbung kann variieren und ist kein zuverlässiges Erkennungsmerkmal. Die Volva (Scheidenhülle an der Stielbasiss) ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal gegenüber harmlosen Pilzen.
Der Knollenblätterpilz enthält mehrere hochtoxische Substanzen:
Bereits 0,1 mg Amanitin pro Kilogramm Körpergewicht (entspricht etwa 20–30 g Frischpilz) können für einen Erwachsenen tödlich sein. Ein einziger Pilz enthält ausreichend Gift, um einen Menschen zu töten.
Die Vergiftung durch den Knollenblätterpilz verläuft typischerweise in vier Phasen:
Nach dem Verzehr treten zunächst keine Symptome auf. Diese tückische symptomfreie Phase verleitet Betroffene dazu, keinen Arzt aufzusuchen.
Es kommt zu heftigen Magen-Darm-Beschwerden: starke Übelkeit, Erbrechen, kolikartige Bauchschmerzen und choleraartiger Durchfall mit massivem Flüssigkeitsverlust.
Die Magen-Darm-Symptome klingen scheinbar ab. Im Körper findet jedoch bereits eine schwerwiegende Schädigung von Leber und Nieren statt, die laborchemisch nachweisbar ist.
Schweres Leberversagen (Ikterus, Blutungsneigung, hepatische Enzephalopathie) und Nierenversagen treten auf. Ohne rechtzeitige Behandlung oder Lebertransplantation kann die Vergiftung tödlich enden.
Die Diagnose erfolgt anhand:
Bei Verdacht auf eine Vergiftung mit Knollenblätterpilzen muss sofort der Notruf (112) oder das Giftnotrufzentrum kontaktiert werden. Jeder Verdachtsfall ist ein medizinischer Notfall.
Es gibt kein spezifisches Gegengift (Antidot) für Amatoxine. Die Behandlung umfasst:
Der Knollenblätterpilz wird häufig verwechselt mit:
Wichtig: Im Zweifelsfall niemals einen Pilz essen! Das Kochen, Einlegen oder Trocknen macht den Knollenblätterpilz nicht ungiftig. Die Toxine sind hitzestabil.
Zur Vorbeugung von Vergiftungen gilt: