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Laktat ist ein Stoffwechselprodukt, das bei der Energiegewinnung ohne Sauerstoff entsteht. Es spielt eine wichtige Rolle in Sport, Medizin und Intensivmedizin.
Laktat ist ein Stoffwechselprodukt, das bei der Energiegewinnung ohne Sauerstoff entsteht. Es spielt eine wichtige Rolle in Sport, Medizin und Intensivmedizin.
Laktat (auch: Lactat) ist das Salz bzw. die ionisierte Form der Milchsäure und entsteht im menschlichen Körper als Nebenprodukt der anaeroben Glykolyse – also der Energiegewinnung aus Glukose ohne ausreichende Sauerstoffversorgung. Es wird vor allem in Muskelzellen, roten Blutkörperchen und im Gehirn gebildet und über das Blut transportiert.
Unter normalen Bedingungen produziert der Körper kontinuierlich geringe Mengen Laktat. Steigt die körperliche Belastung oder sinkt die Sauerstoffversorgung, nimmt die Laktatproduktion deutlich zu. Die Leber ist das wichtigste Organ für den Laktatabbau: Sie wandelt Laktat im sogenannten Cori-Zyklus wieder in Glukose um. Auch das Herz und die Nieren können Laktat als Energiequelle nutzen.
In der Sportmedizin und Trainingswissenschaft ist Laktat ein zentraler Parameter zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit. Die Laktatschwelle (auch anaerobe Schwelle) bezeichnet die Belastungsintensität, bei der Laktatproduktion und -abbau gerade noch im Gleichgewicht sind. Wird diese Schwelle überschritten, steigt der Laktatspiegel im Blut rapide an – dies führt zur bekannten Muskelermüdung und zum Leistungsabfall.
In der klinischen Medizin, insbesondere in der Notfall- und Intensivmedizin, ist die Messung des Blutlaktatspiegels ein wichtiger diagnostischer Parameter. Ein erhöhter Laktatspiegel (Hyperlaktatämie) oder eine Laktatazidose (Übersäuerung des Blutes durch Laktat) können auf eine unzureichende Sauerstoffversorgung der Gewebe hinweisen, wie sie bei Schock, Sepsis, schwerem Sauerstoffmangel oder Herzversagen vorkommt.
Der Normalwert für Laktat im venösen Blut liegt bei gesunden Erwachsenen in Ruhe bei 0,5 bis 2,2 mmol/l. Werte über 4 mmol/l gelten in der Intensivmedizin als klinisch relevant und erfordern weitere Abklärung.
Laktat wird aus einer venösen oder arteriellen Blutprobe gemessen, häufig im Rahmen einer Blutgasanalyse. In der Sportmedizin wird Laktat oft aus einem Ohrläppchen-Kapillarblut bestimmt, das während eines Stufentests entnommen wird. Moderne Point-of-Care-Geräte ermöglichen eine schnelle Messung direkt am Patienten.
Die Behandlung richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei einer Laktatazidose im intensivmedizinischen Bereich steht die Verbesserung der Gewebeoxygenierung im Vordergrund – durch Stabilisierung des Kreislaufs, Sauerstoffgabe und gegebenenfalls Volumenersatz. Eine alleinige Pufferung des Blut-pH ohne Beseitigung der Ursache ist nicht zielführend.
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